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27. 05. 2012
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Kreativwirtschaft: zu wenig Fachkräfte und Weiterbildung


26.01.2012 11:30 von:(ehu)

Schlagwörter: Medienberufe,Qualifizierung,Arbeitsmarktkonferenz,Kreativwirtschaft

Immer mehr Medien-Arbeitsplätze können nicht mit Fachleuten besetzt werden. Symbolbild: www.pixelio.de/Erich Kasten

Medien und Kultur – diese „Kreativbranche“ ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Köln. Doch wenn man nicht aufpasst, wird die Zukunft verpennt – das jedenfalls befürchtet Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung bei der Kölner Arbeitsagentur. Und damit ist sie nicht alleine. Auf der fünften „Arbeitsmarktkonferenz Medien und Kultur“ mit dem Titel „Wie sieht der Fachkräftebedarf in den kommenden Jahren aus?“ am Mittwoch im Komed-Haus des Mediaparks wollte die Branche ihre Erwartungen und Befürchtungen diskutieren.

Zwar haben insbesondere die Medien immer noch eine große Ausstrahlungskraft, wenn es um Berufswünsche geht, doch spätestens nach einem Praktikum erkennen die Schüler, das dort oft mehr Schein als Sein ist: Festanstellungen sind eher die Ausnahme, die Bezahlung ist – besonders für Selbstständige – eher schlecht. Die Arbeitszeiten sind unregelmäßig und alles ist stark konjunkturabhängig. Nicht gerade ideal, wenn man – und das ist der Trend – etwa eine Familie gründen will.

Schon jetzt hat die Branche Schwierigkeiten, Stellen qualifiziert zu besetzen

Schon jetzt, so Stock im Vorfeld des Treffens, hätten Unternehmen mehr Schwierigkeiten als in den letzten Jahren, eine Stelle passend zu besetzen. Das liege nicht nur am fehlenden Nachwuchs, sondern auch der demografische Wandel mache sich bemerkbar: Immer mehr Mitarbeiter gehen in Rente. Ihre mahnende Prognose: „Bleibt alles so, wie es ist, sind 2020 im Medienbereich 25 Prozent der Stellen nicht besetzt, im kreativen Bereich 20 Prozent.“

Deshalb ihre dringende Aufforderung an die Betriebe, mehr auszubilden. Ihre Ausbildungsquote ist derzeit im Vergleich zu anderen Branchen „unterdurchschnittlich“, von den 7 Prozent in der Industrie sei man noch weit entfernt. Das staatliche Bildungssystem dagegen funktioniere gut, in Köln sei es nicht zuletzt die Kunsthochschule für Medien und die Fachhochschule für Technik-, Informatik- oder Designberufe.

Köln ist der Geburtsort für die Medienberufe mit Zukunft

Köln zeichne sich aber auch durch die gute Zusammenarbeit von Politik, Bildung, Fachverbänden und Stadt aus, betonten die Veranstalter. Neben der Arbeitsagentur sind dies die Stadt, das Landesministerium für Medien, das Koordinationszentrum „aim“ (Ausbildung in Medien) und die Stiftung Kultur der Stadtsparkasse KölnBonn. So seien hier die zukunftsträchtigen Berufsbilder Mediengestalter Bild und Ton sowie Kaufleute für audiovisuelle Medien entwickelt worden. Aktuell beschäftige man sich mit der Game-Industrie, so Staatssekretär Marc Jan Eumann. Außerdem ist ein Internetportal „Medienkarriere“ in Vorbereitung.

Um die hochqualifizierten Hochschulabsolventen in Köln zu halten und so die Stadt als Standort für die Kreativkräfte zu halten, setze die Stadt vor allem auf die Beratung von Betriebsgründern, sagte Konrad Peschen, Leiter der Stabsstelle Medien. Aber auch die Bereitstellung von preisgünstigen Arbeitsflächen sei ein wichtiger Faktor.

Mit über 50.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – das entspricht fast elf Prozent – sind Medien und Kultur einer der wichtigsten Arbeitgeber in Köln für Künstler, Architekten, Kameraleute, Journalisten, Techniker, IT-Designer, Dekorateure, Verwaltungskräfte, Drucker, Werbefachleute und viele andere Berufe. Mehr Jobs bietet in Köln nur der Handel. Hinzu kommen noch die vielen Selbstständigen – auch ihnen empfiehlt Stock, sich regelmäßig weiterzubilden.







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