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27. 05. 2012
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KVB überreicht Führerscheine an elf Studierende


03.09.2010 15:49 von:

Schlagwörter: Köln,KVB,Studierende,Stadtbahn,2010,Einstellung,Fahrerlaubnis,Fahrprüfung,Linie,

Mehr als 90 Studierende hatten sich auf die Anzeige der Kölner Verkehrs-Betriebe AG KVB aus dem Frühjahr dieses Jahres gemeldet. Zwölf Studierende wurden ausgewählt. Nachdem einer der Kandidaten aus Zeitgründen seinen Lehrgang abbrechen mussten, standen heute elf neue Stadtbahn-Fahrerinnen und –fahrer vor ihrem zukünftigen Arbeitsgerät. Insgesamt erhöht sich damit die Zahl der studentischen Aushilfskräfte im Stadtbahnverkehr auf 21, wie das Unternehmen bekannt gab. "Durchweg positive Erfahrungen" habe man gemacht, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Jürgen Fenske. Auch andere Städte wie Karlsruhe und Hannover arbeiten bereits mit studentischen Hilfskräften in Spitzenzeiten. Vier Tage vor ihrem Einsatz sind die neuen Mitarbeiter verpflichtet, einen Einsatz anzunehmen. Kommt der Anruf der Leitstelle drei Tage vor dem Einsatz, ist die Entscheidung, den Job anzunehmen freiwillig, erläuterte der Leiter der Abteilung Fahrtechnik, Werner Bruder. Die neuen Kolleginnen und Kollegen der insgesamt 650 Stadtbahnwagen-Lenker in Diensten der KVB erhalten dabei den gleichen tariflichen Lohn wie ihre Kollegen mit Festverträgen. Nach einer Probezeit von sechs Monaten im Fahrdienst erhöht sich nach Angaben des Unternehmens der Bruttostundenlohn von 11,12 auf 11,47 Euro. Die Regelschicht liegt zwischen sechs und 8,5 Stunden, kann aber auch mal kürzer. Innerhalb der Vorlesungszeiten darf die wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden nicht überschreiten. In den Ferien sind mehr Stunden möglich. Die Stundenlöhne erreichen damit das tariflich festgelegte Niveau von Stadtbahnwagenfahrerinnen und –fahrern, wie die Verantwortlichen ausdrücklich bestätigten.

"Die Anforderungen an den Beruf des Straßenbahnfahrers haben sich gewandelt", erklärte Fenske auf der heutigen Pressekonferenz. Heutzutage steigen die Fahrer schon mal in Niehl ein und in Porz wieder aus ihrer Schicht aus. Auch geteilte Dienste mit mehrstündigen Pausen zwischendurch sind möglich. Das alles dient der Optimierung der Wirtschaftlichkeit, wie der Vorstandschef ausführte. Um ausreichend Arbeit müssen sich die Nachwuchslenker indes kaum Sorgen machen. In den kommenden zwei Jahren, so lange läuft der Arbeitsvertrag, sollen die elf "Neuen" in erster Linie auf den Strecken der Linien 1 und 9 und damit auf zwei der meistbenutzten Stadtbahnlinien in Köln überhaupt eingesetzt werden. Nach zwei Jahren sollen dann die Kosten der siebenwöchigen Intensiv-Ausbildung wieder hereingeholt worden sein. Seit 2007 sammelt die KVB Erfahrungen mit dieser Zielgruppe und Fenske zeigte sich sichtlich zufrieden. Dass alle elf ihre heutige Fahrprüfung bestanden haben, deuten die Verantwortlichen als Beweis des guten Ausbildungsniveaus.

"Der Lehrgang zum Führerschein hier war deutlich schwerer als der Autoführerschein. Wir haben jeden Tag die Technik einer Stadtbahn gelernt", erklärte die 24-jährige Anja Waschkau. Die junge Frau studiert an der Fachhochschule Köln Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Personalmanagement und Marketing. Auch kleinere Fehler und Störungen könne sie inzwischen selbst beheben. So sind ihr inzwischen Funktions- und Wirkungsweise einer Federspeicherbremse ebenso bekannt wie das Stelleisen zum Ändern von mechanischen Weichen. Das Mindestalter für die Aushilfskräfte lag bei 21 Jahren. In den ersten fünf Einsatztagen werden die Nachwuchslenker aber trotz bestandener Führerscheinprüfung nicht ganz auf sich alleine gestellt sein. Ein Lehrfahrer wird sie weiterhin begleiten. Nicht wenige tragen sich sogar mit dem Gedanken, sich damit ein zweites berufliches Standbein aufzubauen. Aber auch so ist der Job abwechslungsreich und die Übernahme von Verantwortung, wie die glücklichen Absolventinnen und Absolventen beim heutigen Pressegespräch bekannt gaben. Ein weiterer Grund dürfte in der Arbeitskleidung liegen. Einige der neuen Fahrer trugen neben der obligatorischen Mütze auch Hosenträger. "Das sieht chic aus und ist ein guter Verbesserungsvorschlag", kommentierte KVB-Sprecher Joachim Berger das Erscheinungsbild der neuen Kollegen.







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