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27. 05. 2012
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Lohnrunde 2012: Streit um das richtige Maß


09.02.2012 16:00 von:(rk)

Schlagwörter: Tarifrunde,Gewerkschaften,Lohnerhöhung,Tarifstreit,Arbeitgeber,6,5 Prozent

Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent. Der IG Metall haben sich nun auch die Arbeitnehmervertreter des Öffentlichen Dienstes angeschlossen. Symbolbild: www.pixelio.de/Ernst Rose

Die Tarifparteien laufen sich warm für die nächste Gehaltsrunde. Am heutigen Dienstag hatte die Industriegewerkschaft IG Metall ihre offiziellen Forderungen auf den Tisch gelegt – und prompt hagelte es Kritik aus den Reihen der Arbeitgeber. Während die Gewerkschaft 6,5 Prozent mehr Lohn forderte, gestanden die Arbeitgeber in einem ersten Aufschlag den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gerade einmal maximal drei Prozent Lohnerhöhung zu. Gleich von zwei Seiten nahmen die Arbeitgeber die Gewerkschaftsforderung unter Beschuss. So verwies das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) darauf, dass trotz Krise alleine in Deutschland rund 200.000 neue Stellen geschaffen wurden und die Löhne seit Anfang 2008 tariflich um insgesamt neun Prozent erhöht wurden. Gerade in den Krisenjahren 2008/2009 haben sich die Reallöhne kräftig nach oben entwickelt, wie das IW unter Verweise auf die Deutsche Bundesbank ausführte. Die Lohnforderungen bezeichneten die IW-Verantwortlichen als „Nachschlagdebatte“.

„Für uns nicht nachvollziehbar“, so der Kommentar des Präsidenten der Arbeitgebervereinigung Gesamtmetall, Martin Kannegiesser. „„Die Gewerkschaft kann maximal 3 Prozent mit wirtschaftlichen Kennziffern begründen. Für die restlichen 3,5 Prozent gibt es keine belastbare Grundlage“, legte der Tarifpartner der Arbeitgeberseite seine Position dar. Das bisweilen hektische Auf und Ab der konjunkturentwicklung dürfe nicht als Orientierung für die Tarifpolitik gelten, vielmehr müsse man langfristig denken, forderten die Arbeitgeber. Die Erfolge der zurückliegenden drei Jahre „solle man nicht kleinreden“. 800.000 Arbeitsplätze seien gesichert, eine Reallohnerhöhung von 2,5 Prozent in den Jahren seit 2008 erreicht worden, so Kannegiesser weiter.

Die Gewerkschaften halten allerdings unverändert an der Lohnforderung fest. Sie sei notwendig, um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angemessen an der guten Konjunkturentwicklung teilhaben zu lassen. Der kommende Arbeitskampf ist damit eingeleitet. Die Metall- und Elektro-Industrie beschäftigt derzeit mehr als 3,6 Millionen Mitarbeiter. Der Durchschnittsverdienst betrug im vergangenen Jahr rund 48.000 Euro. Für das laufende Jahr erwarten die Unternehmen eine deutliche Abschwächung des Produktionswachstums auf höchstens 4 Prozent, nach 13 Prozent in 2011. Ganz aktuell haben nun auch die Arbeitnehmervertreter im Öffentlichen Dienst sich an der Lohnforderung der Metaller orientiert. Auch sie fordern nun 6,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr Gehalt. Im Gegensatz zur Elektronik- und Metallbranche aber sind viele Kommunen hochdefizitär. Ob hier die Verteilungsspielräume ähnlich groß sind wie in manchen Industriebetrieben, bleibt abzuwarten.







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