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27. 05. 2012
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Lohnunterschiede zwischen Geschlechtern in Städten deutlich geringer


28.10.2009 10:51 von:

Schlagwörter: Studie,IAB,Institut,Arbeitsmarktforschung,Berufsforschung,Lohnungleichheit,Männe

Obwohl immer mehr Frauen in verantwortliche Positionen von Unternehmen, Verbänden, Fernsehsendern oder sogar an die Spitze von Regierungen gelangen, ist die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern ein viel kritisiertes, aber noch immer weit verbreitetes Problem. In einer aktuellen Studie ist das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nun der Frage nachgegangen, ob das Phänomen in Großstädten oder auf dem Land deutlicher ausgeprägt ist. Die Untersuchung spricht dabei eine eindeutige Sprache, auch wenn sie sich bei der Analyse der Lohnentwicklungen seit dem Jahr 1975 auf das Segment der gering bis mittel qualifizierten Männer und Frauen im Alter von 25 bis 34 Jahren konzentriert.

Deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land

Grundsätzlich aber ist die Differenz bei der Entlohnung von Frauen und Männern seit Beginn des Untersuchungszeitraums deutlich zurückgegangen. Trotz des positiven Trends gibt es aber deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechterbezahlungen im ländlichen Raum und in den Großstädten. So liegt die Differenz in Großstädten um durchschnittlich zehn Prozentpunkte niedriger als auf dem Land, wie die Autoren der Studie herausfanden. Im Jahr 1975 verdienten vollzeitbeschäftigte junge Frauen in den acht größten westdeutschen Städten 25 Prozent weniger als Männer gleichen Alters, gleicher Berufserfahrung und gleicher Qualifikation, auf dem Land betrug die Differenz 35 Prozent. Bis heute ging die Lohnungleichheit insgesamt zwar zurück, doch die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind konstant geblieben: Junge Frauen erhielten 2004 in der Stadt 15 Prozent und in ländlichen Gebieten 25 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Die Differenz blieb allerdings trotz des positiven Trends über den gesamten Zeitraum nahezu konstant. Bei der Beurteilung des Faktors "ungeklärte geschlechtsspezifische Lohnlücke" ist allerdings seit Beginn dieses Jahrzehnts ein deutlich Trend in Richtung mehr Lohngleichheit festzustellen. Die entsprechende Kurve zeigte im Jahr 2004 einen Wert lediglich rund acht Prozent an. Dies ist vor allem auf eine höhere Entlohnung von Frauen in den ländlichen Regionen zurückzuführen.

Bei den Erklärungen für die hohe Differenz in der Bezahlung sehen die Arbeitsmarktexperten verschiedene Gründe am Werk. So könnte ein Grund in der höheren Anzahl potenzieller Arbeitgeber liegen. Das führe zu einem schärferen Wettbewerb um geeignete Fachkräfte, argumentierten die IAB-Forscher. Auch ist die Mobilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im ländlichen Raum wesentlich höher. Der individuelle Aufwand eines Arbeitgeberwechsel führt dazu, dass deutlich mehr Frauen und Männer ihren Job kündigen, um sich eine besser bezahlte Anstellung zu suchen. Dieses Argument gilt insbesondere dann, wenn der räumlichen Nähe ihres Arbeitgebers eine höhere Priorität zuweisen als der Höhe des Lohnniveaus. Schlechter bezahlte Job werden damit eher mit Frauen als mit Männern besetzt. Für die Arbeitsmarktexperten ist dieser Unterschied im Stellenwert durch die Rollenverteilung innerhalb der Familie erklärt. Sie übernehmen häufiger als Männer die Haushaltsführung und die Kindererziehung. So zeigt eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2005, dass die Pendelzeiten von Frauen in der Regel deutlich kürzer sind als die ihrer männlichen Arbeitskollegen. Eine mögliche Lösung könnten konkrete Maßnahmen der Kommunen sein, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhöhen, so der abschließende Hinweis der Autoren.

Die IAB-Studie finden Sie auch als kostenlosen Download im Internet unter: www.iab.de.







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