27. 05. 2012
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Lokführer ist ein zukunftssicherer Beruf
In der Nacht auf den morgigen Donnerstag will die Gewerkschaft der Lokführer in Deutschland (GdL) ihre Warnstreiks ausweiten und zunächst auf den Güterverkehr konzentrieren. Noch ist nicht absehbar, ob sich die angekündigten Streikmaßnahmen auch negativ auf den Bahnreiseverkehr insgesamt auswirken werden. Zunächst soll der Warnstreik am heutigen Mittwochabend um 20 Uhr starten und bis zum darauffolgenden Donnerstag 10 Uhr andauern. Ein Sprecher der GdL bestätigte inzwischen, dass die Streiks das gesamte Bundesgebiet betreffen. Weitere Maßnahmen sollen mit einem zeitlichen Vorlauf von zwölf Stunden verkündet werden.
Mit der Bestreikung des Güterverkehrs wollen die Streikenden vor allem den Nachtverkehr treffen. Ausschließlich der Güterverkehr der Deutschen Bahn soll dabei bestreikt werden. In einer vorherigen Abstimmung hatten 90 Prozent der GdL-Mitglieder für einen unbefristeten Streik gestimmt. Mit einem Organisationsgrad von immerhin 75 Prozent verfügt die GdL über eine ausreichend große Basis, um die Streikankündigungen auch wirksam umsetzen zu können. Die Gewerkschaft fordert einheitliche Tarifbedingungen für die 26.000 Beschäftigten sowie eine tarifliche Entlohnung in Höhe von 105 Prozent des üblichen Bahnniveaus. Derzeit gebe es für die Lokführer der privaten Verkehrsgesellschaften im Durchschnitt rund 30 Prozent weniger Geld. Das Verhandlungsmandat der GdL wird dabei längst nicht von allen Arbeitgebern unterstützt. Sechs private Anbieter hatten im Vorfeld angekündigt, nicht mit der GdL weiterverhandeln zu wollen. Bereits in den Vortagen hatte es Warnstreiks gegeben, die mitunter zu langen Wartezeiten im Bahnverkehr geführt haben. Vertreter der deutschen Wirtschaft warnten bereits vor Störungen der Produktion, Wirtschaftsminister Brüderle gab sich hingegen gelassen. Stattdessen appellierte er an die "gesamtgesellschaftliche Verantwortung" der Tarifpartner, wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner heutigen Online-Ausgabe berichtete.
Lokführer – ein Beruf mit guten Aussichten
Unterdessen fanden die Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft heraus, dass der Beruf des Lokführers nicht unbedingt zu denen mit der schlechtesten Job-Perspektive gehört. Die derzeitige Lage auf dem Arbeitsmarkt in diesem Berufssegment sei hingegen ausgesprochen komfortabel. Derzeit sind gerade einmal zwei Prozent der statistisch erfassten Lokführer als arbeitssuchend gemeldet. Rein rechnerisch kann jeder arbeitslose Lokführer unter 1,4 Stellenangebote auswählen. Bundesweit sind lediglich 744 Lokführer erwerbslos oder arbeitssuchend. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Februar 418 Stellen offiziell ausgeschrieben. Die Experten des IW gehen jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer entsprechend hoch ist und möglicherweise doch eher rund 1000 Stellen unbesetzt sind. Auch das Argument der unterschiedlichen regionalen Verteilung dieser Arbeitslosigkeit ließen die IW-Experten nicht gelten. "Regionale Mobilität sollte bei einem Beruf wie Lokführer eigentlich keine größere Hürde darstellen", hieß es dazu abschließend.

























