27. 05. 2012
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Mehr Musik in Kindergärten: Ein Schulungsprojekt geht zu Ende
Die Fortbildung lief bereits zum dritten Mal. Am heutigen Freitag erhielten weitere zehn Erzieherinnen an städtischen Kindertagesstätten ihre Urkunde mit dem Nachweis, dass sie nun eine Qualifikation in Musik-, Bewegungs- und Rhythmusschulung haben. Unter den frisch gekürten Lehrgangsabsolventinnen befand sich mit Arno Wallstabe auch ein männlicher Teilnehmer. An sein Dasein als "Hahn im Korb" sei er bereits gewöhnt, insofern habe ihm der Kurs mit ausschließlich weiblichen Teilnehmerinnen nicht ausgemacht. "Ich bin sehr zufrieden mit der Weiterbildungsmaßnahme. Nach weit über zehn Jahren nach meiner Ausbildung war eine solche Schulung notwendig", räumte der Erzieher an der städtischen Kindertagestätte im Kölner Vorort Lövenich ein. Das Besondere an diesem Kurs war, dass man das an den Freitagen Erlernte sofort am Montag im praktischen Einsatz einsetzen konnte. "Das hat mir ausgesprochen viel gebracht", so Wallstabe weiter.
Insgesamt besuchten die Teilnehmer an 15 Freitagen jeweils zwischen 9 und 16 Uhr das Kursangebot. Geschult wurde in insgesamt sechs Segmenten, das Modul "Integration" sollte den Teilnehmern zum Ende hin ein paar didaktische Tipps mit auf den Weg geben, wie sich die Einzelmodule noch pragmatischer miteinander kombinieren oder verbinden lassen, erläuterte die Fachbereitsleiterin Musik, Hanna Keßeler. Und so führten die zehn Absolventinnen und Absolventen unter der Begleitung eines Musikdozenten gleich mehrere Kostproben vor, zwei Musikstücke und eine Bewegungsaufführung zur Musik von Wolfgang Amadeus Mozart ("Entführung aus dem Serail"). Auch ZMI-Geschäftsführer Axel Bitterlich war von dem Projekt begeistert. "Das Projekt ist außerordentlich sinnvoll, weil es so viele Facetten hat. Außerdem war es ausgesprochen nachhaltig, weil es Theorie und Praxis ideal miteinander verbindet, Uns war sofort klar, wir müssen das Projekt fördern", so der Hauptzuschussgeber. Zum Abschluss gab es einen ganz Tag lang "Prüfung". Ein paar der Projektarbeiten konnten am heutigen Freitagnachmittag bei der Urkundenübergabe bereits bewundert werden. Auch eine praktische Lehrprobe mussten die Anwesenden abliefern. Bestanden haben indes alle diesen Kurs.
Auch Hanna Keßeler, Fachbereichsleiterin Musik bei der Volkshochschule (VHS) zeigte sich dankbar, dass der Kurs zustande gekommen ist. Neben der VHS, die unter anderem die Räumlichkeiten bereit stellte, wurde das Weiterbildungsprojekt vom Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) sowie mit einem kleineren Teil vom Kölner Jugendamt finanziert. Als weiterer Kooperationspartner stellte die Rheinische Musikschule Köln die Musikdozenten. In diesem Jahr haben insgesamt 14 Erzieherinnen und Erzieher teilgenommen, in den beiden Vorjahren waren es mit 18 und 17 etwas mehr. "Wir spüren die angespannte Situation in den Kindergärten", begründete Keßeler den Rückgang der Besucherzahlen. Ob das Projekt auch im kommenden Jahr wieder stattfinden wird, steht allerdings nicht nur wegen der angespannten Haushaltssituation derzeit noch nicht fest. Dass es Bedarf an einer weiteren Schulungsmaßnahme gibt, daran hatten die Beteiligten keinerlei Zweifel. In Köln gibt es 225 Kindertageseinrichtungen mit rund 3000 Beschäftigten. Nach drei Kursen sind nicht einmal 50 Beschäftigte in diesem so wichtigen Feld fortgebildet. Zumindest an jeder Kindertageseinrichtung wäre eine solche Fachkraft wünschenswert, hieß es dazu aus dem Jugendamt.

























