27. 05. 2012
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NRW: Arbeitsagenturen führen anonymisiertes Bewerbungsverfahren ein
Ab dem 1. September dieses Jahres will die NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit ein neues anonymisiertes Bewerbungsverfahren für Nachwuchskräfte einführen. Damit soll auch im eigenen Haus die kulturelle Vielfalt und Chancengleichheit erhöht werden, teilte die Regionaldirektion am vergangenen Freitag in einer Presseerklärung mit. Ziel dieses Modellprojekts ist es, die kulturelle Vielfalt und Chancengleichheit innerhalb der Bundesbehörde zu stärken. Das sei zwar schon lange fester Bestandteil der eigenen Geschäftspolitik. Bereits im Jahr 2007 hatte die Bundesagentur die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Mit dem neuen Bewerbungsverfahren wolle man als erstes Bundesland nun Neuland betreten, hieß es dazu weiter. Start der Maßnahme ist der 1. September mit Trainees für den Nachwuchs in den Führungsetagen der Arbeitsagenturen.
"Auch wenn das Auswahlverfahren bei der Bundesagentur für Arbeit schon lange diskriminierungsfrei und auf die vielfältige Mischung unserer Nachwuchskräfte hin konzipiert ist, betreten wir mit dem Modellversuch wichtiges Neuland", erläuterte Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW. Man wolle die Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der deutschen Gesellschaft in den eigenen Reihen abbilden, so Schönefeld weiter. Dabei gebe es durchaus Nachholbedarf. So haben derzeit in den Arbeitsagenturen im bevölkerungsreichsten Bundeslandes lediglich rund acht Prozent der Beschäftigten einen Zuwanderungshintergrund. Das bilde nicht den realen Anteil dieser Gruppe in der Gesellschaft ab. Durch das anonymisierte Verfahren soll dieser Anteil nun erhöht werden, hofft nicht nur Schönefeld. Im Kern geht es vor allem darum, Menschen mit Zuwanderungshintergrund auch den Zugang zu Leitungspositionen zu öffnen.
Anders als bisher werden die wesentlichen Persönlichkeitsdaten des Führungsnachwuchses der Bundesagentur anonymisiert: Namen, Fotos, der Geburtstag oder andere Daten, die auf die Person hinter der Bewerbung zurückschließen lassen, bleiben verborgen. Das Ganze geschieht in einem Verfahren, bei dem alle relevanten Passagen manuell geschwärzt werden. Ziel ist, dass bei gleicher Eignung keine Möglichkeit der Diskriminierung einzelner Personengruppen besteht. In diesem Jahr rechnet die Regionaldirektion NRW mit rund 2000 Bewerbungen, die auf diese Weise anonymisiert werden sollen. Das Verfahren wird in der ersten Phase der Bewerbungen angewendet. Ab der zweiten Auswahl-Phase ist die persönliche Vorsprache der Bewerber notwendig. Ähnliches habe man auch mit dem Bewerbungsverfahren für Studienplätze an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) vor. In den beiden Studiengängen Arbeitsmarktmanagement und Beschäftigungsorientierte Beratung & Fallmanagement können geeignete Abiturienten bei einem Anfangsverdienst von 1470 Euro Monatsgehalt innerhalb von drei Jahren den international anerkannten Bachelor of Arts erwerben, so die Regionaldirektion abschließend.


























