27. 05. 2012
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Speed-Dating nun auch bei der Handwerkskammer
In modernen Zeiten verschieben sich die Begrifflichkeiten. Was früher als Vorstellungsgespräch mit Zeitlimit umschrieben wurde, wird heute mit dem neudeutschen Wort "speed dating" umschrieben. Nun ist auch die Handwerkskammer Köln auf diesen Zug aufgesprungen und hat in der Business Lounge Nord des Rheinenergie-Stadions die erste Ausgabe einer solchen Veranstaltung absolviert. In zwei Blöcken konnten sich die angehenden Auszubildenden neben dem Blick auf das Spielfeld im Kölner Schmuckkästchen auch gleich einen der 23 Ausbildungsangebote zu Gemüte führen. In acht Minuten besteht dabei nach einem zuvor festgelegten Ablaufplan die Gelegenheit, in einem Gespräch mit den Personalverantwortlichen von Unternehmen aus dem Kammerbezirk Tuchfühlung aufzunehmen und sich aus erster Hand über die verschiedenen Ausbildungsberufe zu informieren. "Für uns ist das ein spannendes neues Feld und eine neue Form der Bewerbungsmöglichkeit", führte der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Dr. Ortwin Weltrich, aus.
Demografischer Wandel wirft Schatten
Dabei steht das Handwerk vor einer riesigen Herausforderung. Wie andere Unternehmen auch, müssen sich die Handwerksbetriebe im Kampf um die besten Talente durchsetzen. Außerdem gilt es schon jetzt, die Weichen für den bevorstehenden doppelten Abiturjahrgang zu stellen. "Wir wollen den Fachkräftemangel erst gar nicht zulassen", begründete Weltrich seinen offensiven Ansatz. Immer mehr Auszubildende absolvieren dabei nach der Fachhochschulreife oder dem Abitur eine duale Berufsausbildung. Nach sechs Prozent im Jahr waren es im zurückliegenden Ausbildungsjahr bereits 8,2 Prozent. Ziel ist es, dass jeder zehnte neue Ausbildungsvertrag mit einem Abiturienten besetzt wird.
Eine weitere Zielgruppe der Ansprache sind Jugendliche und junge Erwachsene mit Zuwanderungshintergrund. Auch hier sind die Handwerksbetriebe gerade erst dabei, verlorenes Terrain aufzuholen. Nach acht Prozent ein Jahr zuvor sind es im laufenden Ausbildungsjahr immerhin 1343 junge Nachwuchskräfte, die aus Familien mit Zuwanderungshintergrund stammen. Somit setzt sich auch in diesem Jahr der Trend der vergangenen beiden Jahre fort. Von dem bisherigen Höchstständen Mitte der 90er Jahre ist man allerdings noch weit entfernt.
Für die beiden Freundinnen Meryen (18) und Burcin (17) ist der Tag eine wichtige Gelegenheit, die eigenen Kompetenzen auf dem Parcours anzutesten. Beide besuchen derzeit das Erich-Gutenberg-Berufskolleg und wollen in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz sichern. Während die 17-jährige Burcin sich auch eine Fortbildung zur Innenarchitektin vorstellen kann, ist für Meryen auf jeden Fall eine kaufmännische Ausbildung angesagt. Beide interessierten sich aber vor allem für den Ausbildungsberuf zur Bürokauffrau. "In der Höheren Handelsschule machen wir viel BWL und Rechnungswesen. Mir macht das Spaß", bekannte die 17-Jährige Berufsschülerin. "Ich habe bereits ein Praktikum bei einem Steuerberater hinter mir. Dabei dürfte ich sogar mit Kunden sprechen", erläuterte die 18-jährige Meryen. Wie die meisten anderen auch hatten beide auch gleich eine Bewerbungsmappe mit dabei.
Weitere Informationen zum Ausbildungsangebot der Kölner Kammer und die dahinterliegende Ausbildungsbörse finden sie auch im Internet unter: www.berufsinfo.org.

























