27. 05. 2012
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Tarifkonflikt bei Tageszeitungen erzielt Einigung
17 Stunden hatten beide Seiten miteinander gerungen. Am Ende gab es einen Kompromiss, der nach den Äußerungen im Vorfeld nicht unbedingt zu erwarten war. Wie beide Seite nach dem Ende der Verhandlungen erklärten, erhalten die Redakteure jeweils zum 1. Oktober 2011 und zum 1. Februar 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Am 1. Mai 2012 steigen die Gehälter linear um 1,5 Prozent. Die Honorare der Freien im so genannten 12a-Tarifvertrag sollen um jeweils zwei Prozent zum 1. Oktober 2011 und zum 1. August 2012 angehoben werden. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertrags soll bis 31. Juli 2013 dauern. Deutscher Journalisten-Verband, ver.di und Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger vereinbarten darüber hinaus, dass der Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft gesetzt wird und frühestens zum 31. Dezember 2013 kündbar ist. Gleiches gilt auch für die Regelungen zur Altersversorgung. Die kann erstmals Ende 2013 gekündigt werden.
In den Vormonaten hatte es vor allem wegen der geplanten Kündigung des Manteltarifvertrags heftige Proteste gegeben. Mit der Verlängerung der Fristen ist das Problem zeitlich nach hinten verlegt, keinesfalls aber gelöst. Trotzdem bewerteten die Gewerkschaften dieses Ergebnis als Erfolg. "Den von den Verlegern seit Monaten geforderten Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger wird es nicht geben", meldete die Gewerkschaften. Als Zugeständnis stimmten die Arbeitnehmervertreter unter bestimmten Bedingungen einer Klausel zur Beschäftigungssicherung zu, die von Verlagen in nachgewiesenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten genutzt werden kann. Sie sieht vor, dass unter Beteiligung der Gewerkschaften in Krisensituationen einzelner Verlage die Sonderzahlungen für Redakteure um maximal 50 Prozent eines Monatsgehalts für maximal zwei Jahre abgesenkt werden. Als Gegenleistung sind die Arbeitsplätze der Journalisten im Jahr der Absenkung und im Folgejahr gesichert, hieß es dazu weiter.
Die Gewerkschaft DJU bezeichnete das Tarifergebnis als "annehmbaren Kompromiss zum Erhalt des Flächentarifvertrags", wie DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring nach dem Ende der Sitzung ausführte. Die Verhinderung des Dumping-Tarifvertrags für Berufseinsteiger und Jobwechsler wertete die Gewerkschaft selbst als voller Erfolg. "Das ist das Verdienst von Tausenden Journalistinnen und Journalisten, die mit ihren Streiks den Angriff der Verleger auf die Tarifverträge und die Berufsperspektive der Jungen abgewehrt haben", so Döhring weiter. Gestern protestierten bundesweit rund 2000 Mitglieder der Redaktion gegen die geplanten Kürzungen und erhöhten so den öffentlichen Druck auf die Arbeitgeberseite. Nun sollen die Streiks eingestellt werden, das jedenfalls hatte die DJV-Tarifkommission nach dem Ende der Verhandlungsrunde allen Landesverbänden mitgeteilt, wie es dazu weiter hieß.
Die "Große Tarifkommission" muss dem Kompromiss auf seiner Sitzung am 19. September allerdings noch zustimmen.
























