27. 05. 2012
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TNT-Mitarbeiter wollen einen Mindest-Stundenlohn von 9,80 Euro
(js) Wieder einmal war die Kampfente der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Köln im Einsatz. Diesmal in ihrem Tross: eine Handvoll Mitarbeiter des Logistik-Unternehmens TNT Post. Mit ihrer Flashmob-Demonstration vor Hauptbahnhof und Dom wollten sie auf schlechte Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung aufmerksam machen. Ihre Forderung: ein Mindest-Stundenlohn von 9,80 Euro, wie er mit der Post AG vereinbart wurde.
"TNT zahlt knappe 7,50 Euro", erklärte Verdi-Fachsekretärin Herma Janßen. "Da es kaum Vollzeitarbeitsverträge gibt, liegt der Monatslohn oft unter dem Existenzminimum. Viele Beschäftigte sind deshalb auf Aufstockung nach Hartz IV angewiesen." Ein Zusteller, der mit dem Rad in Köln Post ausliefert, führte aus: "Mein Arbeitsvertrag läuft über 25 Wochenstunden. Mit Überstunden sind es de facto 35 bis 40. Für jede Überstunde gibt es 1,93 Euro zusätzlich. Zusammen komme ich im Monat im Schnitt auf 650 Euro." Andere berichten, dass es Sommerkleidung oft erst im Winter gibt und Winterkleidung auch mit mehreren Monaten Verspätung gestellt wird. Versprechen auf Vollzeitjobs würden ebenso wenig gehalten wie für Weihnachtsgeld oder Zuschläge für das Zustellen schwerer Kataloge.
Außerdem, so klagte die Verdi-Sekretärin, würde die Gründung von Betriebsräten widerrechtlich behindert. In Köln klage man derzeit auf Herausgabe der Mitarbeiterliste, in Krefeld habe TNT verboten, die Wahl im Betriebsgebäude durchzuführen. Dem Präsidenten des Arbeitgeberverbandes NBZ (Neue Brief- und Zustelldienste) Florian Gerster, ehemals Leiter der Bundesarbeitsagentur, warf Janßen vor, er habe einen fest vereinbarten Verhandlungstermin für einen Tarifvertrag platzen lassen.

























