27. 05. 2012
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Urkunden für 10 Jahre Lernpartnerschaft
Die Edith-Stein-Realschule im Kölner Norden pflegt seit inzwischen schon zehn Jahren eine Partnerschaft im Rahmen der IHK-Initiative KURS. Partner der Schule ist dabei seit inzwischen einem Jahrzehnt der Kölner Autobauer Ford. Beide Kooperationspartner wurden am gestrigen Freitag in den Räumen der Kölner IHK für ihre langjährige Zusammenarbeit mit einer Urkunde gewürdigt. Das Kölner Motorenwerk des Autobauers und die weiterführende Kölner Schule gehörten damit zu den ersten Schulen überhaupt, die im Rahmen dieser Initiative zugegriffen haben. "Wir wollen mit den Partnerschaften auch weiterhin mehr ökonomische Bildung in die Schulen tragen", erläuterte der Geschäftsführer der Kammer und Ausbildungsexperte Gregor Berghausen vor der Ehrung. Inzwischen zählt die Kammer im Regierungsbezirk (Köln,Bonn und Aachen) rund 400, in Köln alleine rund 60 KURS-Partnerschaften. Trotz der nie zuvor vorhandenen Angebotsfülle scheinen die angehenden Nachwuchskräfte bei ihrer Suche nicht selten "desorientiert", wie der IHK –Experte weiß. So sind praktische Beispiele wie das der nun gewürdigten Zusammenarbeit auch deshalb so wichtig, weil Missverständnisse oder falsche Vorstellungen bereits vor dem Start in den neuen Lebensabschnitt erfahrbar gemacht werden können. So dient eine solche KURS-Partnerschaft auch als Berufsorientierung für die 14- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schüler.
Auch für den Geschäftsführer des KURS-Zentralbüros, Dr. Christoph Merschhemke, ist die IHK-Initiative inzwischen eine Erfolgsgeschichte. "KURS ist das maßgebliche Programm für die Vernetzung von Schule und Unternehmerschaft. Dieser Schulterschluss funktioniert sehr gut", so das Eigenlob des KURS-Verantwortlichen. Tatsächlich aber bringt die Partnerschaft neben interessanten Ausflügen vor allem eines: Den Blick aus dem Schulalltag hinein in das zukünftige Berufsleben. So weiß beispielsweise Ilhan, der derzeit noch die zehnte Klasse an der Edit-Stein-Realschule besucht, dass er nicht bei den Fordwerken anfangen will, obwohl die Angebote durchaus interessant waren. "Ich werde noch weiter auf die Schule gehen", erklärte Ilhan weiter. So wie er planen auch seine Schulnachbarn Nora und Mohammed. Zwar versuchten die IHK-Verantwortlichen darauf hinzuweisen, dass auch nach dem Abschluss der Realschule die Chancen auf eine Lehrstelle nicht geringer ist. Das allerdings scheint derzeit in vielen Familien in Zweifel gezogen zu werden. Um den bestmöglichen Start ins Berufsleben zu garantieren, scheint in vielen Köpfen noch der Wunsch nach einem höherwertigen Schulabschluss zu stehen. Dabei stellt die IHK fest, dass gerade unter den Schulabgängern von Realschulen überdurchschnittlich häufig ein weiteres Schuljahr folgt. "Wenn dies mit einer Perspektive verbunden ist, dann ist das Okay. Wenn die Schülerinnen und Schüler aber ohne konkrete Aussichten in die Berufskolleg gehen, müssen wir uns Gedanken machen", so Wilma Wojzczak vom Ddezernat Realschulen bei der Kölner Bezirksregierung.
Für die Schulen selbst und die Schülerinnen und Schüler geht es im Rahmen der KURS-Partnerschaft eine mehrjährige abgestufte Zusammenarbeit. Schon in der 7. Klasse findet die erste eintägige Erkundung in den nicht weit entfernten Ford-Motorenwerken statt. In der folgenden Klasse gibt es bereits eine Trennung nach Geschlechtern, für Jungs und Mädchen gibt es jeweils unterschiedliche Termine. Dies muss jedoch nicht zwangsläufig dazu führen, dass Frauen in technischen Berufen nichts verloren haben. Genau das Gegenteil ist der Fall. Der Kölner Automobilproduzent gehört zu den Vorzeigeunternehmen, die Förderung von Frauen in technischen Berufen bereits seit Jahren erfolgreich vorantreiben. Zeigen die Jugendlichen dann weiter gehendes Interesse, gibt es die Möglichkeit auf ein Schulpraktikum in den Oster- und Herbstferien. In der neunten Klasse schließt sich dann ein weiteres Praktikum über einen Zeitraum von drei Wochen an. Zahlen, wie viele Schülerinnen und Schüler aus der Edith-Stein-Realschule tatsächlich bei Ford ihre Ausbildung begonnen haben, ließ sich zwar von den Verantwortlichen nicht nachvollziehen. Aber auch wenn es nach Praktika, Übungen und Vorbereitungsgesprächen mit Azubis und den Verantwortlichen vor Ort nicht zu einer Vermittlung in einen Ausbildungsplatz kommt, muss das nicht zwangsläufig negativ zu werten sein. "Wir sehen den Vorteil einer solchen Partnerschaft in der Verbesserung der Übergänge, aber auch in der praktischen Vermittlung von Unterrichtsinhalten in der Wirtschaft", erklärte Werner Scheffler, Leiter der Abteilung Dienstleistung beim Verein Ford Aus- und Weiterbildung e.V.. Genau wie der Leiter des Ford-Motorenwerks, Theo Streit, ziehen die Ford-Vertreter ein positives Fazit. "Wir haben hier eine Verantwortung für unser Umfeld", so Werksleiter Streit. Die inhaltliche Zusammenarbeit erstreckt dabei nicht nur auf Physik und Mathematik, wie Schulleiterin Dorothee Gooßens abschließend anmerkte.

























