27. 05. 2012
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Warnstreik in der Touristikbranche
(ehu) Unter dem Motto "Traumberuf mit Alptraumgehältern" hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Beschäftigten der Tourismusbranche am Samstag zu einem dreistündigen Warnstreik aufgerufen. Auf dem Neumarkt informierte sie im Rahmen bundesweiter Aktionstage über die laufenden Tarifverhandlungen. Verdi fordert 3,5 mehr Gehalt, der Deutsche Reiseverband (DRV) will dagegen das Einstiegsgehalt um 10 Prozent senken sowie den leistungsbezogenen Anteil am Gehalt erhöhen. Das Einstiegsgehalt nach dreijähriger Lehre beträgt derzeit rund 1.700 Euro brutto, in der höchsten Gehaltsstufe werden 2.500 Euro gezahlt.
"Diesen Beruf kann man nicht ohne Ausbildung ausüben", erklärte Gaby Landen, die Verdi bei den Tarifverhandlungen vertritt. "Wir haben gerade mit dem DRV und dem Bundesinstitut für Bildung ein neues Berufsbild für den Touristik-Fachwirt entwickelt." Es soll im August in Kraft treten und "verlangt nach anständiger Bezahlung", so Landen. Zwar werden nach ihren Angaben immer noch 90 Prozent aller Reisen über ein Reisebüro vermittelt, doch wächst die Konkurrenz durch Online-Buchungen. Außerdem leidet die Branche unter Kostendruck und sinkenden Provisionen, was bei den Beschäftigten zu verstärktem Leistungsdruck führt, erläuterte ein Reisebüro-Angestellter, der eigens aus Wuppertal angereist war. Ein Beratungsentgelt habe sich bei den Kunden nicht durchsetzen lassen.
Bundesweit arbeiten gut 80.000 Menschen in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern. In Köln sind es etwa 4.500, davon cirka 600 bei REWE-Touristik, die anderen bei den Anbietern von Spezialreisen und zahlreichen kleinen Reisebüros. Die Kleinteiligkeit der Branche erschwert es der Gewerkschaft, die Beschäftigten zu organisieren. Vor diesem Hintergrund zeigte sich die Kölner Verdi-Fachsekretärin Claudia Hegeler aber mit dem Warnstreik "zufrieden".

























