27. 05. 2012
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Wenn Mama wieder arbeiten will
(ehu) "Ich bin ein gutes Beispiel", stellt sich Dagmar Melzer vor. Vor einem halben Jahr hat sie den Kurs "Mit Kompetenz agieren" absolviert. Jetzt hat die 51-Jährige Mutter zweier erwachsener Söhne einen Job in einer Pflegeeinrichtung. "Ich mache genau, was ich wollte", sagt die studierte Sozialarbeiterin. Dabei sah es gar nicht gut für sie aus, als sie nach 20 Jahren "Familienphase" wieder zurück in ihren alten Beruf wollte.
Wie ihr geht es vielen Frauen: Sie haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, dann kommt die Familie. Wenn die Kinder aus dem Haus sind und die Mütter einen Job suchen, ist für die meisten der Arbeitsmarkt verschlossen. Sie zweifeln an ihren Fähigkeiten, viele Arbeitgeber lehnen sie ab: Zu alt, die Kenntnisse nicht auf dem neuesten Stand – so die Argumente, die von den Frauen oft genug übernommen werden.
Die Berufsrückkehrerinnen können dem Facharbeitermangel abhelfen
Unverantwortlich findet das Peter Welters, scheidender Direkter der Kölner Agentur für Arbeit, die diese Kurse seit drei Jahren in Kooperation mit mit der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) anbietet. "Angesichts des demografischen Wandels und des drohenden Facharbeitermangels kann es sich unsere Wirtschaft nicht leisten, auf die Kompetenz dieser Frauen zu verzichten."
Mit Kompetenz meint er nicht nur die Berufsausbildung, sondern auch Fähigkeiten, die eine Hausfrau und Mutter haben muss. "Wer einen Haushalt gut führen will, braucht Selbstdisziplin, er muss organisieren und kommunizieren können", beschreibt Coach Obiageli Njoku, die Fähigkeiten, die auch für das Berufsleben wichtig seien. Diese und andere Fähigkeiten zu erkennen, dazu auch Wünsche und Ansprüche, dabei sie hilft den Frauen. Ist erst einmal die "seelische Seite" gestärkt, können bei Bedarf gezielte Weiterbildungskurse die Jobsuche unterstützen.
Die Arbeitsagentur will die Kurse trotz Sparmaßnahmen fortführen
Drei Wochen dauert ein Kurs "Mit Kompetenz agieren", vier Stunden täglich. Die vier Kurse im Jahr besuchen im Schnitt 50 Frauen. Ungefähr 60 Prozent von ihnen fanden anschließend einen Arbeitsplatz, schätzt Njoku. Beim letzten Kurs seien es sogar zehn von elf gewesen. "Ein erfolgreiches Programm", findet Welters. Und verspricht, ihn trotz Sparmaßnahmen fortzuführen. Der nächste Kurs beginnt im September.
Weitere Informationen finden sie im Internet unter: www.wiedereinstieg.nrw.de.
www.perspektive-wiedereinstieg.de

























