27. 05. 2012
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Wieder Warnstreik bei Kölner Tageszeitungen
(ehu) Zum zweitenmal während der laufenden Tarifverhandlungen traten gestern Tageszeitungsredakteure in einen ganztägigen Warnstreik. Zur zentralen Veranstaltungen für NRW-Süd trafen sich am Donnerstag vor dem Kölner DGB-Haus knapp über hundert Journalisten, solidarisch unterstützt von Verlagsangestellten und Druckern. Letztere kamen sogar aus dem niederrheinischen Geldern. In Aachen kam es zu einer Kundgebung vor dem dortigen Verlagshaus. Über 400 Streikende waren es nach Gewerkschaftsangaben bei der Parallelveranstaltung für das Ruhrgebiet in Schwerte.
Aufgerufen zu der Protestaktion hatten die beiden Journalistengewerkschaften deutsche journalisten-union (dju in Verdi) und der Deutsche Journalistenverband (DJV). Sie fordern 4 Prozent mehr Gehalt. Die Verleger bieten stattdessen einen neuen Tarifvertrag an, der um 25 Prozent unter dem derzeitigen liegt. Er soll vor allem für Neueinsteiger sowie bei einem Arbeitsplatzwechsel gelten. Ein "widerliches Angebot" nannte dies in Köln der dju-Bundesvorsitzende Ulrich Janßen.
Lohnforderung von 4 Prozent ist "bescheiden", so dju-Vorsitzender Janßen
Die Gewerkschaftsforderung von 4 Prozent sei demgegenüber "bescheiden" angesichts einer Inflationsrate von 2,5 und einem Wirtschaftswachstum von über 3 Prozent. "Das Verlegerangebot ist ein Angriff auf unser Berufsbild", sagte Janßen. Durch Gehaltverzicht, Personalabbau, Arbeitsverdichtung und Rationalisierung hätten die Journalisten in den letzten Jahren zur "außerordentlich respektablen Gewinnsituation" der Verlage beigetragen. "Nach dieser Rendite würden sich andere Branchen die Finger lecken", ergänzte DJV-Landesvorsitzender Helmut Dahlmann.

























