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27. 05. 2012
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Zahl der Arbeitslosen bleibt über der 50.000-Marke


30.06.2010 11:20 von:

Schlagwörter: Köln,Arbeitslosigkeit,Juni,2010,Arbeitslosenquote,Unterbeschäftigung,Qualifizier

Die Zahl der Arbeitslosen in der größten NRW-Kommune Köln ist im Juni um 152 gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. 50.336 erwerbsfähige Personen waren damit in Köln als arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 9,9 Prozent auf dem Niveau des Vormonats. Im Mai war die offizielle Arbeitslosenquote erstmals seit Beginn der statistischen Berechnungen unter die Zehn-Prozent-Marke. Bundesweit setzte sich hingegen der Trend sinkender Arbeitslosenzahlen weiter fort. Wie die Bundesagentur in Nürnberg am heutigen Mittwoch berichtete, sank die offizielle Arbeitslosigkeit um 88.000 auf jetzt 3,153 Millionen. Damit sank auch die offizielle Arbeitslosenquote von 7,7 auf 7,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren das mehr als eine Viertel Million (257.000) weniger, so die Bundesagentur. Auch in Nordrhein-Westfalen entwickelten sich die Arbeitslosenzahlen etwas positiver als in der größten Stadt des Landes. Hier ging nach amtlichen Angaben die Zahl der Arbeitslosen von 783.520 auf 774.450 zurück. Allerdings blieb auch in NRW die Quote mit 8,6 Prozent unverändert.

Ungeachtet der nationalen und regionalen Vergleichszahlen zogen die Verantwortlichen der Kölner Arbeitsagentur ein positives Fazit zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im vergangenen Monat. Im Gegensatz zum Land und Bund lag die Arbeitslosenzahl mit 6,8 Prozent deutlich stärker unter dem Vorjahreswert. Im Juni 2009 waren in Köln noch 3693 Personen mehr als arbeitslos registriert. Allerdings räumte der Sprecher der Kölner Agenturgeschäftsführung, Peter Welters, auch ein, dass die Fortsetzung des Abbaus der Arbeitslosigkeit im Juni durchaus "saisonüblich" sei. Die derzeitige Entwicklung sei demnach "robust", die wichtigsten Indikatoren "positiv". Doch liegen weiterhin Wolken am Kölner Arbeitsmarkthimmel. "Bei allem Optimismus darf nicht verkannt werden, dass unsere Arbeitsmarktpolitik nach wie vor stabilisierend auf den Markt wirkt", erklärte Welters weiter. Ohne die Aktivitäten zum Beispiel zur Qualifizierung, herrscht in Köln weiterhin ein relativ hohes Maß an Unterbeschäftigung. Dessen Quote lag im Juni mit 14,2 Prozent oder rund 73.000 sogar auf einem neuen Rekordniveau. Rechnet man die – allerdings geringer werdende – Kurzarbeit hinzu, läge die Zahl noch etwas höher. Damit hat sich die "Unterbeschäftigung" im Gegensatz zum Vormonat um etwas mehr als 1000, im Vergleich zum Vorjahr sogar um 6246 erhöht, wie die Agentur einräumen musste.

Trotz der Frühjahrsbelebung und der langsam wieder anziehenden Arbeitsmarktkonjunktur gebe es auch im Bereich der Langzeitarbeitslosen eher einen Trend zur Verfestigung. Zwar lag die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Juni um 3,3 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (betreut durch das Kundenzentrum der Arbeitsagentur) ist hingegen ein Anstieg von 17,4 Prozent zu verzeichnen. Welters forderte ein Festhalten am Kurs der Arbeitsagentur, Langzeitarbeitslose mit Qualifizierung und Unterstützung "fit" für den Arbeitsmarkt zu machen. Auch in präventiven Maßnahmen dürfe man nicht nachlassen. Immer noch haben 42 Prozent der im Kundenzentrum der Agentur betreuten jüngeren Arbeitslosen (unter 25) keine berufliche Ausbildung. Dabei ist gerade eine gute Ausbildung der Schlüssel für eine erfolgreiche Vermittlung in eine Stelle, betonten die Kölner Arbeitsvermittler. Angesichts der überraschend deutlichen Konjunkturbelebung in diesem Frühjahr gehen die Agenturverantwortlichen allerdings davon aus, dass sich im zweiten Halbjahr die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal deutlich erhöhen wird. Davon werden insbesondere die jüngeren Arbeitslosen profitieren, die nach abgeschlossener Lehre von ihren Ausbildungsbetrieben nicht übernommen werden und sich nun in den Sommermonaten arbeitslos melden. Schon in diesem Jahr war das spürbar. So sank die Zahl der Jugendarbeitslosigkeit im Bereich der von der Agentur direkt betreuten Jugendlichen gar um 35,4 Prozent oder 611.

Insgesamt gingen gegenüber dem Vorjahresmonat die Arbeitslosenzahlen sowohl im Kundenzentrum der Agentur, wie auch in der ARGE weiter zurück. So betreute die Arbeitsagentur direkt 11.506 Arbeitslose im Juni 2010, in der ARGE selbst waren es im Berichtsmonat 39.414, oder 1,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Als positiv vermerkten die Kölner Arbeitsvermittler hingegen, dass die Zahl der Arbeitsaufnahmen im vergangenen Monat gegenüber Juni 2009 leicht auf 2519 angestiegen ist. Allerdings waren davon in erster Linie Erwerbsfähige betroffen, die im Kundenzentrum der Agentur und damit deutlich kürzer arbeitslos waren. In der ARGE verringerte sich die Zahl der Arbeitsaufnahmen im ersten Halbjahr auch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich um sechs Prozent oder 293 Personen. Deutlich gestiegen ist hingegen die Zahl der gemeldeten offenen Stellen. Sie lag im gesamten ersten Halbjahr mit 14.313 um mehr als ein Fünftel (+ 21,4 Prozent) über dem Vorjahreswert. Die Zahl der offenen Stellen im Juni war mit 6550 ebenfalls deutlich größer als vor einem Jahr. Besonders Ingenieure, aber auch Ordnungs- und Sicherheitsberufe, sowie Berufe der Metall- und Elektrobranche waren überdurchschnittlich häufiger gefragt, so die Arbeitsagentur weiter.







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