27. 05. 2012
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Die dunklen Seiten der Luxusdampfer auf Rhein und Donau
(js) Vier-Bett-Kabinen ohne Fenster, ein Badezimmer für zehn Personen, 17 Stunden Arbeit pro Tag, zehn Monate am Stück ohne freie Tage: Die Arbeitsbedingungen im Gastronomie- und Hotelbereich von Flusskreuzfahrtschiffen sind "oft unmenschlich", so Myriam Chaffart von der Europäischen Transportarbeiter-Föderation ETF. Dazu eine schlechte Bezahlung, die nur durch Trinkgeld aufgebessert werden kann. Die meisten Beschäftigte kommen aus europäischen Nicht-EU-Ländern oder aus Ost-Asien, aus Angst um ihren Job beschweren sie sich nicht. Mit dem Kölner ver.di-Sekretär Torsten Seebold besucht sie in diesem Monat die Besatzungen von Luxusschiffen an Rhein und Donau. Ziel ist, möglichst viele Informationen zu sammeln, die dann als Grundlage für künftige Tarifverhandlungen dienen können. Am Mittwoch machten sie Station in Köln.
Mit ihrem Wohnmobil standen sie am Rheinufer. Direkt ihnen gegenüber hatte die MS "Wappen von Köln" der Köln-Düsseldorfer am Ufer festgemacht. Registriert ist sie in Malta. Diese "Ausflaggung" ermöglicht es den Reedereien, unbehelligt etwa von deutschen Gesetzen die Arbeits- und Lohnbedingungen festzusetzen. Die rund 45 großen Reedereien an Rhein und Donau machen mit ihren etwa 200 Schiffen davon reichlich Gebrauch. So hat etwa die Münchener Premicon AG 13 ihrer 20 Schiffe in Malta registriert. Insgesamt sind in dieser Branche rund 4800 Menschen beschäftigt.
Lediglich das nautische Personal könne vom Fachkräftemangel profitieren, erklärte Seebold. Da die Branche relativ "unbeschadet" durch die Wirtschaftskrise gekommen sei, "können die Reedereien enorme Gewinnspannen erzielen". Anders als bei der Seeschiffahrt gebe es bei der Binnenschiffahrt noch keine allgemein gültigen Arbeitsbestimmungen, von Tarifverträgen ganz zu schweigen.

























