27. 05. 2012
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Fachmesse "Kind und Jugend" rechnet mit Rekorden
(ehu) Mit der Rekordzahl von über 930 Ausstellern – 80 Prozent davon aus dem Ausland – eröffnet am nächsten Donnerstag die Messe "Kind + Jugend 2011". Auch bei den Fachbesuchern hofft die Kölnmesse auf einen Rekord, will erstmals die 20.000-Grenze überschreiten. Vier Tage lang werden sie sich über die neuesten Trends vor allem bei Kindermode, -möbeln, -sicherheitssitzen und Spielzeug informieren.
Während die Messe boomt, ist der deutsche Fachhandel nur gebremst optimistisch. Er leidet vor allem unter der sinkenden Geburtsrate der letzten Jahre. Erst im Vorjahr gab es mit rund 13.000 einen leichten Anstieg gegenüber 2009, als 665.000 Kinder geboren wurden. Mit 1,36 Kindern pro Frau ist Deutschland Schlusslicht in der EU. Als Konsequenz mussten in den letzten fünf Jahren 350 Geschäfte und Kaufhausabteilungen für Kindertextilien schließen. Ihre Zahl ist damit auf 2150 gesunken.
Geht's um Kinderspielzeug, sitzt den Eltern das Geld locker
Dabei nahm der Umsatz bei Babyausstattung Kinderbekleidung zuletzt zu. Im Schnitt wird jedes Kind jährlich für fast 280 Euro eingekleidet. Bei Lernspielzeug und Spielwaren erhoffen sich die Händler in diesem Jahr eine deutliche Steigerung von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 330 Millionen Euro. Gefragt ist vor allem alles mit "pädagogischem Mehrwert" und Bewegungsspielzeug. Hier wurden 2010 pro Kind 158 Euro ausgegeben, vor sechs Jahren waren es nur 101 Euro.
Rückläufig war dagegen der Absatz von Kinderwagen, Kindersitzen und Umstandsmode. Bei Möbeln und Hygieneartikel gab es sogar zweistellige Umsatzrückgänge. Insgesamt geht es aber immer noch um einen Markt von geschätzten 3,5 bis vier Milliarden Euro.
Es leben die 70er Jahre! In der Kindermode ist retro angesagt
Wie die Erwachsenen, unterliegt auch die Kindermode wechselnden Trend. Aktuell sind wieder die 1970er Jahre angesagt: Stricksachen für die Mädchen, Ponchos, breite Schals, Kugelmützen, für die Jungen Hosen, Jacken und Anzüge aus Kord. Die Farbe Petrol ist für beide angesagt, dazu Knallrot für Mädchen, Grau und Braun für Jungen. Von großer bedeutung ist die Hersteller-Marke.
Im Kinderzimmer ist neben dem klassischen Weiß weiterhin Grau und Schlamm gefragt, aber auch helle Farben – außer Grün. Grundsätzlich achten die Erwachsenen verstärkt auf Sicherheit, Flexibilität, Funktionalität, Schadstofffreiheit und nachhaltige Materialien. Ob es bei eher stagnierender Nachfrage zu Preissteigerungen kommt, bleibt abzuwarten. Bei einer repräsentativen Stichprobe des Bundesverbandes des deutschen Textileinzelhandels konnten nur jeder dritte Händler für Babyausstattung und Kinderbekleidung höhere Preise durchsetzen.

























