27. 05. 2012
Seite drucken
Fair gehandelte Produkte verzeichnen Wachstum
Die Umsätze von fair gehandelten Produkten sind in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres weiter angestiegen. Das erklärte der Verein Trans Fair e.v. am gestrigen Montag auf der Ernährungsmesse Anuga, die derzeit in den Hallen der Kölnmesse statffindet. Die zunehmende Akzeptanz fair gehandelter Produkte sei ein wirksames Mittel, um der Verarmung weiter Kreise der Nahrungsmittelproduzenten in der so genannten Dritten Welt entgegen zu wirken, wie Vereinsvorstand Mathias Mogge ausführte. "Rund eine Milliarde Menschen leiden weltweit unter Hunger, durch fair gehandelte Produkte können viele von ihnen dem Kreislauf von Armut und Hunger entrinnen“, so Mogge weiter.
Im vergangenen Jahr lag der Gesamtumsatz der weltweit gehandelten, „fairen“ Nahrungsmittel bei 4,3 Milliarden Euro, gegenüber dem Jahr davon eine Steigerung von stolzen 26 Prozent. In Deutschland belief sich der Umsatz der „fairen“ Ernährungsprodukte auf immerhin 187 Millionen Euro im ersten Halbjahr. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet das einen Anstieg von immerhin 17 Prozent, wie der Verein weiter erklärte. "Verbraucher fordern Verantwortung von den Unternehmen und drücken das durch ihr Einkaufsverhalten aus. Fairtrade ist rundum nachhaltig und genießt daher ein hohes Vertrauen", ergänzte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Eine aktuelle Studie des Instituts GlobeScan bestätigt dies. Mit 93 Prozent vertraut der überwiegende Teil der Fairtrade-Käuferinnen und -Käufer dem Qualitätssiegel, das der Produktion und dem internationalen Handel dieser Produkte entsprechend nachvollziehbare Wertschöpfungsketten zumaß.
Unabhängig von der Umsatzentwicklung befördert das Geschäftsmodell des fairen Handels ein hohes Maß an Nachhaltigkeit. So zeigt beispielsweise die „Millenniumskooperative“, ein Kakao-Projekt der Welthungerhilfe in Sierra Leone, dass faire Handelsalternativen die ländliche Entwicklung positiv beeinflussen können. Das ist auch dringend notwendig, denn das Land in Zentralafrika ist nach jahrelangen Bürgerkriegen mit Tausenden von Toten derzeit wieder auf dem Weg der wirtschaftlichen Gesundung. Fair gehandelte Produkte ermöglichen hier den Aufbau dezentraler Versorgungsstrukturen und sorgt dafür, dass auch die Bauern vor Ort vom Lohn ihrer Arbeit leben können. "Lange produzierten die Bauern schlechte Qualität und verkauften ihre Ernte weit unter Wert an Zwischenhändler. Jetzt erzeugen sie gute Bio-Qualität und erhalten einen deutlich höheren Preis. Sie sind stolz und selbstbewusst geworden“, so Mogge weiter. Neben exotischen Produkten wie Kakao oder Kaffee tragen auch fair gehandelte Fruchtsäfte zum Umsatzzuwachs bei. Mit immerhin 20 Millionen Litern konnten so Prämiengelder in einer Gesamthöhe von 550.000 Euro in Sozial-Projekte fließen, wie der Verein abschließend betonte.

























