27. 05. 2012
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Jeder kann Sonnenstrom produzieren
(ehu) Für nur 50 Euro zum Produzenten von Ökostrom werden – die Kölner Genossenschaft "Energiegewinner" macht‘s möglich. Eine preiswerte Möglichkeit, dem Bekenntnis zu erneuerbarer Energie auch Taten folgen zu lassen. Im Juli hat die Genossenschaft auf dem Dach der Albert-Schweitzer-Schule in Weiß ihre erste Kölner Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen. Bei einer Spitzenleistung von 31,9 kWp erzeugt sie "den Jahresdurchschnittsverbrauch von vier 4-Personen- oder 6 Single-Haushalten", so Energiegewinner"-Vorstand Kay Voßhenrich. Und für die Genossenschaftsmitglieder ein Gewinn von drei Prozent, hofft er.
Und noch auf eine andere Art kann man zum Stromproduzenten werden: Man kauft ein Solarmodul und verpachtet es an die im Vorjahr gegründete Genossenschaft. Diese betreut es dann, hier sollen Rendite bis zu sieben Prozent möglich sein. 40 Mitglieder hat "Energiegewinner" derzeit, in Hannover und Witzenhausen laufen schon Solaranlagen zur Stromgewinnung. In Köln laufen die Planungen für die Käthe-Kollwitz-Schule in Brück und die Johannes Gutenberg-Realschule in Godorf.
2000 wurde beschlossen, städtische Dächer für Solarenergie bereit zu stellen
Hilfreich ist dabei ein Programm, das der Kölner Rat im Jahr 2000 beschlossen hat. Es sieht vor, dass über die Gebäudewirtschaft Dächer auf städtischen Gebäuden für die Installation von Solarenergieanlagen zur Verfügung gestellt werden. Dies sind vor allem Schulen, meist mit Flachdächern. Die Stadt selber hat schon acht Anlagen mit einer Gesamtleistung von 230 kW installiert, fünf weitere sind in Planung bzw. schon im Bau. 15 Dächer wurden bislang für 20 Jahre kostenlos "vermietet", für drei weitere laufen konkrete Planungen. Zusammen liefern die privaten Sonnenstromproduzenten 425 kW.
Schließlich stehen noch rund 14.250 Quadratmeter auf 19 Schulen bereit. Diese sind "reserviert", d.h. jemand hat Interesse angemeldet und hat einen Monat Zeit, konkrete Planungen vorzulegen. Schafft er es in dieser Frist nicht, erhalten die Dächer im Internet-Verzeichnis wieder das Attribut "verfügbar". Vor allem an fehlenden Bankkrediten scheitern viele Interessenten.
Der Haken: Die Stadt kann keine Sicherheiten für Bankkredite geben
"Wir können weder eine Grundbucheintragung als Sicherheit geben noch eine Garantie, dass die Dächer in den 20 Jahren, die der Mietvertrag läuft, nicht saniert werden müssen", erklärt Engelbert Rummel diese Schwierigkeit. Zugleich versichert der Chef der städtischen Gebäudewirtschaft aber auch: "Natürlich prüfen wir die Dächer, bevor wir sie zur Verfügung stellen."
Mit der bisherigen Nachfrage ist die Stadt allerdings nicht zufrieden. So sollen noch in diesem Jahr 26 weitere Dächer für "gewerbliche Nutzer" öffentlich im Internet ausgeschrieben werden. Sie müssen allerdings noch auf ihre Statik untersucht werden. Dabei räumt Rummel mit einem alten Vorurteil auf: "Dank leichter Technik kann heute auf fast jedem Dach eine Photovoltaik-Anlage gebaut werden." die 26 Dächer bieten eine Gesamtfläche von 30.000 Quadratmetern. Wie viel Strom jeweils produziert werden kann, hängt von der installierten Technik ab, den Zuschlag erhält, wer u.a. die höchste Miete bereit ist zu zahlen. Für die aktuellen Sonnenstrom-Produzenten soll die Nutzung der Dächer vorerst weiter kostenlos sein.
"Energiegewinner e.G.": Tel. 02 21 / 45 34 40 99, www.energiegewinner.de
Das Solarenergie-Programm der Stadt findet sich unter: www.stadt-koeln.de/4/07484/, Tel. 02 21 / 22 12 06 41 und

























