27. 05. 2012
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Kfz-Gewerbe setzt auf Qualität und neue Märkte
Das deutsche Kfz-Gewerbe sieht sich möglicherweise gewaltigen Herausforderungen gegenüber. Doch die größtenteils kleinteilige Branche sieht in den neuesten Trends auch Chancen für das eigene Geschäft und seine Mitgliedsbetriebe, wie die Bundestagung des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) am vergangenen Montag in Düsseldorf zeigte. So werden die Fachbetriebe des Verbandes zukünftig ein weiteres Qualitätssiegel einführen, den „Fachbetrieb für Hybrid- und Elektrofahrzeuge“. Damit sollen die Pkw-Fahrer mit den entsprechenden Fahrzeugen zukünftig eine Orientierung erhalten, wo sie mit ihren umweltfreundlicheren Wagen fachkundige Beratung und Hilfe erhalten können. "Mit diesem Zeichen können Kfz-Innungsbetriebe werben, die eine für den Service an Hybrid- und Elektrofahrzeugen notwendige Betriebsausstattung haben und über qualifiziertes Fachpersonal verfügen", erklärte ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk. Die Branche mache damit zudem deutlich, dass sie die Herausforderungen neuer Antriebstechnologien angenommen habe, so die Verbandsverantwortlichen weiter. Reine Elektrofahrzeuge aber gelten als extrem wartungsarm, da viele Verschleißteile am Motorblock wie Kolben oder Zündkerzen, in reinen Elektrofahrzeugen gar nicht mehr vorkommen, wie jüngst in einer ZDF-Reportage berichtet.
Unabhängig von möglichen langfristigen Krisenszenarien liegt ein weiterer thematischer Schwerpunkt der zurückliegenden Bundestagung bei dem unverändert herrschenden Preiskampf der Branche. Die „Rabattschleuderei“ müsse aufhören, forderte ZDK-Präsident Robert Rademacher. Das wiederum führe zu einer weiterhin unbefriedigenden Situation im Kfz-Gewerbe insgesamt, so Rademacher weiter. Vor allem diverse Internetbörsen würden für diese Art von Bauernfängerei genutzt, weil das günstig angepriesene Fahrzeug auf Nachfrage oft nicht mehr verfügbar sei. Örtliche Händler würden dann mit solch irrealen Konkurrenzangeboten konfrontiert und seien nicht selten gezwungen, darauf einzugehen, um den Kunden nicht zu verlieren oder einen potenziellen neuen Service-Kunden zu gewinnen. "Im Ergebnis wird so auch eigentlich vernünftigen Händlern der durchschnittliche Bruttogewinn in der Kostenstelle Neuwagen vermasselt", führte der ZDK-Präsident aus. Der Verband forderte verbindliche Regeln etabliert werden, wie die Servicequalität der Verbandsmitglieder auch entsprechend gewürdigt wird. Hier sieht der Verband die Autohersteller in der Pflicht. "Jeder Hersteller, der nur etwas auf sich und seine Marke hält, darf es nicht zulassen, dass seine Produkte im Internet verramscht werden", so der ZDK-Präsident abschließend.

























