27. 05. 2012
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VAA fordert strategische Ausrichtung deutscher Industriepolitik
Der Verband der Führungskräfte in der chemischen Industrie (VAA) hat die Bundesregierung zu einer besseren Förderung der Forschung aufgefordert Wie der in Köln ansässige Verband weiter ausführte, müsse man auch über finanzielle Erleichterungen für die Unternehmen nachdenken, gefordert sei eine „strategische Forschungsförderung“. Konkret meint der Verband damit steuerliche Erleichterungen für forschende Unternehmen dieser Branche. Zu Monatsbeginn hatte der VAA zu einer Diskussionsveranstaltung mit der Überschrift „Industriepolitik – Quo Vadis?“ eingeladen. Vor Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verbänden habe man dies mit Nachdruck gefordert, hieß es dazu in einer danach veröffentlichten Presseerklärung.
Die von vielen Entscheidungsträgern ins Auge gefasste Differenzierung zwischen den kleinen und mittleren Betrieben (KMU) auf der einen und den Großunternehmen auf der anderen Seite sei hier sogar überflüssig, betonte der VAA-Vorsitzende Dr. Thomas Fischer. "Dies führt nur zu Scheinausgründungen bei den Großunternehmen, um die ausgelobte steuerliche Förderung zu erlangen", begründete der VAA-Chef seine These. Diese Einschätzung wurde jedoch nicht überall geteilt. Die Großen der Branchen zahlten demnach rund sieben bis acht Prozent weniger Steuern, Subventionen dieser Art würden hier zu Einsparungen in etwa gleicher Höhe führen, während entsprechende Förderungen bei den KMU weitere Investitionen nach sich zögen, wandte der Grünen-Politiker Dr. Thomas Gambke, Mitglied im Deutschen Bundestag, ein. „"Zwar ist Wachstum nicht alles, aber ohne Wachstum wird alles viel schwerer“, wurde der ehemalige Forschungsminister Prof. Heinz Riesenhuber grundsätzlich. Eine Eingrenzung der Forschungsförderung auf KMU lehnte der CDU-Politiker hingegen ab. Er plädierte für eine doppelt so hohe Förderung bei kleinen und mittleren Betrieben, da hier die so genannte „Markteintrittsschwelle“ deutlich höher sei.
Während VCI-Vizepräsident Dr. Karl-Ludwig Kley, im Hauptberuf Vorstandsvorsitzender der börsennotierten Merck KGaA, zu einer verlässlicheren Politik im Grundsätzlichen aufrief, appellierte die Vizepräsidentin der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) Prof. Dr. Barbara Albert an die Entscheider, die Debatte um eine Fortentwicklung der Zielsetzungen nicht künstlich zu verengen. „Die Universitäten müssten um der Innovationsfähigkeit willen zur Grundlagenforschung in der Lage sein, wären aber dramatisch unterfinanziert. Industriepolitik müsse daher stets im Zusammenhang mit umfassend verstandener Forschungspolitik begriffen werden“, so Albers. Der hessische VAA-Landesgruppenchef Dr. Martin Bewersdorf warnte davor, mit einer aus seiner Sicht falschen Entscheidung „die öffentliche Akzeptanz für die Industrie als Basis des Wohlstandes zu riskieren“.
Die Diskussionsveranstaltung fand im Industriepark Wolfgang statt. Eingeladen hatte die VAA-Landesgruppe Hessen.

























