27. 05. 2012
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Weltgrößte Ernährungsmesse in Kölner Messehallen eröffnet
Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle hat am vergangenen Freitag die weltweit größte Messe für die Ernährungswirtschaft, die ANUGA, in Köln offiziell eröffnet. 6596 Aussteller präsentieren ihre Getränke und Nahrungsmittel, darunter auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Innovationen, auf einer Gesamtausstellungsfläche von 284.000 Quadratmetern. Die hohe Internationalität zeigt sich unter anderem daran, dass die Aussteller aus mehr als 100 Ländern ihren Weg an das rechte Rheinufer fanden. Diesjähriges Partnerland der ANUGA ist Italien. Dessen Minister für Agrar-, Ernährungs- und Forstpolitik, Francesco Saverio Romano war als Ehrengast beim freitäglichen Eröffnungsrundgang dabei. Die Veranstalter rechneten bereits im Vorfeld mit rund 150.000 Besucherinnen und Besuchern. Auch hier gibt es ein hohes Interesse des ausländischen Fachpublikum, erwartet werden Gäste aus 180 Ländern. Bei der letzten ANUGA im Jahr 2009 lag der Anteil ausländischer Besucher bei immerhin 63 Prozent, wie die Kölnmesse bekannt gab.
Neben den kulinarischen Köstlichkeiten und den damit verbundenen Neuheiten der Ernährungsmesse spielen auch Events eine wichtige Rolle bei der Durchführung. So hat beispielsweise am heutigen Montag der Wettbewerb „Koch des Jahres“ in den Morgenstunden begonnen. Auf der Anuga Culinary Stage kämpfen acht Finalisten, junge, aufstrebende Kochtalente, um den Gesamtsieg. Ihre Aufgabe wird es sein, die Fachjury von der Qualität ihrer Kochkunst anhand eines selbst kreierten Drei-Gänge-Menüs zu überzeugen. Auch das Kongressprogramm kann sich nach Auskunft der Verantwortlichen sehen lassen. Zum Anuga Executive Summit werden als Key-Note-Speaker Paul Bulcke, CEO der Nestlé Group, sowie Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender Edeka Hamburg erwartet.
Eine Fachjury hatte bereits im Vorfeld der Messe 54 Produkte und Konzepte ausgesucht, die im Rahmen einer Sonderschau ihre Innovationen präsentieren dürfen. Nicht nur die Veranstalter erhoffen sich davon wichtige Impulse für die Branche, deren Geschäftszahlen eher träge daherkommen, auf die aber trotzdem jeder Mensch angewiesen ist. „taste 11“, so der Name der Sonderschau, die entlang des Messeboulevards Nord in Szene gesetzt werden. Insgesamt mussten die Mitglieder der Jury rund 1200 Ideen in Augenschein nehmen, mehr als 500 Unternehmen hatten sich für eine Aufnahme in den Kreis der Innovatoren bemüht, hieß es dazu weiter. So gibt es dort unter anderem so genannte „Nopalburger“, die aus Kaktusblättern hergestellt werden und sich daher auch für Vegetarier eignen. Der Burger zum Toasten ist dort ebenso vertreten wie die in Steingut eingelegten Jakobsmuscheln in Weißweinsauce. Selbst der Kult-Snack „Würstchen im Schlafrock“ erlebt auf der Innovationsmeile mit dem „Würstel-Kit“ eine Fast-Food-Renaissance. Auch für die Anhänger süßer Speisen gibt es auf der Messe, insbesondere auf der Sonderschau, Neues zu entdecken. Süße Pfannkuchen oder Muffins gibt es in neuen Geschmacksrichtungen und in neuem „Convenience“-Style. Rotes, durch Eisenerz gefärbtes, flüssiges Salz aus Hawaii. Weitere innovative Zutaten sind Espressopulver zum Überbacken oder eine Mischung als Balsamico-Essig und Wasabi. Der Nachhaltigkeitsanspruch drückt sich in Produkten wie einem biologischen Zitronensaft aus. Hier ist sogar das Behältnis biologisch abbaubar.
Angesichts einer weiterhin rasant wachsenden Weltbevölkerung kommt der Messe zugleich eine fast geopolitische Bedeutung zu. „Immer noch leiden heute bei einer Weltbevölkerung von sieben Milliarden Menschen eine Milliarde an Hunger, und schon bis 2050 wird die Zahl der Menschen auf dem Globus auf neun Milliarden anwachsen. Die zentrale Frage lautet also, wie wir heute und zukünftig all diese Menschen ernähren können, und gleichzeitig unsere natürlichen Ressourcen erhalten“, schrieb der Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Ernährungsindustrie, Jürgen Abraham, den anwesenden Politikern bei der Eröffnungsfeier am vergangenen Samstag ins Stammbuch. Davon abgesehen vertritt der Verband auch gewichtige, wirtschaftliche Interessen. Alleine in Deutschland setzt die Lebensmittelwirtschaft pro Jahr rund 130 Milliarden Euro um, das entspricht einem Anteil von immerhin sechs Prozent an der gesamte Wertschöpfung. 770.000 Menschen arbeiten in diesem Landes in diesem Segment. Kritisch ging der Verbandsvorsitzende auch auf die jüngsten Preisentwicklungen an den Rohstoffmärkten ein. „Die Rohstoffpreise bei wichtigen Agrargütern haben uns in den letzten zwei Jahren deutlich vor Augen geführt, dass die Marktentwicklungen auch bei uns wirtschaftliche Konsequenzen haben. Auch bei uns gibt es viele Menschen, die sich Lebensmittel nicht um jeden Preis leisten können“, so Abraham abschließend.
Die ANUGA dauert noch bis zum Mittwoch dieser Woche an. Sie wendet sich ausschließlich an Fachbesucher.

























