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27. 05. 2012
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Dr. Otto Wolff von Amerongen ist tot


08.03.2007 23:00 von:

Schlagwörter: Dr. Otto Wolf von Amerongen,gestorben,Tod,Industrieller,DIHK,Köln

Bereits in Kriegszeiten übernahm der Sohn eines Eisenhändlers den Familienbetrieb und baute ihn in der Nachkriegszeit zu einem der größten Stahl- und Stahlhandelsunternehmen aus. 1990 veräußerte die Familie den Betrieb an die damalige Thyssen AG. Doch sein diplomatisches Geschick ließ ihn auch politisch aktiv werden. Bereits 1956 übernahm er die Leitung des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, einen Posten, den der gebürtige Rheinländer bis zum Jahr 2000 ausübte.

In dieser Zeit setzte der Sohn die Bemühungen seines Vaters fort, der bereits zwischen den Weltkriegen enge Kontakte zur damals sowjetischen Staatsführung pflegte. Nach dem Krieg wurde Wolff von Amerongen schnell zu einem der wichtigsten Vermittler zwischen den Machtblöcken. So bekleidete der Wirtschaftsmann von 1969 bis 1988 das Amt des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Seine Kontakte in den Ostblock wurden zwar in den USA beizeiten argwöhnisch beobachtet, aber auch dorthin pflegte er gute Kontakte. So war er u.a. auch Mitglied im Aufsichtsrat des Mineralölkonzerns Exxon.

Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts suchte der damals schon über 70-Jährige nach neuen Herausforderungen. So gründete er 1992 die gemeinnützige Otto-Wolff-von-Amerongen-Stiftung, die sich für Hilfsprojekte mit Schwerpunkt Osteuropa einsetzte. Durch zahlreiche Bildungs- und Erziehungsprojekte wirkte die Stiftung erfolgreich an der Integration der jungen demokratischen Staaten Mittel- und Osteuropas mit. Wolff von Amerongen selbst nahm den Zusammenbruchs des Ostblocks mit gemischten Gefühlen entgegen. Zuletzt macht er als Vordenker von sich reden. So äußerte er in Vorträgen wiederholt Zweifel an der Reformfähigkeit des Kapitalismus, wenn ein Gegenmodell fehle. Jedoch ließ er keinen Zweifel daran, dass soziale Marktwirtschaft und liberaler Welthandel die bessere Alternative zum Kommunismus waren und sind.

Zum Tode von Dr. Otto Wolff von Amerongen hat Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma am heutigen Freitag der Familie sein Beileid ausgedrückt. In einem Kondolenzschreiben erklärte Kölns Stadtoberhaupt: „Otto Wolff von Amerongen gehörte zu den bedeutendsten Unternehmerpersönlichkeiten in Deutschland nach dem Krieg. Mit ihm verliert Köln einen herausragenden und besonders verdienstvollen Bürger“. Als Kölner Familienunternehmer, der aus der Eisengroßhandlung seines Vaters einen modernen Konzern mit rund 200 Beteiligungen und 30.000 Mitarbeitern formte, habe er auch viel für seine Heimatstadt bewirkt. Durch seine hervorragenden internationalen Kontakte habe er maßgeblich zur weltweiten Wahrnehmung des Wirtschaftsstandorts Köln beigetragen, so der Wortlaut.







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