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27. 05. 2012
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IHK-Neujahrsempfang mit Gast aus den USA


13.01.2012 09:15 von:(red)

Schlagwörter: IHK,Neujahrsempfang,Botschafter,Murphy,Europa,Finanzkrise

In der Kölner IHK fand am gestrigen Donnerstag der traditionelle Neujahrsempfang statt. US-Botschafter Murphy war Gastredner. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Kölner Industrie- und Handelskammer IHK hat am Donnerstag vergangener Woche erneut zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen. 500 geladene Gäste füllten den großen Börsensaal, um den Reden ihren Präsidenten Paul Bauwens-Adenauer und des Gastredners Philip D. Murphy, Botschafter der USA in Deutschland, zu lauschen. Die Verantstaltung bietet dabei auch die Gelegenheit, im exklusiven Rahmen den Austausch zwischen den Verantwortlichen in den Unternehmen zu befördern. Das vergangene Treffen stand dabei ganz im Zeichen der Gemeinsamkeiten zwischen den USA und Deutschland. Dabei schnitten beide Festredner viele Bereiche an, in denen die beiden Länder wie eine Art Schicksalsgemeinschaft miteinander verbunden sind. Murphy betonte dabei die Bedeutung des „richtigen Timings“ für eine Bestrandsaufnahme und Neubestimmung der beiderseitigen Einschätzungen.

„Es könnte keinen besseren Zeitpunkt geben als diesen, um den Kurs für die Zukunft zu berechnen und zu versuchen, die Herausforderungen und Chancen, die 2012 sicherlich bringen wird, vorauszuahnen; es könnte keinen besseren Zeitpunkt geben als diesen jetzt, zu Beginn des neuen Jahres, um sich auf gemeinsame Werte und die Stärke zu besinnen, die sie uns verleihen“, so der US-Botschafter in seiner Rede. Deutschland und Europa auf der einen und die USA auf der anderen Seite des Atlantiks stehen als transatlantische Partner vor der Notwendigkeit darüber nachzudenken, wie sie in einer sich rasant verändernden Welt der Führungsanspruch aufrecht erhalten werden kann. Der Trend hin zu einem polyzentrischen Machtsystem hat sich zuletzt weiter beschleunigt. Insbesondere Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien oder auch Russland holen bei der Verteilung des Wohlstandes auf, eine Entwicklung, die längst auch in den Denkzentren der USA wahrgenommen werden. „Es entstehen neue regionale und globale Einflusszentren. Diese Länder haben von der Stabilität und der Sicherheit profitiert, die die transatlantischen Partner seit vielen Jahren garantieren, sowie von der dynamischen und offenen Weltwirtschaft, die wir gemeinsam aufgebaut haben“, so Murphy weiter.

Die größte Herausforderung dabei ist das Management der so genannten Schuldenkrise. Noch nicht vergessen ist das Verwirrspiel um die Anhebung der Verschuldungsgrenze in den USA, eine Debatte, die bereits zu Jahresanfang wiederkehrt. Auch in Europa gibt es Länder, allen voran Griechenland und andere Südländer der Gemeinschaftswährung, die mit der Finanzierung der eigenen Ausgaben große Schwierigkeiten haben. „Wenn die Finanzkrisen der vergangenen drei Jahre uns eines gezeigt haben, dann, welche Auswirkungen die globalen Beziehungen auf die Welt haben, in der wir leben. Allgemein gesagt, veranschaulichen die Voraussetzungen für einen verantwortlichen globalen Markt auf sehr praktische und pragmatische Weise die gesamte Bandbreite der Herausforderungen, denen wir uns gegenübersehen“, so die diplomatische Antwort des US-Berufsdiplomaten.

Dem US-amerikanischen Pragmatismus und Zukunftsglaube steht bisweilen die kontinentaleuropäische Idee „Europa“ gegenüber. Dies war das Thema des IHK-Präsidenten, der sich dabei klar zur europäischen Integration bekannte. „Es gibt einen großartigen Gedanken, eine großartige Vision. Sie heißt Europa. Diese Vision darf nicht durch Probleme der Euro-Konstruktion gefährdet werden. Europa ist mehr als der Euro“, erklärte der IHK-Präsident. Orientierung dazu bietet das „Navigationssystem Soziale Marktwirtschaft“, so der Familienunternehmer mit dem berühmten Nachnamen. Aber nicht nur die internationalen Herausforderungen waren Thema seiner Rede, auch die heimische Diskussion um die bevorstehende „Energiewende“ wurde angeschnitten. „Ein dicker Brocken“, findet Bauwens-Adenauer. Allerdings betonte der IHK-Präsident, dass vor allem die Industriebetriebe aus eine störungsfreie Stromversorgung angewiesen sind.

Weitere Themen seiner Rede waren die Verkehrspolitik in NRW, die Entwicklung der interkommunalen Zusammenarbeit im Rheinland sowie die Umsetzung des Masterplans für die Kölner Innenstadt. In allen drei Themenbereichen hat sich die Kammer, unter anderem durch die inzwischen etablierte Zusammenarbeit zwischen den sechs rheinischen IHKs, erfolgreich positioniert und bringt sich mit eigenen Vorschlägen in die politische Debatte ein. Nur so könne man die Zukunft in den Griff bekommen, allen Herausforderungen und Komplexitäten zum Trotz, so Bauwens-Adenauer. Allerdings warnte er vor einem „Schuldensozialismus“, der die Währungsunion in Europa von einem Stabilitätsanker zu einem Sprengsatz machen könnte, benmühte der IHK-Präsident eine Metapher. Auch die USA haben nach den Worten ihres Spitzendiplomaten ein vitales Interesse an einer wirtschaftlichen Stärke und Prosperität. Dass Murphy selbst häufiger für seine optimistische Grundhaltung kritisiert wurde, kann er verschmerzen. Dafür gibt es bekannte Vorbilder, gerade bei der Frage nach einer Intensivierung der europäischen Integration. Kein Geringerer als der erste Präsident der EU-Kommission, Walter Hallstein, hatte dazu bereits in den Anfangsjahren der EU ein passendes Bild gezeichnet. „Solange die europäische Integration und Erweiterung nicht wie ein Fahrrad ständi weiter vorangefahren wird, fallen alle vom Fahrrad herunter“, so die berühmten Worte des deutschen Kommissionspräsidenten.







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