27. 05. 2012
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Köln: Mittelstandsempfang des IHK-Forums Netzwerk Mittelstand
Der allgemeine Nachfragerückgang greift auch im Mittelstand um sich. Neben der internationalen Dimension der Krise in vielen exportorientierten Unternehmen gibt es zudem immer mehr Kritik an der zurückhaltenden Kreditvergabe der Banken. Zwar ermittelte die IHK zum Jahreswechsel nur einen sehr geringen Anteil tatsächlicher Zurückstellungen. Aber trotzdem steht fest: Die bevorstehende massive Rezession, nach Meinung von Konjunkturforschern und ihren Prognosen die schlimmste seit Bestehen der Bundesrepublik, wird auch vor den Betrieben mittlerer Größe nicht Halt machen. Doch von schlechter Stimmung war auf dem diesjährigen Neujahrsempfang des IHK-Forums Netzwerk Mittelstand wenig zu spüren. Deren langjährige Vorsitzende Prof. Dr. Birgit Felden, Ökonomieprofessorin und Inhaberin einer Beratungsgesellschaft, benutzt das böse "K"-Wort nur ein einziges Mal und auch nur, um auf den eigentlichen Tenor ihrer Rede und den Schwerpunkt des offiziellen Teils der Veranstaltung zu sprechen zu kommen. Und der lag auf möglichen Wegen aus der Krise. Dabei unterließ es Felden, den Anwesenden allzu schlaue Ratschläge mit auf den Weg zu geben. "Niemand kennt das Geschäft besser als Sie selbst und deshalb kann auch niemand besser als Sie selbst einschätzen, was zurzeit zu tun ist und was nicht", übte sich die Unternehmensberaterin in Bescheidenheit. Die Metapher des so genannten "Fortschrittsbalkens" beim Download von Dateien oder Programmen auf einem PC, vor allem aber die Reaktion der Betroffenen, wenn aus dem Balken eine Eieruhr wird, rief sogar Heiterkeit hervor. Viel wichtiger ist jedoch, wie die Betroffenen selbst auf solche Entwicklungen des täglichen Geschäfts reagieren. Und genau hier setzt die Wirtschaftswissenschaftlerin und Unternehmerin an: Hektik und Aktionismus oder Gelassenheit und selbstbewusste Zukunftsentscheidungen, beide möglichen Wege lassen eigentlich nur einen Schluss zu, werden aber trotzdem vielfach falsch gemacht. Und so rät die Fachfrau denn auch zum Letzteren, obwohl die Zahl der Aktionisten und Hektiker immer größer wird.
Investitionen und Kooperationen als Königsweg
Den Tipp, den Felden den Gästen vortrug, wird zwar nicht jeder der Anwesenden umsetzen können. Aber die Botschaft, genau in Zeiten rückläufiger Umsätze und schwieriger werdender Geschäfte die Basis für die Zeit danach zu legen, kam an. Investitionen in den eigenen Personalbestand, der schon für das Unternehmen arbeitet, erscheinen gerade in solchen Zeiten notwendiger denn je. Allerdings gibt es viele Gründe, die für eine Kürzung entsprechender Budgets sprechen. Trotzdem sind das Know-how und die Qualifikation der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Schlüssel, mit denen die eigene Position im Wettbewerb gestärkt werden kann. Aber auch sonst können sich mittelständische Unternehmerinnen oder Unternehmer vor allem mit der Verbesserung der eigenen Position beschäftigen. "Nutzen Sie die Zeit, um ihre internen Prozesse auf Vordermann zu bringen! Überprüfen wir genau, ob wir wirklich alle Chancen von Kooperationen und Outsourcing überdacht haben, trennen wir uns von unrentablen, vielleicht aus sentimentalen erhaltenen Geschäfts- und Produktionszweigen", lauten nur einige der anstehenden Fragen, die Felden in den Raum stellte.Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sind gewinnbringend
Zumindest in Sachen Wissenschaft bzw. Vielfalt der wissenschaftlichen Einrichtungen gibt es in der Domstadt und jenseits der Stadtgrenzen in der Region keinen Mangel. So sollte zumindest das Fachkräfteproblem in dieser Zeit grundsätzlich nicht das drängendste sein. Auch der Mittelstand kann hier noch nachlegen, wie die langjährige Vorsitzende der Kölner Wissenschaftsrunde und FH-Professorin Margot Ruschitzka erläuterte. "Es gibt in Köln zehn Hochschulen und vier Forschungseinrichtungen. Aber viele der dort Beschäftigten kennen sich untereinander kaum", erklärte Ruschitzka. Dabei sind Hochschulen und Forschungseinrichtungen immer auch so etwas wie die "verlängerte Werkbank" von Unternehmen. Alleine die schlichte Größe und die selbst auferlegte Bescheidenheit vieler Mittelständler sollten überdacht werden. Den entsprechenden Rat hatte die Professorin auch direkt im Gepäck. Wie in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess rät die Wissenschaftlerin den mittelständischen Unternehmen zunächst einmal ihren Qualifizierungsbedarf zu ermitteln. In einem zweiten Schritt stellt die Kölner Wissenschaftsrunde das dazu passende Angebot an wissenschaftlichen Einrichtungen vor, bringt somit Angebot und Nachfrage in einen passgenauen Rahmen. Die entsprechende Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sollte dann kein Problem mehr darstellen. Schließlich stehe mit der Industrie- und Handelskammer auch ein geeigneter Moderator bereit. Im Gegensatz zur Zeit der vorherigen Konjunkturdelle sind die Hochschulstrukturen derzeit wesentlich flexibler. Zumindest in diesem Punkt stimmen nun die Rahmenbedingungen. Das gebetsmühlenartig wiederholte Argument, es gebe zu wenig Fachkräfte wollten beide Expertinnen nicht gelten lassen.
Weitere Informationen zum Forum Netzwerk Mittelstand finden Sie im Internet unter: www.mittelstand-koeln.de.

























