27. 05. 2012
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Kölner Wirtschaftsjunioren: 150 Gäste sprechen sich Mut für 2009 zu
Am heutigen Mittwochabend kamen rund 150 Gäste ins Kölner Karnevalsmuseum, um beim diesjährigen Neujahrsempfang der Kölner Wirtschaftsjunioren das neue Jahr einzuläuten. Auch bei dieser Veranstaltung stand die derzeitige Wirtschaftskrise im Mittelpunkt der Ausführungen ihrer Festredner. Den Auftakt der Rednerliste machte der Hausherr und Vorsitzende des Festkomitees Kölner Karneval Frank Ritterbach. Der hatte vor Jahren selbst einmal den Vorsitz der Wirtschaftsjunioren inne und erinnert sich gerne zurück. "Die Zeit bei den Wirtschaftsjunioren war einer meiner schönsten Zeiten", erklärte der Hausherr des Museums den Anwesenden. Doch schon kurz danach wurde es Ernst, die drohende Rezession rückte in den Mittelpunkt der Betrachtung. Fast schon verzweifelt mutete der Versuch an, dem Wirtschaftsstandort Köln gute Karten zu bescheinigen. Allerdings sei derzeit noch gar nicht absehbar, wie tief die Krise tatsächlich ausfallen wird.
Debatte um das Konjunkturpaket
Erst am gestrigen Dienstag hatten Oberbürgermeister Fritz Schramma und seine Kollegen aus dem Kölner Stadtvorstand ihre Schwerpunkte für das in dieser Woche beschlossene Konjunkturpaket festgelegt. Wie Köln Nachrichten berichete, sollen insgesamt vier Schwerpunkte gebildet werden. Drei dieser Schwerpunkte werden voraussichtlich Gesamtkosten von mehr als 180 Millionen Euro nach sich ziehen. Die Stadt selbst wird wohl mindestens zehn Prozent Eigenanteil zuschießen müssen. "Wir müssen auf den Zeitpunkt hinarbeiten, wenn es wieder aufwärts geht", begründet Schramma die Notwendigkeit eines kommunalen Konjunkturprogramms. Und die Aufteilung auf vier Schwerpunkte erscheint vor diesem Hintergrund als sinnvolles Instrument. Ansonsten blickte Kölns Stadtoberhaupt auf die positiven Faktoren für 2009. Darunter fallen unter anderem Neuansiedlungen oder neue Messen wie die GamesCon. Nachhaltig positiv wirke hier der weiterhin ungebrochene Trend des Bevölkerungswachstums und die dichte Hochschullandschaft in der Domstadt. "Wir müssen junge und agile Menschen an die Stadt binden", führte Schramma weiter aus.
IHK betont sozialen Aspekt der Marktwirtschaft
Auch der Hauptgeschäftsführer der Kölner Industrie- und Handelskammer IHK Dr. Herbert Ferger blickt mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr. Traditionell sind IHK und Wirtschaftsjunioren eng verbunden, schließlich befindet sich unter anderem die Geschäftsstelle der Organisation in den Räumen der Kölner IHK-Zentrale. "Wir messen der Juniorenarbeit einen hohen Stellenwert zu", versicherte Ferger den Anwesenden. Auch wenn es derzeit keineswegs populär ist, hält Ferger im Grundsatz am Leitfaden "Privat vor Staat" fest. "Für uns gibt es keiner Alternative zur sozialen Marktwirtschaft. Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer", stellte Ferger klar. Dazu gehört der Grundsatz der Selbstorganisation der Wirtschaft in den IHKs. Das entlaste den Staat, zum Beispiel durch Übernahme von Aufgaben im Bereich der Berufsbildung. Angesichts der Entwicklung in den zurückliegenden Wochen plädierte Ferger aber für neue Spielregeln, die der sozialen Marktwirtschaft wieder mehr Geltung verschaffen sollen.
Wirtschaftsjunioren warnen vor Klientelpolitik
In die grundsätzlich optimistischen Töne mischten sich zum Ende des offiziellen Teils aber auch kritische Zwischentöne. Es blieb dem Bundesvorsitzenden Stefan Kirchsieper überlassen, die derzeit grassierende Klientelpolitik der Bundesregierung im Rahmen der beiden Konjunkturpakete anzuprangern und vor der Förderung zu vieler Partikular- und Einzelinteressen zu warnen. "Wer für einen verschrottetes Auto 2500, für ein Kind aber nur 100 Euro ausgibt, ist auf dem falschen Weg", wird Kirchsieper deutlich. Sein Verband macht sich daher auch für Investitionen vor allem in den Bildungsbereich stark. Dazu zählen auch Investitionen beispielsweise in die Medien- und Technologiekompetenz von Lehrerinnen und Lehrern. André Wefers, Chef der Kölner Wirtschaftsjunioren, appellierte schließlich an die Politik, den Mittelstand nicht über Gebühr zu belasten. "Der Mittelstand ist weder der Wolf, den man jagen, noch die Kuh, die man melken muss. Vielmehr ist er das Pferd, das den Karren aus dem Dreck zieht", so Wefers im Hinblick auf die im vergangenen Jahr beschlossene Erbschaftssteuerreform. Überdies haben viele Menschen in Deutschland ein falsches Bild des Unternehmers. Der sei schließlich kein Manager, der sich trotz Verlusten einen netten Bonus gönnt, weil er die Umsätze angekurbelt hat. Der Unternehmer belässt die Gewinne im Unternehmen, so Wefers.
Zum Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung überreichten die Wirtschaftsjunioren dann noch einen Scheck über 1000 Euro. Das Geld geht an Pfarrer Iffland vom Ehrenfelder Arbeitslosenzentrum, die damit nicht nur Arbeitslose betreuen sondern auch Obdachlose. "Das Geld ist bei uns gut angelegt", so der erfreute Empfänger. Das Geld stammt übrigens aus Spenden, die bei einem Fußballturnier im vergangenen Jahr eingesammelt wurde. Ein Förderverein aus Mitgliedern der Wirtschaftsjunioren stockte den Betrag anschließend auf die runde Summe auf.

























