27. 05. 2012
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Neujahrsempfang der IHK Köln: Bundesbankchef als Gast bei Kölner IHK
Zur eigentlichen Abendveranstaltung laden die Verantwortlichen regelmäßig Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft ein, die den geladenen Gästen bestimmte Themen näher bringen. Die diesjährige Veranstaltung stand ganz im Zeichen der sich anbahnenden Wirtschaftskrise und Gast war kein Geringerer als der Chef der Deutschen Bundesbank Prof. Dr. Axel A. Weber. Nicht nur in Köln wartete man gespannt auf seine Ausführungen.
Kritik an Negativdarstellung
Dabei übte der oberste deutsche Währungshüter Kritik an den Negativprognosen, mit denen derzeit die Öffentlichkeit nicht nur in Deutschland konfrontiert wird. Viele der dort gemachten Aussagen zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands seien weniger „Basis-„ sondern vielmehr „Schreckensszenarien“, die bereits für „bare Münze“ genommen werden, so Weber in seiner Rede. Allerdings musste auch er einräumen, dass durch die Heftigkeit des Einbruchs bestimmter Konjunkturindikatoren, wie zum Beispiel die gerade heute veröffentlichten Zahlen zum Rückgang der Exportnachfrage und bei der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im November, das Wachstum im vierten Quartal 2008 wohl geringer ausfallen wird als von der Bundesbank erwartet.
„Es ist damit zu rechnen, dass die Produktion in Deutschland in diesem Jahr deutlich schrumpfen wird“, prognostizierte Weber in seinen Ausführungen. Eine Besserung wird frühestens in 2010 eintreten, so seine Vorhersage.
Mit Selbstvertrauen auf die Herausforderung reagieren
Auch IHK-Präsident Paul Bauwens-Adenauer widmete sich diesem alles beherrschenden Thema dieser Tage und forderte die anwesenden Unternehmer des Kammerbezirks auf, in ihrem Engagement für eine soziale Marktwirtschaft nicht nachzulassen. Auch bei der Energiepolitik müsse es ideologiefrei zugehen, so der IHK-Präsident. Für Köln sehen die Vorzeichen dabei gar nicht so schlecht aus, schließlich sorge die breite Branchenstruktur dafür, dass Köln weniger unter dem Einbruch einzelner Branchen und Großunternehmen zu leiden hat als andere Standorte. Allerdings gebe es auch weiterhin Hausaufgaben, die in der Region gemacht werden müssten, will sich Köln diesen Vorteil nicht verspielen. Als Beispiele nannte Bauwens-Adenauer den Ausbau des Flughafens Köln/Bonn und damit verbunden eine Einigung zwischen den Anteilseignern über die zukünftiger Gesellschafterstruktur. Eine Mehrheit in Händen der Öffentlichen Hand, „die sich das Land und die Kommunen teilen, ist aktuell der richtige Weg“, erklärte der IHK-Präsident.
Vernetzung in der Region als Zukunftsaufgabe
Auch die Konkurrenz zwischen den Kommunen müsse der Bildung einer Metropolregion Rheinland untergeordnet sein. Aachen und vor allem auch Düsseldorf gehörten dabei unbedingt dazu. Master- und Kulturentwicklungsplan sind auf den Weg gebracht, Ersterer wurde bekanntlich maßgeblich durch Kölner Unternehmen und Bauwens-Adenauer mitinitiiert. Und auch beim Standortmarketing sieht Bauwens-Adenauer Köln auf dem richtigen Weg. Er spricht gar von einer „Professionalisierung der Marke Köln.
„Selten war Köln so strategisch aufgestellt, das ist ein Riesenschritt nach vorn, der mit Sicherheit vielseitige Früchte tragen wird“, erklärte der IHK-Präsident. Auch wenn im Detail durchaus kritische Untertöne mitschwangen – etwa das Fehlen eines Kongresszentrums in Köln oder die Weigerung der Politik aus dem Gürzenich- ein Staatsorchester zu machen – so kann die Krise nur dann überwunden werden, wenn es gelingt, das Vertrauen zurück zu gewinnen. Und das geht nach Meinung des IHK.-Präsidenten nur durch gelebte Gesamtverantwortung und die lässt sich nicht alleine in materieller Gewinnmaximinierung messen. „Der Wallstreet-Kapitalismus der vergangenen Jahre muss ein für alle Mal zu Ende sein“, forderte Bauwens-Adenauer in seiner Rede. Mit dieser Meinung steht er nicht nur in der Domstadt alleine.

























