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27. 05. 2012
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Persönliche Haftung für Banker gefordert


04.12.2009 13:38 von:

Schlagwörter: Köln,Rotonda Business Club,Wirtschaftskrise,Deal Talk,Diskussion,Haftung,Manager

"Wer nur Chancen hat, wird übermütig", diese alte Weisheit traf im vergangenen Jahr auch auf die Investmentbanker der Welt zu. Schon längst hatten die Aktienbörsen auf die bevorstehende Krise hingearbeitet und sich von ihren Höchstständen entfernt, da wurden in den Chefetagen der Investmenthäuser noch Millionenboni ausgehandelt und bezahlt. Nach mehr als einem Jahr Finanz- und Wirtschaftskrise gibt es noch immer kontroverse Debatten. Eine populäre Forderung ist die nach persönlicher Haftung. Das zumindest ist die These von Prof. Albrecht F. Michler von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Der habilitierte Volkswirtschaftler sieht das Fehlverhalten vieler Manager als Folge eines nicht vorhandenen Risikos. "Wenn ein Akteur nur Chancen hat, dann gibt es auch Fehlverhalten", so Michler. An der Veranstaltung in dieser Woche nahmen rund 70 Personen teil.

Aber einfache Pauschalrezepte, wie aus der Krise gelernt und reagiert werden kann, gebe es nicht. Darauf machte der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler von der FDP aufmerksam. Das Ziel einer stärkeren Haftung der Banken sei ein Spagat zwischen Einlagensicherheit und dem unbedingten Verhindern von Bankenpleiten. Sein Vorschlag: Die Aufsichtsbehörde BaFin soll in die Bundesbank eingegliedert und personell aufgestockt werden, damit die Kontrolle der Geldhäuser zukünftig verbessert werden kann. Noch besser ist aber, nicht sein Glück mit dem kurzfristigen Gewinn zu versuchen. "Wir haben das Spiel nicht mitgespielt", so Georg Freiherr von Boeselager von den Merck Finck & Co. Privatbankiers. Der Geldexperte warnte dabei auch vor einer zu hohen Erwartungshaltung potenzieller Kunden. Da müsse man dämpfen und Transparenz über die Risiken herstellen, empfiehlt der Privatbanker. Sein eigenes Unternehmen habe die Krise nicht zuletzt aus diesem Grunde ganz gut überstanden. Allerdings wird es bei aller Vorsicht immer Restrisiken geben, so VWL-Professor Michler. Skeptisch zeigten sich die Experten mit der Praxis, notleidenden Unternehmen immer unter die Arme greifen zu wollen. Dr. Andreas Möhlenkamp vom Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung empfiehlt der Politik "Augenmaß". Es sei halt schwer zu vermitteln, warum der einfache Angestellte wegen einer Frikadelle entlassen, der andere nach schweren Fehlern mit einer Millionenabfindung verabschiedet wird, so Möhlenkamp abschließend.

Dass die nächste Krise möglicherweise schon bald vor der Tür steht. So weit wollten die Experten dann aber doch nicht gehen. Im kommenden Jahr sollen die Börsenkurse weiter anziehen und sich die weltweite Konjunktur weiter erholen. Allerdings gebe es einige Risiken. So hat die Vergabe von Milliardenkrediten zur Aufrechterhaltung des Geldkreislaufes die Inflationsgefahr spürbar erhöht. "Wir bekämpfen die Krise von heute und denken nicht an morgen", fasst FDP-Politiker Schäffler den derzeitigen Stand der Dinge zusammen.

Der Deal-Talk ist eine Veranstaltungsreihe, die von Anne Schwarzkopf ins Leben gerufen wurde. Vier Mal pro Jahr werden in gediegener Atmosphäre Themen aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen mit namhaften Experten diskutiert. Seit elf Jahren ist Schwarzkopf Geschäftsführende Gesellschafterin der Beratungsgesellschaft Pálffy + Thöne.







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