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27. 05. 2012
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Wirtschaftsjunioren Köln: Stolz auf den Schwung


27.09.2010 17:03 von:

Schlagwörter: Köln,Wirtschaftsjunioren,2010,Interview,Maik Pfingsten,Vorsitzender,Nachwuchs,Eh

Die Kölner Wirtschaftsjunioren stehen derzeit bei der für Köln heiligen Zahl von 111 Mitgliedern, weitere 50 Interessenten warten auf die Aufnahme. In insgesamt acht Arbeitskreisen engagieren sich die Mitglieder in verschiedenen Themenbereichen. Die Redaktion Köln Nachrichten stellte ihm einige Fragen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Was machen die Wirtschaftsjunioren?

Pfingsten: Die Wirtschaftsjunioren sind ein Verband junger Unternehmer und Führungskräfte die sich ehrenamtlich gesellschaftlich engagieren.

Wie würden Sie den Einfluss der Wirtschaftsjunioren auf die Stadtpolitik, Landespolitik beurteilen?

Pfingsten: Die Wirtschaftsjunioren reden nicht nur über Probleme der Stadt, sondern handeln in konkreten Projekten. Wie zum Beispiel dem Projekt "WJK schafft!", in dem wir einmal pro Jahr in einen Kindergarten im sozialen Brennpunkt im Außenbereich eigenhändig neue Spielgeräte aufbauen und die Grünbereich verschönern. Dadurch werden wir in der Politik als ehrlicher Ansprechpartner wahrgenommen. Was sich dadurch äußert, dass wir Oberbürgermeister Jürgen Roters für unsere Podiumsdiskussion oder den ehemaligen Regierungspräsidenten Hans-Peter Lindlar als Schirmherr unseres 15. Ausbildungsmarktes gewinnen konnten.

Wie hoch ist der wöchentliche Arbeitsaufwand für einen Vorstandsvorsitzenden der Wirtschaftsjunioren?

Pfingsten: Der wöchentliche Aufwand hängt stark von den Projekten ab. Durchschnittlich sind es zwischen 10 und 20 Stunden.

Sie und Ihre Vorstandskolleginnen und –kollegen machen das alles ehrenamtlich. Welche Rolle spielt das Ehrenamt sonst für Sie?

Pfingsten: Ehrenamt ist für wichtig, um die Gesellschaft positiv zu verändern. Gerade unsere Mitglieder und Interessenten sind diejenigen, die an den verschiedensten Themenfeldern sich engagieren. Das geht über Wirtschaftspolitik, Soziales, Existenzgründung, Schule und Bildung bis hin zu Kultur.

Köln wurde in den vergangenen Monaten immer wieder unterschiedlich in verschiedenen Rankings abgebildet. Mal gut (Selbständigkeit), mal schlecht (Sicherheit). Wie beurteilen Sie den Wert solcher Rankings?

Pfingsten: Ich halte solche Rankings für wichtig. Da können wir uns über die Parameter streiten, aber nur so besteht die Möglichkeit zu beurteilen, ob Köln jedes Jahr besser wird.

Stichwort: Wirtschaft – Fachkräftemangel: Sie sind als "Junioren" von diesem Problem noch nicht persönlich betroffen. Aber der demografische Faktor wird spürbar. Wie wirkt sich das auf das Kerngeschäft der Wirtschaftsjunioren aus? Welche Branchen haben Schwierigkeiten, welche Alternativen gibt es?

Pfingsten: Wir als Wirtschaftsjunioren sind sehr wohl davon betroffen. Nehmen Sie mein Ingenieur-Unternehmen. Wir haben das Problem, dass wir als kleines Unternehmen mit den großen Playern in der Wirtschaft um die paar gut ausgebildeten Mitarbeiter konkurrieren. Dazu kommt, dass wir einen deutlichen Wissensmangel bei Schulabgänger feststellen müssen. Das bedeutet für die Junioren mit Ausbildungsplätzen erst einmal in die Ausbildungsfähigkeit junger Menschen investieren müssen, bevor die eigentliche Ausbildung beginnen kann.

Was muss sich ändern?

Pfingsten: Hier setzen wir an, um der Politik die Wahrnehmung für das Bildungsproblem zu schärfen und gleichzeitig jungen Menschen bewusst machen, das Bildung der Schlüssel zur Erfüllung ihrer Träume ist. Denn die Mitarbeiter der Zukunft sind schon nicht mehr geboren worden. Wir dürfen nicht zulassen, dass die wenigen durch schlechte Schulbildung nicht in der Lage sind, eine Ausbildung oder einen akademischen Abschluss zu erreichen. Wir sind ein Land, dass durch sein Wissen wirtschaftet und durch die Bildung seiner Bürger über die Zukunft entscheidet.

Derzeit scheint die Wirtschaft zu brummen. Die Kleinen scheinen noch hinterzuhinken. Welcher Größenordnung gehören die Mitglieder Ihres Vereins an und wie ist die Stimmung der "Junioren"?

Pfingsten: Klein sein, heißt flexibel sein. Was ich wahrnehme ist, dass sich viele kleinere Unternehmen deutlich besser durch die Krise manövriert sind. Und dabei nicht auf staatliche Subventionen gesetzt haben, sondern durch konsequente Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodell nun erfolgreich wirtschaften. Was aber deutlich bei der jungen Wirtschaft sichtbar wird, ist das das Bild der Banken einen massiven Schaden genommen hat. Viele hatten damit zu kämpfen, dass die Banken sich nicht mehr als zuverlässiger Partner bewiesen haben. Ich denke, dass wird langfristig die Unternehmen erfolgreich machen, die sich nicht mehr auf Bank verlassen sondern durch Wissen und Kreativität neue Märkte erobern und dabei die Spielregeln setzen.

Derzeit herrscht im Land und in der Stadt ein Gestaltungsbündnis von SPD und Grünen. Insbesondere die Grünen, aber auch die Ratsmehrheit und damit auch die Verwaltung, wollen den Verkehr generell "verlangsamen". Was halten Sie davon?

Pfingsten: Wir haben doch faktisch schon eine Verkehrsberuhigung durch die ganzen Baustellen in der Stadt. Versuchen Sie mal vom Flughafen nach Lindental zu kommen. Oder aus der Südstadt nach Müngersdorf. Das ist nahezu unmöglich einzuschätzen wie lange sie brauchen. Mein persönlicher Rekord sind 60 Minuten für eine Stecke, die ich normaler weise in unter 30 Minuten fahre. Aber steigen dadurch die Bürger um auf öffentliche Verkehrsmittel? Scheinbar nicht.

Wie viele Mitglieder fahren regelmäßig mit dem Fahrrad?

Pfingsten: Oh, einige. Gerade diejenigen, die ihr Büro in der Stadt haben, ist das Fahrrad eine durchaus akzeptable Alternative.

Der Masterplan für die Kölner Innenstadt soll das große Regiebuch für Köln werden. Wo sind die Junioren betroffen, was sind für Sie die wichtigsten Stadtentwicklungs- und Bauprojekte der Stadt?

Pfingsten: Die Stadtentwicklung ist für uns ein sehr wichtiger Aspekt. Gerade im Hinblick auf hochqualifizierte Mitarbeiter ist die Attraktivität ein wichtiger Baustein, um gut ausgebildete Mitarbeiter zu halten. Dabei ist die Familienfreundlichkeit ein nicht zu unterschätzender Faktor und somit auch die damit verbundenen Entwicklungsprojekte. Allerdings stellt sich die Frage der Finanzierbarkeit der Lösungen. Was mich persönlich stört, ist das schwarz/weiss Denken der Politik. Tunnel; ja oder nein. Stadtberuhigung; ja oder nein. Warum nicht die Bürger einbinden und einen dritten Weg finden?

Sie sind jetzt ein halbes Jahr im Amt. Was haben Sie erreicht, was wollen Sie noch erreichen?

Pfingsten: Mein persönliches Ziel ist es, nach ein paar herausfordernden Jahren mit Bundeskonferenz und der 50-Jahrfeier, die Basis für eine erfolgreiches, ehrenamtliches Engagement der Wirtschaftsjunioren der nächsten Jahre zu legen. Dazu gehört die öffentliche Wahrnehmung, wie aber auch die interne Arbeit. Wir haben bisher viel bewegen können, spannende Projekte für die Stadt Köln umgesetzt und unsere Attraktivität für den Nachwuchs steigern können. Wir haben uns hervorragend mit unseren benachbarten Juniorenkreisen vernetzt und gemeinsam Projekte angeschoben. Mir ist wichtig, das wir den Schwung behalten. So das ich am Ende des Jahres sagen kann: "Danke für das einzelne Engagement eines jeden Mitglieds. Ich bin stolz auf euch."

Herr Pfingsten, wir danken Ihnen für das Gespräch!







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