27. 05. 2012
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BDI rechnet 2011 mit zweistelligem Exportwachstum
Das Exportgeschäft wird auch in den kommenden weiter brummen. Dieses Prognose gab am gestrigen Sonntag der Bundesverband der deutschen Industrie BDI in Berlin bekannt. Der Industrieverband legte dort zugleich auch seinen jüngsten Außenwirtschafts-Report vor. Das Fazit der Verantwortlichen fällt dabei eindeutig optimistisch aus. "Die deutschen Exporte werden in diesem Jahr um rund elf Prozent wachsen. Die Ausfuhren bleiben auf Rekordniveau" erklärte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel bei der Vorlage des BDI-Außenwirtschafts-Reports. Damit schraubte der Verband selbst seine eigenen Prognosen für das Jahr 2011 deutlich nach oben. Zuletzt hatte der BDI eine Zunahme um etwa 7,5 Prozent erwartet. "Der Weltmarktanteil der deutschen Industrie wächst auch in diesem Jahr. Die deutschen Unternehmen sind die einzigen weltweit, die mit der Entwicklung des Welthandels über Jahrzehnte mithalten. Angesichts dieser engen internationalen Verflechtung muss Deutschland darauf achten, dass es sich durch seinen energiepolitischen Sonderweg nicht ins Abseits manövriert", so Keitel weiter.
Das Wachstum der deutschen Exportwirtschaft wird dabei auch in diesem Jahr über der Wachstumsquote im Welthandel insgesamt liegen. Nach einer Analyse des Internationalen Währungsfonds IWF gehen die Auguren dort von einer Zunahme des weltweiten Warenverkehrs in Höhe von 7,4 Prozent aus. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres exportierte die deutsche Wirtschaft Waren und Dienstleistungen im Wert von 258 Milliarden Euro ins Ausland - mehr als je zuvor und 19,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zweistellige Wachstumsraten gab es im Maschinenbau (+21,8 Prozent), im Automobilbau (+21,6 Prozent), in der Elektrotechnik (+14 Prozent) sowie in der Chemieindustrie (+12,9 Prozent). Mit Ausfuhren in Höhe von 91 Milliarden Euro war der März 2011 der exportstärkste Monat seit Beginn der Exportstatistik vor 61 Jahren. "Für die exportorientierte Industrie ist freier Marktzugang entscheidend. Jedes zehnte Exportgeschäft wird durch Handels- und Investitionshemmnisse beschränkt. Das kostet Absatzchancen und Wohlstand", betonte der Verbandspräsident.
Sorgen bereite der deutschen Industrie jedoch die Handelsbeschränkungen einzelner Länder und Produktgruppen. So gehören insbesondere seltene Erden – hier hat die Volksrepublik China ein Quasi-Monopol – zu den begehrten Rohstoffen. Nachdem sich bereits im vergangenen Jahr ein Engpass andeutete, konnte in multilateralen Gesprächen zumindest eine leichte Entspannung vermeldet werden. Auch Indien schränkt die Exporte seltener Rohstoffe ein, wie der Verband bemängelte. Im Außenhandel mit der Russischen Republik kritisierte Keitel die "langwierigen und teuren Zollverfahren". In Brasilien schließlich erschweren Beschränkungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge den Marktzugang. Alle vier Zielländer machen bereits jetzt rund 8,5 Prozent des gesamten deutschen Außenhandelsvolumens aus, mit stark steigender Tendenz.
Der BDI-Außenwirtschafts-Report erscheint vier Mal pro Jahr. Den neuen Report finden Sie im Internet unter: www.bdi.eu.

























