27. 05. 2012
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Energieverbrauch in 2010 deutlich gestiegen
Der Energieverbrauch in Deutschland ist im vergangenen Jahr kräftig angestiegen. Nach dem Krisenjahr 2009 hat vor allem die wieder anziehende Konjunktur für einen deutlichen Anstieg des Primärenergieverbrauchs gesorgt. Das meldete die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen am gestrigen Mittwoch. Demnach lag der Energieverbrauch im vergangenen Jahr bei 14.057 Petajoule (PJ) oder umgerechnet knapp 480 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE), wie die Arbeitsgemeinschaft in ihrem gestern veröffentlichten Jahresbericht errechneten. Damit ist das Niveau des Vorkrisenjahres 2008 nahezu wieder erreicht. Das Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent im vergangenen Jahr zog damit einen Anstieg des Energieverbrauchs in Höhe von 4,6 Prozent nach sich, ergaben die Berechnungen.
Unterschiedliche Entwicklung bei einzelnen Energieträgern
Die Gründe für den deutlichen Anstieg lagen jedoch nicht alleine an der guten Konjunktur. Auch der strenge Winter zu Beginn und zum Ende des Jahres war demnach für den höheren Verbrauch verantwortlich. Der Verbrauch an Mineralöl stieg um gut ein Prozent auf 4 727 PJ beziehungsweise 161,3 Millionen Tonnen SKE. Der Erdgasverbrauch erhöhte sich um 4,2 Prozent auf 3 063 PJ oder 104,5 Millionen Tonnen SKE. Der Verbrauch an Steinkohle, der im Vorjahr besonders stark eingebrochen war, stieg kräftig um mehr als 15 Prozent auf 1 694 PJ beziehungsweise 57,8 Millionen Tonnen. Der Primärenergieverbrauch an Braunkohle lag mit 1 510 PJ oder 51,5 Millionen Tonnen SKE leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die inländischen Kernkraftwerke konnten ihren Beitrag zum Primärenergieverbrauch um rund vier Prozent auf 1 532 PJ beziehungsweise 52,3 Millionen Tonnen SKE steigern. Die erneuerbaren Energien trugen mit immerhin 1 320 PJ oder 45 Millionen Tonnen SKE zur Energiebilanz bei. Das war etwa ein Zehntel mehr als im Vorjahr. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) stieg um rund drei Prozent, die der Windkraft ging dagegen vor allem wegen ungünstigerer Windverhältnisse um 5,5 Prozent zurück. Einen gewaltigen Sprung machte die Photovoltaik: Ihr Beitrag wuchs um mehr als 80 Prozent. Biomasse und Biokraftstoffe konnten um zwölf Prozent beziehungsweise knapp vier Prozent zulegen. Im Zuge dieser Entwicklung vergrößerte sich der Anteil aller erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch von 8,9 auf 9,4 Prozent, so der Jahresbericht.
Verbunden mit dem höheren Energieverbrauch stieg auch der Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid kräftig an. Trotz des leicht gestiegenen Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch bleiben fossile Energieträger mit rund zwei Drittel kaum verändert hat. Die Arbeitsgemeinschaft schätzt, dass der CO²-Ausstoß um rund vier Prozent gestiegen ist. Das zeigt sich auch beim Stromverbrauch. Dieser Wert erhöhte sich um 4,3 Prozent und damit nahezu auf dem Niveau des gesamten Energieverbrauchs, lag aber trotzdem etwas unter dem Niveau von 2008. Die Bruttostromerzeugung erhöhte sich 2010 im Vergleich zum Vorjahr mit 4,7 Prozent etwas stärker als der Verbrauch. Zuwächse in der Stromerzeugung ergaben sich vor allem auf Basis erneuerbarer Energieträger (+ 7,8 Prozent), von Steinkohle (+ 7,5 Prozent) sowie von Erdgas (+ 7,2 Prozent). Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke nahm um 4,2 Prozent und diejenige der Braunkohlenkraftwerke um ein Prozent zu. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger an der gesamten Bruttostromerzeugung erhöhte sich von 16,0 auf 16,5 Prozent. Erneut gab es 2010 mit rund 17 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) einen zweistelligen Überschuss im Stromaustausch mit dem Ausland.
Weitere Informationen zum Energiebericht der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen finden sie auch auf der Informationsseite der Arbeitsgemeinschaft unter: www.ag-energiebilanzen.de.

























