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27. 05. 2012
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Handwerk: Lage stabil, Aussichten getrübt


08.05.2009 08:06 von:

Schlagwörter: Köln,Handwerkskammer,Konjunkturumfrage,Frühjahr,2009,Geschäftslage,Geschäftserwa

Das Konjunkturklima im Handwerk der Region Köln Bonn hat sich etwas abgekühlt. Große Bereiche des Handwerks sind allerdings nach den Ergebnissen der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Köln noch gar nicht erfasst. Rund 500 Unternehmen aus den verschiedenen Gewerken wurden von der Kammer in der alljährlichen Frühjahrsumfrage nach der aktuellen Geschäftslage und den Aussichten für die kommenden sechs Monate befragt. Ergebnis: Statt 23 bezeichneten nun 29 Prozent der Befragten die Lage als "schlecht", gesunken ist hingegen der Anteil der Unternehmen, die ihre Lage als "befriedigend" angaben. Nach 55 Prozent im vergangenen Frühjahr sind es in diesem Jahr 48 Prozent. Die Überraschung aber ist, dass nach 22 Prozent im vergangenen Frühjahr in diesem Jahr 23 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als "gut" bezeichneten. "Für das Handwerk insgesamt können wir den Absturz in die Rezession nicht erkennen", kommentierte der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Dr. Ortwin Weltrich, die Zahlen. Allerdings lassen die Aussichten in absehbarer Zukunft eine deutliche Eintrübung erwarten. 46 Prozent, also fast die Hälfte, erwarten in den kommenden Monaten eine Verschlechterung der Geschäftslage, lediglich jedes zehnte Unternehmen glaubt, dass es ihrem Betrieb in den kommenden sechs Monaten besser gehen wird. Die Kammerverantwortlichen führen das aber vor allem auf psychologische Gründe zurück. Hoffnungen setzt Weltrich dabei auf die Umsetzung des jüngst beschlossenen Konjunkturpakets. "Wir brauchen positive Signale", so der Handwerkskammerchef.

Metallverarbeitung und privater Konsum im Minus, Ausbauberufe positiv

Unter den sieben verschiedenen Handwerksgruppen stellte die Kammer allerdings deutlich Unterschiede in der Beurteilung der aktuellen Lage fest. Vor allem Maler und Lackierer (85 Prozent) und Installateure und Heizungsbauer (90 Prozent) sind mit der derzeitigen Lage entweder sehr oder halbwegs zufrieden (gut und befriedigend). Bei den Handwerksberufen, die vom privaten Konsum abhängig sind, stellt sich die Situation derzeit indes ganz anders dar. Lebensmittelnahe Handwerksberufe wie Fleischer oder Bäcker leiden ebenso unter der privaten Konsumflaute wie Friseure, Fotografiebetriebe oder Schuhmacher. Hinzu kommt, dass der überwiegende Teil der lebensmittelnahen Handwerksbetriebe (mehr als 80 Prozent) ihre Preise in den vergangenen zwölf Monaten nicht erhöht haben. Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnete hingegen das Kfz-Gewerbe. Die befragten Unternehmen waren insgesamt deutlich positiver gestimmt, was die Kammer allerdings auf die Auswirkungen der Abwrackprämie zurückführte. Einen Rückschluss auf die zukünftige Entwicklung dieser Betriebe lässt das nicht zu, erklärte Weltrich weiter. Größter Verlierer in den vergangenen zwölf Monaten aber sind die Betriebe, die für die Industrie arbeiten. Vor allem metallverarbeitende Berufe sind in ihrer Beurteilung der aktuellen Geschäftslage deutlich weniger zufrieden als noch vor einem Jahr. Grund dafür sind die ausbleibenden Aufträge aus der Industrie. Sie weisen die niedrigsten Werte bei der Saldierung von negativer zu positiver Beurteilung der aktuellen Lage auf.

Hoffnung auf Konjunkturpaket

Mit großen Erwartungen blickt das Handwerk auf die Umsetzung des zweiten Konjunkturpakets. Insgesamt werden rund 2,8 Milliarden Euro an Investitionshilfen des Bundes nach Nordrhein-Westfalen. Während in Bonn der Stadtrat bereits früh ein Konjunkturpaket beschlossen hat, dauerte der Beschluss zur Freigabe der ersten Projekte in Köln etwas länger. Auf der letzten Sitzung des Stadtrates im Mai aber wurden 57,5 Millionen Euro an konkreten Projektvorschläge ohne Gegenstimme verabschiedet. Damit auch der größte Teil dieser Um- und Ausbaumaßnahmen bei den regionalen Betrieben ankommt, wiederholte Weltrich seine Forderung nach einer deutlichen Anhebung der Wertgrenzen für beschränkte Ausschreibungen. Mindestens eine Million Euro seien notwendig, so der Kammergeschäftsführer. Zwar können bei solchen Ausschreibungen auch Auswärtige mitbieten, dennoch würde die Umsetzung des vom Land NRW beschlossenen Runderlasses auch dem heimischen Handwerk gute Chance geben, von dem Konjunkturpaket zu profitieren. Als Negativbeispiel brachte Weltrich schon vor Monatsfrist den Ausbau des Offenen Ganztags im Grundschulbereich ein. Hier flossen ähnlich hohe Summe in den Ausbau der Bildungsinfrastruktur, allerdings blieb von den vielen Millionen Euro wegen der Großvergaben an Generalunternehmen nur ein Bruchteil beim regionalen Handwerk übrig. Das dürfe sich nicht wiederholen, so der Kammergeschäftsführer abschließend.







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