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27. 05. 2012
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Handwerker-Konjunktur: Zuversicht wächst - Lagebeurteilung stagniert


05.05.2010 18:20 von:

Schlagwörter: Köln,Handwerk,Konjunkturumfrage,Region,Köln-Bonn,Handwerkskammer,Optimismus,Bran

Der beginnende Aufschwung der deutschen Konjunktur macht auch vor dem regionalen Handwerk nicht Halt. Das ist das Ergebnis der Frühjahresumfrage unter den Handwerksbetrieben in der Region Köln/Bonn, die die Kölner Handwerkskammer (HWK) am heutigen Mittwoch in Köln vorstellte. Immerhin mehr als ein Viertel (26 Prozent) geht inzwischen von einer Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden Monaten aus. Allerdings bleibt ein Fünftel der befragten Betriebe skeptisch zur weiteren Konjunkturentwicklung. Die überwiegende Mehrheit der Handwerksbetriebe geht jedoch von eine unveränderten Geschäftslage aus. Obwohl diese Zahlen auf den ersten Blick nur auf einen verhaltenen Optimismus des "Unternehmertums von Nebenan" hindeuten, sind sie nach Aussage des Hauptgeschäftsführers der Kammer, Dr. Ortwin Weltrich, das beste Ergebnis seit drei Jahren. Der Stimmungsumschwung ist indes beträchtlich. Noch vor genau einem Jahr ging fast die Hälfte der befragten Betriebe von einer Verschlechterung der Geschäfte aus. Bei der Frühjahrsausgabe der traditionellen Konjunkturumfrage nahmen in diesem Jahr 533 Betriebe teil. Die Fragebögen wurden dabei im vergangenen Monat beantwortet und anschließend ausgewertet, hieß es dazu weiter.

Allerdings zeigten sich in der heute vorgestellten Statistik auch gegenläufige Effekte. Zwar stieg der Optimismus bei den Geschäftserwartungen. Die Beurteilung des Handwerks zur derzeitigen Geschäftslage waren jedoch mit einem ausgeglichenen Indexwert gegenüber der letzten Umfrage leicht rückläufig. So sank der Anteil der Betriebe, die ihre eigene Geschäftslage als gut bezeichneten von 29 auf 23 Prozent. Zwar sank auch der Anteil der Skeptiker von 27 auf 23 Prozent. Der Indexwert ging jedoch folgerichtig von einem Wert von "plus 2" auf "Null" zurück. Allerdings stieg zugleich auch der Anteil der Unternehmen, die die derzeitige Lage als "befriedigend" einstuften von 44 um gleich zehn Prozentpunkte auf 54 Prozent an.

In den einzelnen Branchen gab es zum Teil gegenläufige Entwicklungen. So stieg insbesondere im Bereich der industrienahen Handwerksbetriebe für den gewerblichen Bedarf der Anteil der Optimisten an. Für Weltrich und seinen Experten der Beweis, dass der Tiefpunkt der Konjunkturkrise in diesen Bereich wohl vorüber sei. 71 Prozent der Betriebe aus diesem Segment bezeichneten im Frühjahr 2010 ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Der Anteil der skeptischen Unternehmen bleibt mit 29 Prozent allerdings weiterhin deutlich über dem Durchschnitt des Handwerks. Einen Sondereffekt meldete die Kammer aus dem Kfz-Handwerk. Bedingt durch das Auslaufen der Abwrackprämie stieg hier der Anteil der Unternehmen mit einer schlechten Note zur eigenen Geschäftlage seit der letzten Umfrage von 19 auf 29 Prozent an. Von einer neuen Krise will Weltrich indes nicht reden, schließlich haben fast ein Drittel der befragten Betriebe die anfallenden Kostensteigerungen an ihre Kunden weitergeben können. Nur neun Prozent der Kfz-Handwerksbetriebe mussten eigenen Aussagen zufolge ihre Preise senken.

Wie schon in der vorherigen Umfrage war auch im Frühjahr die Branche der Elektroinstallateure sowie das Gewerk der Sanitär- und Heizungsinstallateure. 38 bzw. 39 Prozent der Betriebe bezeichneten hier ihre derzeitige Geschäftslage als gut, nur zwölf Prozent sprachen von einer schlechten Lage. Das ist innerhalb der verschiedenen Handwerksbereiche der absolute Spitzenwert. Weltrich appellierte in diesem Zusammenhang an die Bundesregierung, ihre Förderprogramme zum umweltgerechten und energieoptimierten Umbau von Bestandsgebäuden fortzusetzen. Diese Branche unternehmen derzeit "erhebliche Anstrengungen, um sich durch technische Innovationen, beispielsweise bei regenerativen Energien, zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen", so der Kammergeschäftsführer weiter. Der gestiegene Optimismus weiterer Ausbaugewerke, wie den Tischlereien und den Maler- und Lackiererbetrieben, macht die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Förderpolitik zusätzlich deutlich. Auch diese Betriebe könnten nicht nur wegen des in diesem Sommer anlaufenden zweiten Konjunkturpakets der Bundesregierung erheblich profitieren.

In den Gesundheitsberufen und dem Bauhandwerk zeigen sich die Akteure indes deutlich zurückhaltender. Allerdings stehen hier einzelne Branche gar nicht so schlecht dar. Während sich beispielsweise die Augenoptiker größtenteils zufrieden mit der derzeitigen Lage zeigen, sprechen die Dentallabore zu einem wesentlich höheren Prozentsatz von einer schlechten Geschäftlage. Ähnlich die Situation bei den Bau- bzw. Ausbaugewerken. Obwohl beide Bereiche von der Baukonjunktur abhängig sind, zeigen sich die eigentlichen Bauhandwerksbetriebe der Maurer und Betonbauer deutlich pessimistischer als das Ausbauhandwerk. Nach Auffassung der Kammer könne dies aber auch mit dem langen und ungewöhnlich strengen Winter 2009/2010 zusammenhängen. Allerdings sind auch hier die Hoffnungen auf die anlaufenden Umsetzungsmaßnahmen des milliardenschweren Konjunkturpakets ausgerichtet. Deutlich zurückgegangen ist hingegen die Beurteilung der Geschäftslage im Bereich des Nahrungsmittelgewerbes. Die Bäckereien und Fleischereien in der Region konnten von der konjunkturellen Erholung der Gesamtwirtschaft nur wenig profitieren. Waren es im vergangenen Herbst noch 17,6 Prozent, die ihre Lage als gut bezeichneten, reduzierte sich dieser Anteil im Frühjahr dieses Jahres auf 9,5 Prozent. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so dramatisch, sank die Zahl der zufriedenen Handwerksbetriebe im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen (unter anderem das Friseurhandwerk). Auch hier ging der Anteil der Unternehmen mit guter Geschäftslage von 20,7 auf 14,3 Prozent zurück. Aber während bei Letztgenannter Branche die Zahl der Unternehmen mit schlechter Beurteilung der Geschäftslage mit ebenfalls 14,3 Prozent gleich ausfällt, sind es bei den Betrieben des Nahrungsmittelgewerbes mit 38,1 Prozent rund viermal so viele, die die eigenen Lage derzeit als schlecht einstufen.

Trotz der vereinzelten negativen Vorzeichnen und der gegenläufigen Entwicklung in einzelnen Branchen gab sich Weltrich insgesamt zufrieden mit den Ergebnissen. "Trotz der einen oder anderen Einschränkung zeigt sich im Handwerk eine aufwärts gerichtete Entwicklung", so der HWK-Hauptgeschäftsführer. Von den Hochzeiten der Handwerkskonjunktur ist die "Wirtschaftsmacht von Nebenan", so der Slogan der im vergangenen Jahr eingeführten Imagekampagne für das Handwerk, allerdings noch Welten entfernt. Den absoluten Spitzenwert der bisherigen Konjunkturumfragen erreichte das regionale Handwerk im Herbst 1991. Damals befanden 47 Prozent der Handwerksbetriebe die eigene Lage als gut, nur acht Prozent bezeichneten sie als "schlecht". Mit einem Saldo von "Null" liegt der derzeitige Indexwert aber auch Welten von der letzten großen Krise im Handwerk entfernt. So bezeichneten im Herbst 2002 fast die Hälfte der befragten Betriebe die damalige Geschäftslage als schlecht, nur neun Prozent nannten sie "gut".







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