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27. 05. 2012
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IHK: Die Konjunktur auf ihrem Höhepunkt


20.05.2011 22:57 von:

Schlagwörter: Köln,Konjunkturumfrage,Frühjahr,2011,Sommer,Geschäftslage,Geschäftserwartung,IHK

Wie beschreibt man eine Situation, die kaum besser sein könnte und doch um die Risikofaktoren weiß? Die Antwort der IHK am heutigen Freitag zeigt das Bild einer gezeichneten Sonne, die auf einer sandigen Fläche gezeichnet wurde. "Flüchtig, aber sonnig", so die Deutung von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger. Im gesamten Kammerbezirk stieg die Beurteilung der derzeitigen Lage mit 40,4 Punkten noch einmal um 2,8 Punkte an. 46,1 Prozent Optimisten unter den rund 550 teilnehmenden Unternehmen stehen 5,6 Prozent gegenüber. Bei den Geschäftserwartungen gab es zwar einen spürbaren Rückgang. Aber mit einem Indexwert von 19,5 Punkten bleibt auch dieser Indexwert in der Region auf einem hohen Niveau. Hier ging der Anteil der Optimisten, die eine (noch) bessere Geschäftsentwicklung erwartetn, von 35,1 auf 26,8 Prozent zurück. Allerdings ging auch der Anteil der Pessimisten von 8,5 auf 7,3 Prozent zurück. Fast zwei Drittel (65,9 Prozent) gehen von einer stabilen Geschäftsentwicklung aus, so das Ergebnis der Gesamtumfrage.

Risiken bleiben, haben aber kaum Auswirkungen auf die Stimmung

Erstaunlich ist dabei aus Sicht der Kammer, dass die gegenwärtige Hochphase auch und trotz der vielen bekannten Risiken weiterhin so robust ist. Größtes Risiko ist dabei nicht mehr die Binnenkonjunktur. Weil inzwischen auch die Binnennachfrage angesprungen ist, sind die befragten Unternehmer im Frühjahr 2011 eher in Sorge wegen der gestiegen Rohstoff- und Energiekosten, inzwischen das Konjunkturrisiko Nummer 1. Auch die Kreditklemme sei noch nicht vom Tisch. "Die Entspannung zur letzten Umfrage hat sich nicht weiter fortgesetzt", so Ferger. 17,1 Prozent der Befragten sprechen von weiterhin schwierigen Kreditkonditionen. Die Auswirkungen der Unruhen in Nordafrika und die Naturkatastrophe in Japan und ihre Folgen sind aus Sicht der Exportwirtschaft zwar als Restrisiko vorhanden. Weil aber die Konjunkturaussichten in Europa und den USA in diesem Jahr so schlecht nicht aussehen, stellt der Export derzeit eher das geringere Problem dar. Viel eher könnte sich schon bald der Fachkräftemangel als weiterer Risikofaktor herausstellen. Schon seit Jahren wirbt die Kammer im Chor mit Handwerk und Arbeitsagentur für die betriebliche Auswirkung als Mittel aus eigener Kraft dagegen vorzugehen. Die seit Anfang des Monats geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit hingegen habe nicht zu der von einigen befürchteten "Schwemme" auf dem Arbeitsmarkt geführt. "Davon kann überhaupt keine Rede sein", versicherte auch Ferger für die Kammer.

Regional unterschiedliche Entwicklung

Vor allem dank der sehr guten Entwicklung in den rechtsrheinischen Landkreisen Rhein-Berg und Oberbergischer Kreis. In Köln hingegen ging der Indexwert für die Beurteilung der derzeitigen Geschäftslage von 40,9 auf 38,5 Punkte zurück. Auch die Geschäftserwartung ging in Köln – dem Trend folgend – spürbar zurück. Nach 26,7 erreichte dieser Indexwert nunmehr einen Stand von 18,8 Punkten. Der Rhein-Erft-Kreis ging der Index für die Lagebeurteilung sogar auf 33,8 Punkte zurück, die Erwartungen sanken gar auf 16,2 Punkte. Während die in der Krise besonders gebeutelten Industriebetriebe und Automobilzulieferer im rechtsrheinischen Kammerbezirk häufiger vertreten sind, sind im Rhein-Erft-Kreis die Verkehrswirtschaft und in der Domstadt vor allem auch Dienstleistungen häufiger vertreten, wie IHK-Chefvolkswirt Dr. Matthias Mainz ergänze. Eine Trendwende sei das aber noch nicht, eher eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik, stellte Ferger klar.

Investition und Beschäftigung auf hohem Niveau

Leicht rückläufig entwickelte sich hingegen die Bereitschaft der befragten Unternehmer, die Investition in Sach- und Humankapital zu erhöhen. Auch hier gab es regionale Unterschiede. Während im gesamten Kammerbezirk 30,6 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen ausweiten wollen, sind es im Kölner Stadtgebiet nur 29,3 Prozent. Dafür wollen 18,3 Prozent der Kölner, aber nur 16,4 Prozent aller befragten Unternehmen die Investitionen zurückfahren. Ähnlich bewegen sich auch Exporterwartung. Nahezu keine Unterschiede weisen die Millionenstadt und der gesamte Kammerbezirk hingegen bei den Beschäftigungsplänen der Unternehmen auf. Während das Verhältnis im Kammerbezirk bei 28,8 (höher) zu 12,5 Prozent (niedriger) liegt, ist es in Köln mit 30,5 zu 14,5 Prozent nur unwesentlich darunter. Zumindest eine Hürde aber hat man nun endgültig genommen. Das Niveau beim Industrieumsatz – der Branche mit einem überdurchschnittlichen Einbruch im Krisenjahr 2009 – hat im März 2011 das des Vorkrisenjahres 2008 wieder erreicht. "Das sind Ergebnisse, die uns ausgesprochen erfreuen", so das Fazit Fergers.

Den aktuellen 20-seitigen Konjunkturbericht der IHK finden sie im Internet als kostenloses pdf-Dokument unter: www.ihk-koeln.de.







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