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27. 05. 2012
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IHK: Kleine und mittlere Unternehmen reagieren mit Zeitverzögerung


20.07.2010 11:09 von:

Schlagwörter: Köln,IHK,Konjunkturumfrage,KMU,Skepsis,Kleinstunternehmen,Standortqualität,Lageb

7000 Unternehmen mit einer Betriebsgröße von maximal 50 Beschäftigten wurden angeschrieben. Etwas mehr als zehn Prozent haben geantwortet. Damit könne man erstmals belastbare Aussagen zur Konjunktureinschätzung der kleinen und mittleren Betriebe machen, freute sich IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger bei der heutigen Präsentation der Ergebnisse. Tatsächlich sei vieles, was man bisher über die Bedeutung und die spezifischen Interessen der so genannten KMUs aussagte, bislang lediglich Vermutung gewesen. In der ersten Untersuchung einer IHK dieser Art stellten die Autoren jedoch fest, dass gerade die kleinsten Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von unter drei dem Aufschwung hinterherhinken. Zwar habe sich an dem grundsätzlichen Trend nichts geändert. Die wirtschaftliche Erholung scheint aber vor allem bei Unternehmen mit kleinen bis kleinsten Betriebsgrößen mit zeitlicher Verzögerung anzukommen. So habe sich beispielsweise die Stimmung bei den Unternehmen mit einer Betriesgröße ab 20 Mitarbeitern deutlich verbessert. Im Erhebungszeitraum Anfang Juni bis Anfang Juli beurteilten hingegen nur 15 Prozent der Kleinstunternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, 38 Prozent stuften sie als schlecht ein. Ab einer Mitarbeiterzahl von sieben Beschäftigten kippte das Verhältnis. Bei den Geschäftserwartungen sah es etwas besser. Aber auch hier waren die kleinsten Unternehmen etwas skeptischer. Wie Ferger heute vorstellte, kippte hier die Stimmung aber schon ab einer Unternehmensgröße von vier Mitarbeitern.

Während die Frage nach den Investitionsplänen naturgemäß aufgrund der wesentlich geringeren Budgets eher schwer vergleichbar ist, zeigt sich bei den kleinen und mittleren Betrieben ebenfalls eine deutliche Differenzierung. Die Kammer interpretierte das als wesentlichen Beitrag zur Stabilität auf dem Arbeitsmarkt. Immerhin beschäftigen die 95 Prozent der IHK-Mitgliedsbetriebe mit maximal 50 Beschäftigten (Gesamtzahl: mehr als 140.000 Betriebe im Kammerbezirk) rund 40 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Dazu müssen dann die Firmeninhaber selbst, sowie die mithelfenden Familienangehörigen gezählt werden, wie IHK-Chefvolkswirt Dr. Matthias Mainz einwarf. Ebenso wie bei den Investitionsplänen steigt auch die Bereitschaft, neue Arbeitskräfte einzustellen, mit der Betriebsgröße sprunghaft an. Vor allem in der Gruppe der Betriebe mit 20 bis 49 Beschäftigten gibt es Potenzial.

Allerdings sind längst nicht alle Unternehmen mit der derzeitigen Situation am regionalen Arbeitsmarkt zufrieden. Besonders in der ITK-Branche ist die Diskrepanz besonders hoch, während der Großhandel oder das Logistikgewerbe mit einer Zufriedenheitsquote von 60 Prozent und mehr eher vom Arbeitsmarkt und seinem Angebot überzeugt ist. Für die Kammer selbst zeigen sich hier deutliche Anzeichen einer Verknappung von Fachkräften mit höherer Qualifikation. Von überragender Bedeutung aber sind nach wie vor die kommunale Infrastruktur und dabei vor allem das Straßennetz. Für fast 90 Prozent ist die Anbindung an das kommunale Straßennetz von überragender Bedeutung, bei immerhin 80 Prozent der Befragten gilt dies für die Anbindung an das Fernstraßennetz. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Nähe zum Kunden, weniger hingegen die Nähe zum Lieferanten. Vor allem für Gastronome spielt die öffentliche Sicherheit eine überragende Rolle (97 Prozent). Allerdings fällt der Standort Köln hier mit einer Quote von lediglich 54 Prozent deutlich zurück. Kaum besser sind die Werte aus Sicht der Gesundheitsdienstleister (58 Prozent) und des Einzelhandels (60 Prozent). Schon im Umland verbessern sich diese Werte indes spürbar. Insgesamt sind in Köln nur zwei Drittel der Befragten Unternehmer mit der öffentlichen Sicherheit zufrieden. Umgekehrt ist die Zufriedenheit mit der ITK-Infrastruktur. Während in Köln der höchste Grad an Zufriedenheit herrscht, fallen hier die Kreise rund um die Millionenstadt deutlich zurück. Das dürfte an den nach wie vor bestehenden "weißen Flecken" liegen, wie IHK-Hauptgeschäftsführer Ferger abschließend einräumte.

Den vollständigen Bericht zur IHK-Umfrage finden Sie auch im Internet unter: www.ihk-koeln.de.







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