27. 05. 2012
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IHK-Konjunkturbericht: Gedämpfter Optimismus für Kölner Wirtschaft
Die positive Grundeinschätzung der Wirtschaftsaussichten für 2006 wird
jedoch von der IHK vorsichtig beurteilt.In der Konjunkturumfrage stieg
der Geschäftsklima-Index in der IHK-Region der Stadt Köln auf den
besten Wert seit 2001. Besonders für die Stadt Köln hat sich die
Beurteilung der Lage durch die Unternehmen deutlich verbessert. Mit
einem Gesamtindex von +13 (Lageeinschätzung) hat sich der positive
Trend aus der Herbstbefragung sogar noch verstärkt. Auch die
Erwartungen für die nächsten sechs Monate stiegen auf einen Indexwert von
+18 an. Der Anstieg fiel hier jedoch etwas schwächer aus. Das bisherige
Sorgenkind, die Investitionen im Inland, nahmen seit der letzten
Umfrage leicht zu. Trotzdem dämpft Ferger allzu große Erwartungen für
die Zukunft. "Die wirtschaftliche Erholung geht nur Schrittchen für
Schrittchen", fasst Ferger die Ergebnisse der Umfrage zusammen.
Die Kurven für die Kölner Wirtschaft zeigen nach oben
ie weitere Entwicklung hängt nach Einschätzung der IHK wesentlich von der Umsetzung der drei großen Reformvorhaben auf Bundesebene ab. Insbesondere in Köln gibt die Entwicklung des Arbeitsmarktes weiterhin Anlass zu Sorgen. Zwar habe sich seit Sommer 2005 die Lage etwas verbessert. Aber im Gegensatz zur Arbeitsagentur sieht IHK-Geschäftsführer Ferger noch keine "Trendwende". "Die Ergebnisse unserer Befragung lassen erkennen, dass noch immer Stellenabbau und Stellenverlagerung ins Ausland der Kapazitätsausweitung im Inland überwiegen, auch wenn sich das Verhältnis zwischen beiden Faktoren etwas ausgeglichen habt", erklärte Ferger weiter. In der Region hat nur Leverkusen mit einer Quote von 13,6 Prozent inzwischen mehr Arbeitslose als Köln (13,2 Prozent). In der Region Köln (IHK-Bezirk) liegt die Arbeitslosenquote unverändert bei 12,1 Prozent. Insgesamt, so die IHK, bleibe das Wachstum besonders in Köln unverändert hinter dem Bundesdurchschnitt zurück.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Reform
der Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Neben der für 2008
angekündigten Reform der Unternehmensbesteuerung wiederholte die IHK
ihre Forderung nach einer Flexibilisierung des Arbeitsrechts. "Wir
müssen uns ohne diese Flexibilisierung mit einem weiterhin hohen
Schwellenwert beim Wirtschaftswachstum abfinden", so der
IHK-Hauptgeschäftsführer. In anderen Ländern ergeben sich schon bei
einem Wachstum ab 1,2 Prozent positive Arbeitsmarkteffekte, in Deutschland
muss das Wachstum schon zwei Prozent betragen, bevor die Zahl der
sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze zunimmt. Die derzeitige
Entwicklung sieht Ferger denn auch als "Vorschusslorbeeren" der neuen
Bundesregierung. Deren Antritt ließ insbesondere die Wirtschaft hoffen,
dass der Reformstau in Deutschland aufgelöst werde. "Und da die
wirtschaftliche Entwicklung zu 50 Prozent Psychologie ist, hat die neue
Regierung hier schon eine beachtliche Wirkung erzielt", erklärte Ferger.
"Erwartungsaufschwung" nennt Dr. Matthias Mainz, Chefvolkswirt der IHK,
dieses Phänomen. Insbesondere in der Industrie, aber auch in anderen
Branchen stellt sich die Situation wesentlich differenzierter dar. So
gibt es in der Industrie einen deutlichen Unterschied zwischen
Unternehmen, die auf Export setzen, und denen, die nur für den
deutschen Markt produzieren, so Mainz weiter. Im Bereich Handel lässt
sich eine Differenzierung zwischen dem Einzelhandel und dem Großhandel
feststellen. Während die Mehrzahl der Einzelhändler die derzeitige Lage
eher negativ beurteilen, bewegen sich die Großhändler auf dem
Durchschnittsniveau, also deutlich positiver. Unter den Dienstleistern
gehörte die Medienbranche und die Unternehmen aus dem Informations- und
Kommunikationsbereich (IuK) zu den Gewinnern. Sie profitierten von
steigenden Werbeumsätzen bzw. Anziehender Nachfrage nach Investitionen.
Der Index zur Lagebeurteilung liegt im Falle der IuK-Branche sogar
doppelt so hoch wie der Gesamtdurchschnitt. Das Beispiel Telekom zeigt
jedoch, dass dies nicht unbedingt auch zu mehr Arbeitsplätzen führt.
Für Köln hofft die IHK auf eine Verstärkung der regionalen Zusammenarbeit sowie auf die schnelle Ausschreibung eines Wirtschaftsdezernenten. Die habe bisher noch nicht stattgefunden. Auch der Sondereffekt Fußball-Weltmeisterschaft werde in erster Linie zu einmaligen Effekten vor allem in den tourismusnahen Bereichen (Hotel- und Gaststättengewerbe, Taxiunternehmen und Einzelhandel) führen. Ein weiterer positiver Effekt sei die durch die WM 2006 ausgelöste Diskussion um die Umsetzung von Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen. Zwar werden nicht alle Projekte zur WM im kommenden Sommer fertig sein, doch im Vorfeld stellte die IHK eine deutliche Zunahme bei der Unterstützung durch die Politik fest. Im Bereich Autobahnring sei man bereits auf einem guten Weg. Der Ausbau des Eisenbahnknotenpunktes Köln gibt Anlass zur Hoffnung, da vonseiten des Bundes entsprechende Investitionsmittel bereitstehen und die 20 Jahre währende Diskussion um den Ausbau von Hafenkapazitäten (Godorf) stehe kurz vor einer Entscheidung, so die IHK weiter. Dies werde sich langfristig positiv auf die Entwicklung der Kölner Wirtschaft auswirken, zeigt sich Ferger überzeugt.

























