27. 05. 2012
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IHK-Konjunkturprognose: Das Sommermärchen geht weiter
Das
Sommermärchen geht weiter", fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert
Ferger die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Sowohl bei der Beurteilung
der derzeitigen Lage als auch bei den Geschäftsaussichten für die
kommenden sechs Monate deutet sich eine kräftige Fortsetzung des
Konjunkturbooms an. Fast die Hälfte (47,8 Prozent) der insgesamt knapp
650 befragten Unternehmen stuften ihre derzeitige Geschäftslage als
"gut" ein, der Anteil derer, die ihre Geschäftslage als "schlecht"
bezeichneten, sank erneut leicht ab, diesmal auf 8,2 Prozent. Noch
positiver lesen sich die Zahlen zu den Geschäftsaussichten. Hier sind
es gar fast 92 Prozent, die ihre Aussichten stabil oder sogar noch
besser sehen. Der Anteil der Optimisten stieg dabei erneut auf 31,2
Prozent.
Boom gewinnt weiter an Fahrt
Eine solche Entwicklung habe es lange nicht mehr gegeben, kommentierten
die Konjunkturexperten der IHK. „In einigen Branchen erinnern die guten
Werte und die prall gefüllten Auftragsbücher an die goldenen Zeiten der
Ausnahmekonjunktur nach der Wiedervereinigung“, so Ferger.
Investitions- und Personalpläne der befragten Unternehmen in der Region
schüren die Hoffnung, dass der Aufschwung auf jeden Fall noch sechs bis
zwölf Monate anhalten wird, möglicherweise sogar noch 18 Monate. In
einigen Unternehmen und Branchen drohen sogar bereits erste Engpässe
beim Rohmaterial und beim qualifizierten Personal. Dies könne zu stark
steigenden Preisen und damit zu Anzeichen einer Überhitzung führen,
warnt Ferger. Vor allem die Engpässe beim Personal machen dem
IHK-Hauptgeschäftsführer Sorgen.
Invesitionsbereitschaft deutlich gestiegen - Doppelt so viele Industrieunternehmen wollen investieren
Industrie und Dienstleistungen waren auch im Frühjahr 2007 die
Lokomotiven des Wachstums. Vor allem bei der Industrie mache sich die
zunehmende Inlandsnachfrage bemerkbar, obwohl, wie Ferger einräumen
musste, dass diese Branche noch stark vom Exportboom profitiere. Nur
vorsichtig optimistisch äußerten sich Unternehmer der Transportbranche
und des Einzelhandels. Vor allem die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu
Beginn des Jahres mache sich noch immer bemerkbar. Allerdings habe sich
trotz dieser verhaltenen Einschätzung die Investitionsbereitschaft der
Unternehmen weiter erhöht. Während nur noch 13,6 Prozent Investitionen
aussetzen oder verschieben wollen, kündigten 33,8 Prozent der
Unternehmen eine Erhöhung ihrer Investitionen in Deutschland an. Selbst
in der bislang vorsichtigen Industriebranche habe sich der Anteil der
investitionswilligen Unternehmen binnen weniger Monate auf 28 Prozent
verdoppelt. Nur bei Dienstleistern ist dieser Anteil mit 40,5 Prozent
noch höher.
Kritische Töne - nach der Reform ist vor der Reform
Bei aller Freude wiederholte die IHK in ihrem Konjunkturbericht die
nach wie vor bestehende Notwendigkeit politischer Reformen. Zu den
drängendsten Probleme gehören unverändert die Reform der sozialen
Sicherungssysteme, deren zukünftige Finanzierung aus IHK-Sicht
ungesichert bleibe. Auch die hohen Lohnkosten am Standort Deutschland
(bedingt durch den weiterhin hohen Anteil der Lohnnebenkosten) könnten
sich als Nachteil erweisen. Schließlich kritisierten die IHK-Experten
auch die unlängst verabschiedete Unternehmenssteuerreform. Vor allem
Personenunternehmen (überwiegend Unternehmen kleiner oder mittlerer
Größe) seien vom Wegfall der degressiven Abschreibungsmöglichkeiten
betroffen. Als positiv bezeichnete der Konjunkturbericht die Senkung
der Körperschaftssteuer sowie die Begünstigung thesaurierter Gewinne
für Personenunternehmen. Trotz der kritischen Töne überwiegt die
Zuversicht, in ein (wirtschaftlich) goldenes Zeitalter einzutreten. Der
derzeitige Aufschwung wertet die IHK daher als ersten Schritt zu einem
nachhaltigen und langfristigen Wachstumspfad, so das abschließende
Urteil der Konjunkturexperten.

























