27. 05. 2012
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IHK-Konjunkturumfrage: Vorsichtiger Optimismus
Das Tal der Tränen ist wohl durchschritten. Zu dieser Erkenntnis kommen die Konjunkturexperten der Industrie- und Handelskammer IHK Köln bei der Vorstellung der jüngsten Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. Die Kammer stellte am heutigen Donnerstag die neuesten Zahlen vor. Dabei stellen die Volkswirtschaftler eine Trendwende fest. Die fällt allerdings denkbar maßvoll aus. Der dramatische Absturz der Indices ist aber wohl gestoppt und die Kurve zeigt wieder leicht nach oben, wie IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger am heutigen Donnerstag bekannt gab. Enthusiasmus kommt allerdings bei den Kammerverantwortlichen nicht wirklich auf. "Der Erholungsprozess bleibt mühsam. Der Weg aus dem Konjunkturtal ist noch lang", so Ferger weiter. Auch Rückschläge seien keineswegs ausgeschlossen, hieß es dazu weiter.
So hat sich der Index zur aktuellen Geschäftslage zwar um stattliche 1,9 Punkte verbessert. Er liegt aber mit einem Saldo von minus 17,9 Prozentpunkte noch immer deutlich im negativen Bereich. Hinzu kommt, dass die Erholung keineswegs gleichmäßig ausfällt. Insbesondere Industriebetriebe verzeichnen trotz Stimmungsverbesserung kaum Besserung bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage. Anders dagegen die Selbsteinschätzung in den Segmenten Handel und Dienstleistung. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sehen hingegen deutlich optimistischer aus. Hier ergab die Umfrage einen Anstieg um 26 Prozentpunkte. 22,8 Prozent der Befragten befürchten weitere Verschlechterungen ihrer Geschäfte, allerdings überwiegen im Herbst 2009 wieder die Optimisten. 29,4 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften in den kommenden Monaten.
In der Stadt Köln sieht die Lage wegen des hohen Anteils von Dienstleistungsunternehmen etwas über den Werten des eher industriell geprägten Umlandes. So bezeichnet der überwiegende Teil der Kölner Unternehmen die derzeitige Lage als befriedigend. Allerdings ist auch die Wirtschaft in der Stadt Köln nicht über die Krise hinweg. Lediglich 17,7 Prozent bezeichnen ihre derzeitige Lage als gut. Dem stehen 26,8 Prozent gegenüber, die weiterhin über eine eher schlechte Geschäftslage klagen. Daraus errechnet sich ein negativer Indexwert von minus 9,1 (Kammerbezirk: minus 17,9). Auch in der Domstadt liegt die Zahl der Optimisten wieder über der der Pessimisten (25,5 zu 21,1 Prozent). Mehr als die Hälfte (53,4 Prozent) der Kölner Unternehmen sieht für die kommenden sechs Monate keine nennenswerten Veränderungen. Auch bei den Aussichten im Exportgeschäft überwiegt inzwischen wieder die Zahl der Optimisten. Hier sind allerdings über 70 Prozent der Meinung, dass sich die Erwartungen kaum bewegen. Deutlich schlechter sieht es bei den geplanten Investitionen aus. Hier liegt der Indexwert bei minus 16,6 Punkten. Mehr als ein Drittel planen einen Rückgang der Investitionen, nur 17,6 Prozent wollen die Investitionen erhöhen. Beim Personal sieht es noch schlechter aus. Hier bleibt der Indexwert mit minus 21,8 Prozent sogar noch tiefer im negativen Bereich. 33,9 Prozent wollen Personal abbauen, lediglich 12,1 Prozent planen Einstellungen. Gründe dafür sind unter anderem Einbrüche beim Unternehmensgewinn und die entsprechende Vorsicht der mittelständisch geprägten Kölner Wirtschaft. Auch die Liquidität und Kreditversorgung der Unternehmen sei durch die sich verschlechternde Gewinnsituation belastet.
Die langsame Erholung bietet aber noch aus einem anderen Grunde Sprengstoff. Zwar schlug die bisherige Wirtschaftskrise dank der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie zum Beispiel der Kurzarbeit nur sehr moderat auf die Arbeitslosenzahlen durch. Das gilt auch für den Kammerbezirk, wo sich die Quote von neun auf 9,3 Prozent erhöht hat. "Mit der absehbaren Rückführung der Kapazitäten auf das Niveau der Jahre 2003 bis 2005 geht nun aber die Anspruchsgrundlage für Kurzarbeit verloren", erläutern die Konjunkturexperten der Kammer. Betroffen davon, so befürchtet die Kammer, sind vor allem junge Menschen und diejenigen, die ihren Job bereits verloren haben, erklärte Ferger. Der Außenhandel, in den vergangenen Monaten mit überdurchschnittlichen Abschlägen einer der Hauptkrisentreiber, scheint sich im Zuge des beginnenden Aufschwungs aber nun wieder deutlich stärker als der Gesamtmarkt zu erholen. Unsicherheit bleibt trotzdem, wie die Zahlen zur Investitionsplanung deutlich aufzeige. So rechnet die Kammer nicht mit einer schnellen Erholung der Konjunktur, das Tempo der Erholung bliebt eher moderat. Erneut forderte die Kammer die Kommunen im Bezirk dazu auf, für ein wirtschaftsfreundliches Umfeld zu sorgen. "Die Region trägt selber dafür die Verantwortung, dass die Grundlagen ihres wirtschaftlichen Wohlstandes erhalten und weiterentwickelt werden", so Ferger abschließend.

























