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27. 05. 2012
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IHK: Zuversicht wächst schneller als erwartet


01.06.2010 19:44 von:

Schlagwörter: Köln,IHK,Konjunktur,2010,Frühsommer,Konjunkturerholung,Branchen,Export,Investiti

Die Kölner Industrie- und Handelskammer hat am heutigen Dienstag die jüngsten Ergebnisse seiner aktuellen Konjunkturumfrage präsentiert. Die Stimmung hat sich vor allem im März deutlich verbessert. Vormalige Erwartungen der Kammerverantwortlichen, wonach die Wirtschaft in der Region sich erst allmählich und nur langsam von der historischen Zäsur und den dramatischen Einbrüchen erholen werde, scheinen überholt. "Wir sind selbst überrascht, wie schnell die Wirtschaft sich erholt", räumte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger beim heutigen Pressegespräch ein. Der Gesamtindex ist in der Frühsommerumfrage 2010 im gesamten Kammergebiet um über 20 Punkte auf 117,6 Punkte angestiegen. Damit wird zugleich auch der langjährige Mittelwert von 104 Punkten deutlich übertroffen. Vor allem die Geschäftslage wurde von den etwas mehr als 600 teilnehmenden Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten besser eingeschätzt als bei der letzten Umfrage zu Beginn des Jahres. Lag der Wert der letzten Umfrage bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage noch im negativen Bereich, stieg der Indexwert nun auf 9,4 Punkte und damit um über 20 Punkte an. Nicht ganz so deutlich ging es bei den Geschäftserwartungen nach oben. Hier erhöhte sich der entsprechende Indexwert um rund elf auf nun 26,1 Punkte an. Die Indexwerte setzen sich aus dem Saldo der Optimisten und Pessimisten zusammen. So blicken im gesamten Kammerbezirk beispielsweise 34,3 Prozent der Untenehmen ihre derzeitige Lage als gut ein. Dem stehen gerade noch 8,2 Prozent Pessimisten gegenüber, die in Zukunft schlechtere Geschäfte erwarten.

Industrie und Dienstleistungen machen den größten Satz

Vor allem die Industriebetriebe, aber auch das Dienstleistungsgewerbe, machten in den ersten Monaten des neuen Jahres den größten Satz nach oben. Hier macht sich die im März geradezu sprunghaft anziehende Exportkonjunktur bemerkbar. Aber nicht nur der Export und die damit einhergehenden Erwartungen haben sich deutlich nach oben entwickelt. "Die Stimmung ist insgesamt besser. Viele Unternehmen, die in der Krise letztes Jahr Projekte auf Eis gelegt haben, holen das nun nach", beschreibt IHK-Konjunkturexperte Dr. Matthias Mainz das Phänomen. Selbst das Verkehrsgewerbe trotz weiterhin hoher Belastungen durch Maut und hohe Spritpreise fasst wieder Mut. Hier, wie auch im Groß- und Einzelhandel stieg vor allem der Indexwert der aktuellen Lage an. Selbst der Indexwert in der besonders durch die Krise gebeutelten Industrie in der Region stieg bei dieser Umfrage wieder in den positiven Bereich. Gleiches gilt für Einzel- und Großhandel. Und auch beim Verkehrsgewerbe hat der Wert zur aktuellen Lage im Frühsommer wieder ins Plus gedreht. Lediglich bei den Erwartungen gab es einen Ausreißer. Im Einzelhandel blieb der Indexwert für die Erwartungen im negativen Bereich. Hier macht sich die Unsicherheit der Verbraucher bemerkbar. Zuletzt hatte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg einen spürbaren Rückgang der Konsumfreunde festgestellt. Dies ist zugleich der einzige Bereich, in dem die Lage von den Unternehmen deutlich besser gesehen wird als die Entwicklung der kommenden sechs Monate.

Investitionsbereitschaft wächst – Risiken bleiben

Mit den verbesserten Aussichten wächst auch die Zuversicht der Unternehmen und ihre Bereitschaft, in den kommenden Monaten wieder verstärkt zu investieren. So wollen 27,9 Prozent der Befragten ihre Investitionen in den kommenden Monaten erhöhen. Lediglich 22,1 Prozent wollen ihre Investitionen zurückfahren. Auch bei der Personalpolitik gibt es positive Impulse. Mit 22,7 zu 16,6 Prozent ist auch hier das Verhältnis der Optimisten zu Pessimisten im Frühsommer umgekehrt. Fast schon euphorisch ist die Stimmung im Exportgeschäft. Hier gehen 29,5 Prozent von einem zukünftig besseren Exportgeschäft aus. Lediglich 5,2 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung der Exporte. Allerdings steht einer euphorischen Beurteilung das weiterhin bestehende Damoklesschwert einer internationalen Finanzkrise im Wege. So bemühten sich auch die IHK-Konjunkturforscher, allen voran der Hauptgeschäftsführer persönlich, die nun veröffentlichten Ergebnisse einzuordnen. Und da steht neben der bedrohlichen Kapitalmarktspekulationen um den Euro, der beginnenden Spardiskussion nicht nur in der Bundesrepublik auch noch ein anderer Risikofaktor entgegen, Viele Unternehmen legen derzeit ihre Jahresbilanz für das Jahr 2009 vor. Vor allem Automobilzulieferer (stark in der Region Oberbergischer Kreis) und Industrieunternehmen werden für dieses Jahr deutlich schlechtere Unternehmensergebnisse vorlegen. Wie sich das auf das Kreditrating bei Banken auswirken wird, bleibt abzuwarten. So gebe es zwar keine generelle "Kreditklemme". Lediglich zwei Prozent der befragten Unternehmen meldeten abgelehnte Kreditanträge, aber schon ein Fünftel klagt über deutlich schlechtere Finanzierungskonditionen. Den Banken droht durch steuerliche Belastungen und die Anforderungen an das zum Kreditgeschäft notwendige Eigenkapital, das hinterlegt sein muss, noch eine andere Schwierigkeit. Dazu passt, dass viele Unternehmen in der Krise auf ihre Reserven zurückgegriffen haben. "Es ist, als hätte jemand die Bremse gelöst", beschrieb Ferger die Situation. Dazu passt, dass im laufenden Jahr der Großteil der Maßnahmen für das zweite Konjunkturpaket umgesetzt werden. "Davon ist aber bis jetzt noch nicht so viel angekommen", ergänzte IHK-Geschäftsführerin Christi Degen, die sich über die Dynamik der Konjunkturerholung ebenso überrascht zeigte wie die anderen IHK-Verantwortlichen. Möglicherweise ist so das Titel-Cover der neue gestalteten Umfragebroschüre zu verstehen. Es zeigt einen Marienkäfer auf einem dünnen Halm. "Wir hoffen, dass er am Ende des Halmes fliegt", beschrieb Konjunkturforscher Mainz die Wahl des Covers. Der "worst case" wäre ein Absturz.







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