27. 05. 2012
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Im Rheinland scheint die Konjunktursonne
Die Stimmung könnte kaum besser sein. Nur ein Jahr, nachdem die ersten Vorzeichen auf eine bevorstehende Konjunkturerholung hindeuteten, scheint das Konjunkturklima derzeit ungemein robust. Das zeigte auch die heutige Präsentation der Konjunkturzahlen aus dem Bereich der fünf rheinischen Industrie- und Handelskammern, die am heutigen Mittwoch in Düsseldorf vorgestellt wurden. Unter den rund 2000 Unternehmen, die sich an der aktuellen Befragung beteiligt hatten, zeigten sich 35 Prozent mit der derzeitigen Entwicklung zufrieden. Unzufrieden war hingegen lediglich zwölf Prozent. Im Saldo verbesserte sich der Indexwert von neun auf jetzt 23 Punkte (gebildet aus der Differenz zwischen Optimisten und Pessimisten). Noch deutlicher war der Anstieg in der Erwartungshaltung der Unternehmer. 40 Prozent blicken für ihr Geschäft zuversichtlich in die kommenden sechs Monate, lediglich ein Zehntel ist da skeptisch. Der Indexwert erhöhte sich sogar von elf auf 30 Punkte. "Der IHK-Konjunkturklimaindex springt im Rheinland von 100,8 Punkten zu Jahresbeginn auf nunmehr 126,4 Punkte", resümierte Michael Swoboda, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn-Rhein/Sieg.
Auch bei den anderen Indikatoren deutet alles auf den Beginn eines sich selbst tragenden Wachstums hin, auch wenn sich die Verantwortlichen Kammergeschäftsführer eher zurückhaltend äußerten. Fast ein Drittel (30 Prozent) der befragten Unternehmer wollen in der Zukunft ihre Investitionen ausweiten, der Prozentsatz der Skeptiker liegt hingegen bei lediglich 15 Prozent. Erstmals seit dem Spätsommer 2008 liegt das Saldo in diesem Punkt wieder im positiven Bereich, wie die Kammern meldeten. Angesichts der Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt bezeichnete Dr. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, die derzeitige Entwicklung als "Jobwunder". Das gehe weiter, die Arbeitslosenquote im Rheinland liege mit acht Prozent zwar immer noch leicht über dem Bundes- und Landesdurchschnitt, aber eben auch um einen halben Prozentpunkt unter dem Vorjahresniveau. Der Optimismus ist nicht aus der Luft gegriffen, wie die Pläne der Unternehmer zeigen. Unter den Befragten gaben 22 Prozent an, sie wollen in den kommenden Monaten zusätzliches Personal einstellen, lediglich 13 Prozent planten demnach einen Abbau von Arbeitsplätzen. Damit dürfte auch die zuletzt deutlich gesunkene Arbeitslosigkeit bei einer Fortsetzung des Aufschwungs weiter absinken. Derzeit liegt die offizielle Arbeitslosenrate im Rheinland bei acht Prozent, vor genau einem Jahr waren es noch 8,5 Prozent.
In die fast euphorischen Grundstimmung mischten sich aber auch einige Wermutstropfen. So blieb die Kaufkraft der Bevölkerung aufgrund der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zwar robust. Aber im Einzelhandel entwickelte sich die Stimmung "doch etwas moderater", wie Swoboda einräumte. Ebenfalls kritisch betrachtet wird die Praxis der Kreditvergabe bei Banken. Hier äußerten vor allem Unternehmen aus den Bereichen Metallerzeugung und Logistik, dass sich für sie die Kreditkonditionen spürbar verschlechtert haben. Auch bei IT-Unternehmen und Unternehmen der Kunststoffindustrie beobachten die Kammern eine entsprechend zurückhaltende Kreditvergabe. Möglicherweise steht den betroffenen Unternehmen das dicke Ende noch bevor. "Es bleibt abzuwarten, wie sich die steigende Kreditnachfrage entwickeln wird und wie sich die schwachen Bilanzkennziffern des Jahres 2009 auf die Kreditvergabe auswirken kann", so Swoboda abschließend.

























