27. 05. 2012
Seite drucken
IW: 4,5 Prozent BIP-Rückgang erwartet
Das Institut der deutschen Wirtschaft(IW) ist bei seiner jüngsten Wachstumsprognose etwas optimistischer als der Rest der deutschen Wirtschaftsweisen. Trotzdem gehen die Kölner Konjunkturexperten von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,5 Prozent aus. Auch für das Folgejahr zeigen sich die Kölner Wirtschaftsforscher nur zurückhaltend optimistisch. Sie gehen dabei von einem moderaten Wachstum von 0,5 Prozent aus. Die jüngsten Konjunkturprognosen von Bundesregierung und anderen Wirtschaftsforschern lagen mit einem erwarteten Rückgang des BIP von sechs Prozent sogar noch unter den Erwartungen des arbeitgebernahen Kölner Instituts.
Bei ihrer jüngsten Prognose geht das Institut von einem Ende der Talsohle noch in diesem Jahr aus. Allerdings wird der Aufschwung keineswegs in gleicher Höhe ablaufen. Es gebe "keinen nachhaltigen Wendepunkt nach oben", erklärte IW-Direktor Prof. Michael Hüther in Berlin. Das Tempo des möglichen Aufschwungs wird daher eher langsam und behäbig sein. Dies gelte für den Zeitraum bis Ende 2010. Bei ihrer Wachstumsprognose für 2010 gehen die IW-Experten von einem Maximalwert bei der Wirtschaftsentwicklung aus. So werden sich zwar die Exportwerte im Laufe dieses Jahres etwas verbessern, gleichzeitig werden sich aber die binnenwirtschaftlichen Folgen der Rezession zunehmend bemerkbar machen, so Hüther weiter.
So wird unter anderem die Arbeitslosigkeit in Deutschland deutlich ansteigen. Nach 8,5 Prozent in diesem Jahr rechnet Hüther im kommenden Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von zehn Prozent. Im so wichtigen volkswirtschaftlichen Punkt des privaten Konsums sei in diesem Jahr ein Nullwachstum und im kommenden ein leichter Rückgang von einem Prozent zu erwarten. Während der Export im Gesamtjahr um drastische 17 Prozent einbrechen wird, rechnet das Kölner Institut im kommenden Jahr mit einem Wachstum von gerade einmal zwei Prozent. Auf der Importseite stehen in diesem Jahr ein erwarteter Rückgang von elf und im kommenden ein leichter Anstieg um ein Prozent an. Besonders drastisch wird sich die Wirtschaftskrise auf die Staatsfinanzen auswirken. Hier liegt nach Schätzung des IW das Staatsdefizit in diesem Jahr bei drei, im kommenden Jahr bei fünf Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung. Ähnlich sehen es auch die Unternehmen. Bei einer Umfrage ermittelte das Kölner Institut einen geringen Anteil optimistisch gestimmter Unternehmen. Mehr als zwei Drittel der Befragten (70 Prozent) schließen in diesem Jahr eine Erholung aus. Gerade mal 22 Prozent im Westen und nur 17 Prozent der Unternehmen im Osten sehen das optimistischer. Immerhin 6,5 Prozent der befragten Firmen im Westen und elf Prozent der im Osten der Republik seien bislang nicht von der Krise betroffen.


























