27. 05. 2012
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IW prognostiziert rasanten Anstieg der Lohnstückkosten
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat im vergangenen Jahr 2009 einen deutlichen Anstieg der Lohnstückkosten festgestellt. Das teilten die Wirtschaftsforscher des arbeitgebernahen Forschungsinstitut am gestrigen Dienstag mit. Je Produktionseinheit stiegen die Arbeitskosten um stolze 16 Prozent an, so viel wie in keinem anderen Land. Allerdings war der sprunghafte Anstieg in erster Linie auf die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zurückzuführen, so die Konjunkturforscher weiter. Obwohl die Nachfrage nach Industriegütern einbrach, beschäftigten die Unternehmen überproportional viele Mitarbeiter weiter. Andere Industrieländer gingen einen anderen Weg. Wie das IW ermittelte, gingen beispielsweise in den USA die Zahl der Erwerbstätigen um elf Prozent zurück. Dadurch blieb der Wert der Lohnstückkosten mit einem Anstieg von lediglich 2,4 Prozent im Rahmen. Bei der Produktivität der US-Industrie stellten die Wirtschaftsexperten des IW keine Veränderung fest.
Langfristiger Trend ungebrochen
Langfristig bleibt der Trend im Verarbeitenden Gewerbe intakt. So stellten das IW in der Zeit zwischen 1991 und 2009 einen Anstieg der Lohnstückkosten um gar 24 Prozent fest. Im Ausland betrug der durchschnittliche Anstieg hingegen nur neun Prozent im Durchschnitt. Panik wollen die IW-Forscher indes nicht verbreiten. Weil die Nachfrage nach Industrieprodukten inzwischen wieder spürbar angestiegen ist, hat sich die Situation weiter entspannt. So lag der Anstieg dieses Wertes im Herbst 2010 in Deutschland nur noch um elf Prozentpunkte über dem Wert, den sie vor der Wirtschaftskrise hatten. Das ist zwar deutlich weniger als im ersten Quartal 2009, als die Lohnstückkosten um 25 Prozentpunkte zugelegt hatten, aber immer noch weit entfernt vom ursprünglichen Niveau, wie die IW-Wirtschaftsexperten abschließend betonten.

























