27. 05. 2012
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IW warnt vor zu strenger Bankenregulierung
Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat am gestrigen Freitag vor den Gefahren von zu viel staatlicher Regulierung im Bankenwesen gewarnt. So laufe zwar derzeit die Kreditvergabe im deutschen Mittelstand noch rund, von einer“Kreditklemme“ sei man weit entfernt. Aber das könnte sich möglicherweise bald ändern, wie die Finanzexperten des IW ausführten. Grund für die Warnung ist ausgerechnet die geplante Regulierung der Finanzmärkte und ihrer Akteure im Rahmen der Beschlüsse zur Verhinderung einer neuen Bankenkrise. Dabei geht es dem deutschen mittelstand derzeit noch richtig gut. 80 Prozent der Unternehmen verzeichnen nach einer Erhebung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes derzeit volle Auftragsbücher.
Die überwiegende Mehrheit der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) befragten Finanzierungsexperten sehen denn auch bei der Vergabe von Unternehmenskrediten keine Veränderungen. Acht Prozent bescheinigten den Kreditinstituten sogar einen verbesserten Zugang zu Fremdfinanzierungsinstrumenten. Im August vergangenen Jahren hatten noch elf Prozent über Verschlechterungen berichtet. Doch mit der geplanten Verschärfung der Kreditvergabebestimmungen für Banken - Stichwort „Basel III“ - droht sich dies nun zu ändern, befürchtet das IW. Wenn die vergebenen Kredite mit mehr Eigenkapital hinterlegt werden müssen - so das Kalkül der Regulierer -, wird das Bankensystem sicherer.
Was bei Immobilienkrediten ein Gebot der Vernunft sein mag - immerhin war das Platzen der Immobilienblase in den USA Auslöser der Finanzkrise von 2008 -, ist bei Mittelstandskrediten wenig sinnvoll. Denn diese müssen schon heute je nach Solvenz mit acht bis zehnProzent Eigenkapital abgesichert werden. Außerdem haben sich in diesem Kreditsegment trotz Wirtschaftseinbruch die Ausfälle aber keineswegs gehäuft. Eine Verschärfung der Anforderungen erscheint zumindest hier aus Sicht des IW fragwürdig. Möglicherweise sehen sich die deutschen Mittelständler schon bald einer „ungewollten Kreditklemme“ ausgeliefert. Neben der Einschränkung der Kreditvergabe drohen den Unternehmen zudem höhere Zinsen, so das IW abschließend.


























