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27. 05. 2012
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KfW: Börsenentwicklung trübt Stimmung


30.08.2011 14:17 von:

Schlagwörter: Kreditanstalt,KfW,Konjunktur,Barometer,August,2011,Rückgang,Mittelstand,Großunte

Seit Anfang der Woche scheint die weltweite Investorengemeinschaft wieder Vertrauen in die Aktie als Anlageform zu finden. Nach den massiven Verkäufen der vergangenen Wochen haben sich die Börsenkurse mit Beginn der neuen Woche wieder deutlich erholt. Allerdings scheint die schlechte Börsenstimmung auch auf die Stimmung der mittelständischen Wirtschaft durchzuschlagen, wie das jüngste Konjunkturbarometer der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) am gestrigen Montag bekannt gab. Vor allem bei den Geschäftserwartungen der Unternehmen gab es einen deutlichen Rückgang des Klimaindices. Insgesamt ging der Geschäftsklimaindex um 6,3 Prozentpunkte zurück. Noch stärker war eine ähnliche Reaktion zuletzt im Herbst 2008 aufgetreten, als die US-Investmentbank Lehman Brothers in Insolvenz ging und damit eine internationale Finanzkrise auslöste. Die führte in der Folge zu einer als historisch bezeichneten Wirtschaftskrise mit einem deutlichen Rückgang der Gesamtwirtschaftsleistung auch in Deutschland.

Grund für den deutlichen Einbruch sind Befürchtungen der Unternehmer, dass sich die Weltkonjunktur abkühlen und die exportorientierten Betriebe und Branchen in der Folge ebenfalls Verluste hinnehmen muss. Allerdings bleiben die Werte zur Beurteilung der aktuellen Geschäftslage weiterhin auf einem hohen Niveau. Das liegt derzeit noch über dem Niveau aus der letzten Boomphase vor der Krise, wie die Autoren der Studie betonten. Besonders kräftig ging es dabei bei den befragten Großunternehmen nach unten, hier sackte der Geschäftsklimaindex um gleich 8,8 Punkte ab. Das ist der viertgrößte Rückgang des KfW-Indivices seit Auflegung im Januar 1991, so die bundeseigene Förderbank weiter.

Geschäftserwartungen sank stärker als die Lagebeurteilung

Bei den Aussichten und der Einschätzung der Unternehmensverantwortlichen hat sich die Unsicherheit an den Weltbörsen fast ungefiltert auch auf die Stimmung niedergeschlagen. Das gilt vor allem für die Großunternehmen, die zum überwiegenden Teil eine starke Exportorientierung aufweisen, ja sogar einen Großteil ihrer Unternehmensgewinne im Ausland erwirtschaften. Während der Indexwert für die Erwartungen insgesamt um 9,1 Punkte zurückging, waren es bei den Großunternehmen fast erdrutschartige 11,2 Prozent. Das ist der zweitstärkste Einbruch innerhalb eines Monats seit 1991. Die Experten der KfW zeigten sich angesichts der derzeitigen Konjunkturlage etwas überrascht über die Heftigkeit der Ausschläge. Deutlich weniger dramatisch stellt sich die Entwicklung der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage dar. Hier lagen die Abschläge bei minus 3,1 Prozentpunkten insgesamt und minus sechs Prozentpunkten bei Großunternehmen deutlich unter den Werten für die Geschäftserwartungen. Hier bleibt die Beurteilung mit einem Indexwert von 33,9 im Mittelstand und sogar 35,2 Saldenpunkten bei Großunternehmen weiterhin deutlich im positiven Bereich und nahezu auf Rekordniveau. Bei den Geschäftserwartungen rutschte sie im Mittelstand auf 1,9 Punkte ab. Bei Großunternehmen liegt die Erwartung inzwischen sogar mit 3,1 Saldenpunkten im negativen Bereich, wie die Bank weiter meldete.

Geringer Einfluss für beschäftigungs- und Absatzerwartung

Trotz der eingetrübten Zukunftserwartungen gingen die Indexwerte für die Aussichten bei Beschäftigung und Absatz deutlich weniger stark zurück. Währen der Indexwert für die Beschäftigung beim Mittelstand mit minus 3,3 Prozentpunkten weniger deutlich als bei den Großunternehmen (minus 4,5 Zähler) zurückging, zeigte sich der Mittelstand bei der Absatzerwartung etwas skeptischer (minus 5,4 zu minus 3,2 Zähler). Trotz dieser Rückgänge liegen die erzielten Saldenwerte auch hier derzeit noch weit über dem langjährigen Mittel, wie die KfW betonte. "Im außergewöhnlich starken Rückgang des Geschäftsklimas im Mittelstand, insbesondere im Rekordeinbruch der Erwartungskomponente, spiegelt sich die hohe Verunsicherung über die Eurokrise und die jüngsten Verwerfungen an den Aktienmärkten. Man sollte aber im Blick behalten, dass die Mittelständler ihre Lage immer noch positiver beurteilen als im Boomjahr 2007", erklärte KfW-Chefvolkswirt Dr. Norbert Irsch. Zwar erwartet der Konjunkturexperte eine weitere Abkühlung. Nach derzeitigem Stand sei aber auch für 2012 nicht mit einer Rezession zu rechnen, so die abschließende Prognose von Irsch. Dies setzt allerdings eine gewisse Stabilisierung an den Finanzmärkten voraus sowie eine überzeugende Umsetzung der von der europäischen Politik vorgesehenen Krisenbewältigungsmaßnahmen.







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