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27. 05. 2012
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KfW: Konjunkturklima im Mittelstand knickt ab


28.07.2011 23:58 von:

Schlagwörter: KfW,Kreditanstalt für Wiederaufbau,2011,Juli,Konjunktur-Barometer,Mittelstand,Ge

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sieht eine merkliche Abkühlung des Geschäftsklimaindices. Das teilte die bundeseigene Förderbank in einer Presseerklärung mit. Nach Informationen des Kreditinstituts sind im jüngsten Konjunkturbarometer sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Geschäftsaussichten für die kommenden Monate deutlich gesunken. Bei Großunternehmen ist die mögliche Trendwende besonders deutlich abzulesen. Der Gesamtindex sackte um 2,7 Punkte auf 24,2 Saldenpunkte ab. Im Vergleich zur vorherigen Bestandsaufnahme der Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft gingen dabei sowohl die Indexwerte für die Lagebeurteilung, als auch die der Geschäftserwartungen nahezu im Gleichschritt zurück. Bei Großunternehmen ging der Geschäftsklima sogar um 5,5 Saldenpunkte zurück. Insbesondere die aktuelle Lage wird mit 6,3 Saldenpunkte negativer bewertet, bei den Erwartungen war der Rückgang mit 4,7 Saldenpunkte geringer ausgeprägt.

Allerdings räumen die Auguren der KfW ein, dass dies nicht mit dem Absturz der Indexwerte in der letzten Wirtschaftskrise zu vergleichen. Vielmehr laufe die Konjunktur über ihren Höhepunkt, denn der Rückgang als solcher kommt kaum überraschend. Schon im Vormonat hatten die Wirtschaftsforscher Anzeichen einer Abkühlung registriert, wenn auch auf hohem Niveau. Innerhalb der vergangenen 20 Jahre lag das Geschäftsklima im Mittelstand nur vier Mal über seinem aktuellen Stand von 24,2 Saldenpunkten. Bei den Großunternehmen wurde das aktuelle Niveau von 24,6 Saldenpunkten sogar nur in drei Jahren seit 1991 erreicht. Auch müsste sich der Juli-Rückgang des mittelständischen Geschäftsklimas für ganze neun Monate fortsetzen, bis die Nulllinie erreicht wäre, die konzeptionell dem "konjunkturneutralen" langjährigen Durchschnitt entspricht. Selbst eine über mehrere Monate hinweg fortgesetzte Abkühlung des Geschäftsklimas würde damit einer Normalisierung entsprechen, die vor dem Hintergrund der sehr dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten sechs Monate betrachtet werden müsse, so die Wirtschaftsforscher der KfW.

Industrie und Großhandel besonders betroffen

Unter den verschiedenen Branchen sind vor allem das Verarbeitende Gewerbe und der Großhandel betroffen. Hier trübte sich die Stimmung überdurchschnittlich stark ein. Verlor der Indexwert beim Großhandel 3,6 Zähler waren es im Verarbeitenden Gewerbe 4,3 Zähler. Ein deutlich skeptischeres Bild zeigt die Betrachtung der Einschätzungen der Verantwortlichen für Großunternehmen. Hier ging der Indexwert im Verarbeitenden Gewerbe um 6,4, im Großhandel gar um 10,4 Saldenpunkte nach unten. Im Bauhauptgewerbe und im Einzelhandel liegen die Veränderungen hingegen innerhalb der üblichen Schwankungsbreite. Wie beim aggregierten Geschäftsklima gilt für die einzelnen Branchenindikatoren, dass die aktuellen Niveaus auch weiterhin noch weit über ihren langjährigen Durchschnittswerten liegen. Die Beschäftigungs- und Absatzpreiserwartungen, die im Juli ebenfalls geringfügig nachgeben (-0,5 Zähler bzw. -2,3 Zähler im Mittelstand sowie -0,1 Zähler bzw. -2,5 Zähler bei den Großunternehmen), fügen sich nahtlos in das beschriebene Konjunkturbild ein.

"Die Korrektur des mittelständischen Geschäftsklimas im Juli war zu erwarten. Die Abkühlung der sehr hohen konjunkturellen Dynamik ist nun auch bei den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland angekommen. Der noch stärker ausgeprägte Rückgang des Geschäftsklimas bei den exportorientierten Großunternehmen ist ein Indiz für im Verhältnis zur Binnenwirtschaft stärker nachlassende außenwirtschaftliche Impulse", kommentierte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW. Angesichts der vielfältigen Krisenherde weltweit, insbesondere der sich dramatisch zuspitzenden Haushaltskrise in den Vereinigten Staaten, zeigten sich die Konjunkturexperten wenig überrascht.

Weitere Informationen zum Konjunkturklima im Juli finden sie auch im Internet unter: www.kfw.de.







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