27. 05. 2012
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Köln: Wachstumsdynamik lässt nach / Zuversicht sinkt moderat
Der Prozentsatz der positiv Gestimmten hatte zwar bei der Frage der
derzeitigen Geschäftslage von 47,4 auf 43,7 Prozent abgenommen. Dieser
Optimismus steht trotz seiner deutlichen Korrektur nach unten im
interkommunalen Vergleich immer noch ganz ordentlich da. Besonders hart
erwischt hat es den Kammerbezirk Bonn-Rhein-Sieg. Hier hatte die
zuständige IHK bereits vor Wochenfrist den Trend bestätigt. In Bonn
beurteilten im Herbst 2007 lediglich 35,8 Prozent ihre derzeitige
Geschäftslage als „gut“, „schlecht“ war sie bei 18,5 Prozent der
Befragten. In der Domstadt sind das gerade mal 7,9 Prozent. Aber hier
zeigt sich eine leichte „Abkühlung“ des Booms, im Mai lag dieser Anteil
noch bei lediglich 4,9 Prozent.
Abschwächung bei Investitionen / Sorgenkinder Bau und privater Konsum
Ähnlich wie in der südlichen Nachbarkommune zeigt sich im Herbst dieses
Jahre auch bei den Investitionsneigungen der befragten Unternehmen ein
leichter Knick nach unten. Jedes dritte Unternehmen will seine
Investitionen ausdehnen, nur 15,8 Prozent denken über eine Reduzierung
nach. Auch bei den Beschäftigungsplänen der Unternehmen schneidet Köln
besser als sein Umland ab. Immerhin 28,3 Prozent planen derzeit,
zusätzliches Personal einzustellen, 16,5 Prozent wollen Arbeitsplätze
reduzieren. Die Vergleichszahlen aus dem gesamten Kammerbezirk hinken
dieser Quote sogar erkennbar hinterher, wie die Verantwortlichen
betonten.
Bei den Investitionen im Inland musste die ehemalige Bundeshauptstadt
Bonn sogar einen regelrechten Einbruch hinnehmen. In der Skala der
Indexpunkte ging die Investitionsneigung von vormals +11,3 Punkte auf
– 6,6 Punkte zurück und rutschte damit in den negativen Bereich. Auch
beim Trend auf den Arbeitsmarkt rutsche der Index ins Minus. Allerdings
ging dieser Index nur von + 4,5 Prozent auf – 0,9 Punkte zurück. Trotz
der positiven Zahlen für den Kölner Arbeitsmarkt hinkt die Domstadt bei
den offiziellen Arbeitsmarktstatistiken den Entwicklungen in Bund und
Land seit längerem hinterher. So erzielten beispielsweise Bund und Land
NRW einen Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte, während
es in Köln 0,1 Prozentpunkte (11,6 auf 11,3 Prozent) weniger waren.
Während auf Bundesebene die offizielle Quote im September bereits bei
8,4 Prozent lag, sind in NRW neun Prozent der Erwerbsfähigen als
arbeitslos gemeldet.
Düsseldorf mit anderer Taktung
Eine gänzlich andere Entwicklung schlug im Spätsommer die
Konjunkturentwicklung im IHK-Bezirk Düsseldorf / Niederrhein ein. Hier
stieg die Zahl der Unternehmen, die ihre derzeitige Lage als „gut“
bezeichneten, von 60 Prozent zu Jahresbeginn auf 70 Prozent. Das
meldete die dortige IHK allerdings bereits am 25. September. Auch der
Konjunkturindex befinde sich mit inzwischen 151 Indexpunkten weiter auf
Rekordflug. Die Nachfrage nach inländischen Investitions- und
Ausrüstungsgütern dürfte sich kaum abschwächen“, verkündete die
Düsseldorfer IHK erst vor etwas mehr als zwei Wochen. Doch auch in der
nördlichen Nachbarschaft der Dommetropole räumte
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Udo Siepmann „konjunkturelle Risiken“ ein.
Größte Sorgenkinder seien auch hier gestiegene Rohstoff- und
Energiepreise, die unsichere US-Konjunktur sowie ein zuletzt stark
gestiegener US-Dollar. Für die in Deutschland produzierende Industrie
bedeutet das eine Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit, so die gängige
Schlussfolgerung der Wirtschaftsexperten.

























