27. 05. 2012
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Kölner Konjunktur im Herbst weiter im Aufwind
Die Konjunktur im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Köln IHK läuft im Herbst weiter auf Hochtouren. Wie die Kammerverantwortlichen am heutigen Freitag vorstellten, hat sich vor allem der Indexwert zur Beurteilung der aktuellen Geschäftslage deutlich verbessert. Fast ein Drittel (33,2 Prozent) der von der Kammer befragten Unternehmen stufen inzwischen ihre aktuelle Lage als "gut/besser" ein als noch bei der letzten Umfrage im Frühsommer. Nur noch etwas mehr als zehn Prozent aller Unternehmen sind der Ansicht, dass ihre derzeitige Geschäftslage "schlecht" oder "schlechter" ist. 58,3 Prozent beurteilten die augenblickliche Situation als "befriedigend". Bei den Erwartungen hingegen gab es gegenüber der letzten Umfrage kaum Verbesserungen. Der entsprechende Indexwert ging sogar leicht zurück. Aber noch immer sind ein Drittel der Meinung, in den kommenden Monaten würde sich ihr Geschäft positiv entwickeln. 8,8 Prozent gehen von einer Verschlechterung der Geschäfte in den kommenden Monaten aus. Auch hier überwiegen allerdings auch die Meinungen, dass sich an der Geschäftslage auf mittlere Sicht wenig ändern wird.
"Von der Stärke der wirtschaftlichen Entwicklung waren wir selbst überrascht", kommentierte der Hauptgeschäftsführer der Kammer Dr. Herbert Ferger die Ergebnisse der Erhebung. Zwar bewegt sich damit die konjunkturelle Einschätzung der Marktteilnehmer noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Der Abstand hat sich allerdings über das gesamte Jahr 2010 bislang Monat für Monat verringert, wie Ferger weiter ausführte. Sollte keine unvorhergesehenen Krisen auf den Weltmärkten ausbrechen, dürfte bereits im kommenden Jahr und damit wesentlich eher als ursprünglich vorhergesagt die historische Krise des Jahres 2009 Geschichte sein. Auch bei den anderen von der Kammer abgefragten Konjunkturindices bietet die wirtschaft in der Region derzeit ein stabiles und positives Gesamtbild. So äußerten bereits 28,8 Prozent der Befragten ihre Absicht, wieder mehr investieren zu wollen. Nur noch 16 Prozent wollten ihre Investitionen in der Zukunft zurückfahren. Selbst bei den Beschäftigungsplänen gibt es ein Übergewicht der Optimisten. Ein Viertel wollen in naher Zukunft zusätzliches Personal einstellen, nur noch 14,5 Prozent planen eine Reduzierung des Personals. Den besten Wert aber gab es im Punkt Exporterwartungen. Hier sind sogar 36,5 Prozent der Industrieunternehmen optimistisch gestimmt, nur 10,4 Prozent rechnen mit einer negativen Entwicklung der Auslandsnachfrage.
Doch auch mitten in guten wirtschaftlichen Zeiten gibt es Befürchtungen und Risiken. Zwar schneidet Deutschland mit seiner derzeitigen Wachstumsrate auch im internationalen Vergleich deutlich besser ab als so mancher Konkurrent. Zu den größten Sorgen der Unternehmer zählen neben der ausbleibenden Inlandsnachfrage und den steigenden Rohstoffkosten auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Stolze 42 Prozent nannten dieses Risiko und damit wurde dieser Punkt auf Anhieb auf Rang zwei der größten Sorgen von Unternehmerinnen und Unternehmern in der Region gewählt. Auch bei der Angst vor steigenden Rohstoff- und Energiepreisen stieg gegenüber der Umfrage vom Jahresanfang spürbar an. Den anteilig größten Rückgang verzeichneten hier übrigens Fragen der Finanzierung. Nachdem im vergangenen Jahr das Schreckgespenst der "Kreditklemme" die Runde machte, haben sich mit der konjunkturellen Erholung auch die Rahmenbedingungen für die Unternehmensfinanzierungen verbessert. Von Entwarnung will IHK-Chef Ferger aber nichts wissen. "Dies ist nach wie vor ein verhältnismäßig hoher Anteil", warnt der Hauptgeschäftsführer abschließend.
Den kompletten Konjunkturbericht der Kölner IHK finden sie auch im Internet unter: www.ihk-koeln.de.

























