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27. 05. 2012
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Konjunktur bleibt auch im kommenden Jahr robust


18.06.2011 19:54 von:

Schlagwörter: Köln,Wirtschaftswachstum,2011,2012,RWI,Forschungsinstitut,Konjunkturprognose,Wir

Die deutsche Konjunktur-Lokomotive wird auch im kommenden Jahr weiter unter Volldampf laufen. Die Dynamik des Wachstums wird sich wohl abschwächen. Symbolbild: www.pixelio.de/madmax

Die Wirtschafts- und Konjunkturexperten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung haben ihre eigenen Konjunkturprognosen nochmals angehoben. Wie das RWI am gestrigen Donnerstag mitteilte, wird nach Ansicht der Konjunkturforscher die Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft erneut um 3,7 Prozent ansteigen. Auch im kommenden Jahr bleibt das Wachstum mit geschätzten 2,3 Prozent überraschend stabil und robust. Noch im März dieses Jahres hatte das RWI ein Wachstum von 2,9 Prozent für das laufende Jahr vorausgesagt. Getragen wird die Expansion inzwischen stärker von der Inlands- als von der Auslandsnachfrage. Für 2012 erwartet das RWI eine schwächere Zunahme des BIP um 2,3 Prozent, da der Investitionsaufschwung an Fahrt verlieren und zugleich die Außenwirtschaft weniger zur Expansion beitragen dürfte. Die Beschäftigung dürfte weiter steigen, wenn auch im kommenden Jahr mit langsamerem Tempo. Die Lage der öffentlichen Haushalte wird sich im Prognosezeitraum voraussichtlich spürbar verbessern, erklärten die Wirtschaftswissenschaftler.

Ihren Optimismus begründen die Forscher mit dem unerwartet positiven Start ins laufende Wirtschaftsjahr. Im ersten Quartal nahm das reale Bruttoinlandsprodukt saisonbereinigt um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, für das laufende Vierteljahr lassen die Indikatoren eine erneute Zunahme erwarten. Getragen wird die Expansion nach wie vor von der Auslands–, stärker inzwischen aber von der Inlandsnachfrage. Die privaten Konsumausgaben nahmen weiter stetig, wenn auch nicht besonders stark, zu. Wichtigste Triebkraft der Konjunktur waren die Investitionen, sowohl die in Ausrüstungen als auch die in Bauten. Insbesondere letztere profitieren von den außerordentlich niedrigen Realzinsen, die sowohl Folge der expansiven Geldpolitik der EZB, aber auch der Bedeutung deutscher Kapitalmarktpapiere als sicherer Hafen für ausländische Anleger sind. In Nordrhein-Westfalen liegt das Segment der Investitionsgüter-Hersteller seit Monaten an der Spitze bei den Produktions- und Auftragszahlen. Ein weiterer Schub kommt von den Frühindikatoren, die auf eine anhaltende Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte hindeuten. Trotz leichter Eintrübung sind die Unternehmer in Deutschland weiterhin zuversichtlich, was die Entwicklung des eigenen Unternehmens anging.

Die leichte Abschwächung hat aber ihre Ursachen auch in anderen Sonderfaktoren, wie zum Beispiel die Wintereinbrüche im vergangenen Jahr und die Folgen für die Baukonjunktur. So konnte durch den frühen Wintereinbruch im Dezember 2010 ausgefallene Bauproduktion wohl – abweichend vom üblicherweise anzutreffenden Saisonmuster – bereits im Laufe von Februar und März teilweise wieder nachgeholt werden. Zudem war die wirtschaftliche Aktivität im ersten Quartal aufgrund der ungewöhnlich späten Lage des Osterfestes ausnahmsweise nicht durch Ferientermine beeinflusst, hieß es dazu weiter. Dämpfend wirkt sich derzeit auch die weitweite Konjunktur auf die Exportnation Deutschland aus. Auf der anderen Seite droht sich die Wirtschaft in einigen Schwellenländern zu überhitzen. Das dürfte sich ebenfalls negativ auf die Nachfrage aus dem Ausland auswirken. Positiv dürfte sich das auf die Beschäftigung auswirken. Die Gesamtzahl der Beschäftigten soll im Jahresdurchschnitt um weitere 1,2 Prozent zulegen. Allerdings macht sich mittlerweile in einigen Segmenten des Arbeitsmarktes eine Knappheit an qualifiziertem Personal bemerkbar. Wohl vor diesem Hintergrund hat sich der Lohnanstieg bereits beschleunigt – zunächst weniger der der Tariflöhne, als vielmehr der der Effektivlöhne, was darauf hinweist, dass die Unternehmen vermehrt Lohnzuschläge zahlen. Dieser Trend könnte bei anhaltender Konjunktur weiter fortsetzen, so die abschließende Prognose der RWI-Forscher.







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