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27. 05. 2012
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Konjunktur im IHK-Bezirk hellt sich weiter auf - ähnliche Entwicklung zuletzt 2001


01.02.2009 22:56 von:

Schlagwörter: Wirtschaft,Konjunktur,IHK,Kammerbezirk,Region,Umfrage,Geschäftslage,Geschäftserw

Neben den traditionell exportorientierten Industriebranchen und dem Großhandel hat der Konjunkturoptimismus nun auch die binnenorientierten Branchen Einzelhandel und Verkehr/Logistik erfasst. Erstmals drehten dabei einige wichtige Indikatoren in den positiven Bereich. Die Deutlichkeit des Aufschwungs überraschte selbst die IHK-Spezialisten. „Nie zuvor seit Beginn der Konjunkturumfrage haben wir einen ähnlich starken Anstieg der Indikatoren Geschäftslage und Erwartungen für die nächsten 6 Monate registriert“, so Ferger weiter. Auch für den Rest des Jahres zeigt sich die Kammer für den IHK-Bezirk Köln zuversichtlich. Zwar habe die Steigerung bei den Erwartungen merklich nachgelassen, in einigen Industriebranchen ging sie sogar leicht zurück.
       
Nachhaltiges Wachstum in Gefahr

     
  Aber der Frühjahrsaufschwung im Jahr 2006 scheint robuster zu sein als in den Vorjahren. Es mehren sich jedoch auch die Anzeichen für ein baldiges Erreichen des konjunkturellen Höhepunktes. Als Hauptgrund für die positive Entwicklung nannte die IHK die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Die war in den zurückliegenden Monaten und Jahren durch die Verbesserung der Kostenstruktur sowie durch zahlreiche Produkt- und Prozessinnovationen bedingt. Neben der exportorientierten Industrie gewinnt nun langsam auch die Investitionsgüterindustrie wieder an Bedeutung als 2. Standbein des Aufschwungs. Erstmals seit langem registrierte die IHK dabei auch wieder eine Zunahme der Erweiterungsinvestitionen in diesem Bereich.                      

Trotz optimistischer Grundstimmung bleiben Risiken. So führt die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung zu einem Vorzieheffekt, insbesondere bei mittel- und langfristigen Konsumgütern. Der Einzelhandel ist davon in besonderem Maße betroffen. Den Sondereinfluss der Fußball-Weltmeisterschaft stuft Ferger als eher gering ein. Weitere Gefahren gehen von einem zu starken Zinsanstieg und den zuletzt wieder deutlich gestiegenen Ölpreisen aus. Ferger kritisierte vor diesem Hintergrund erneut das hohe Lohnkostenniveau. Das sei aber in erster Linie auf die hohen Lohnnebenkosten zurückzuführen. „Die haben wir immer noch nicht im Griff“, erklärte Ferger weiter. Als größter Hemmschuh könnte sich aber der Zustand der Großen Koalition in Berlin erweisen. Wenn die Bundesregierung erneut wichtige Reformvorhaben wie die Unternehmenssteuer- und Gesundheitsreform vertagt, wird sich auch das Vertrauen der Wirtschaft in die Politik weiter abschwächen. In diesem Falle könnte der konjunkturelle Aufschwung zum Jahreswechsel kippen, warnte Ferger.

Zurückhaltend äußerte sich die IHK zu Beschäftigungssituation. Hier sieht die IHK in ihrer Umfrage zwar eine deutlich positive Entwicklung. Erstmals seit 2001 wollen wieder mehr Unternehmen in der Region neue Arbeitskräfte einstellen als Arbeitsplätze abbauen. Doch im Vergleich zum letzten Boomjahr ermittelte die IHK auf Basis der April-Zahlen des Arbeitsmarktes, dass den 136.000 arbeitslos gemeldeten Erwerbsfähigen gerade einmal knapp 12.000 offene Stellen gegenüberstehen. Hinzu kommt der hohe Anteil von Langzeitarbeitslosen, der in Köln bei 55 Prozent liegt. Von einer Trendwende am Arbeitsmarkt in der Region ist daher nicht auszugehen, erläuterte Ferger.

Deutliche Unterschiede gab es in den einzelnen Branchen. Dies gilt insbesondere für die Bereitschaft, neue Arbeitskräfte anzustellen. Das größte Potenzial für neue Beschäftigte sieht Dr. Matthias Mainz, Chefvolkswirt und Projektleiter der Konjunkturumfrage, im Dienstleistungssektor. Im Industriesektor planen derzeit lediglich 16 Prozent einen Ausbau ihrer Beschäftigtenzahlen, 23 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihr Personal reduzieren. Deutlich schlechter schnitt hier der Handelssektor ab. In dieser Branche scheint der konjunkturelle Höhepunkt zumindest für den Arbeitsmarkt bereits überschritten. Während zu Beginn dieses Jahres noch rund 20 Prozent der Unternehmen mehr Arbeitskräfte einstellen wollten, ging der Anteil bei der aktuellen Umfrage auf 12 Prozent zurück, so Mainz abschließend.  
 





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