27. 05. 2012
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Konjunkturumfrage: Handwerk der Region Köln-Bonn gerät ins Stocken
24 Prozent der Unternehmen betrachten die Geschäftslage als „gut“ ein,
allerdings hat sich die Zahl der Betriebe, die ihre aktuelle Lage als
„schlecht“ betrachten, auf 23 Prozent erhöht. Erst im Frühjahr war die
Zahl der skeptischen Betriebe erstmals nach sieben Jahren wieder unter
die 20 Prozent-Marke gefallen. Von einer Krise wolle man zwar nicht
reden, allerdings weise diese Zahl „auf die Schwachstellen und Risiken
des gegenwärtigen Wirtschaftsverlaufs“ hin, wie
HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ortwin Weltrich ausführte.
Privater Verbrauch weiterhin schwach
Vor allem die weiterhin verhaltene Nachfrage beim privaten Verbrauch
macht die Verantwortlichen skeptisch. Dienstleister wie Friseure,
Augenoptiker und Schuhmacher leiden unter der Kaufzurückhaltung ebenso
wie Konsumgüterhersteller wie z.B. Uhrmacher oder Goldschmiede. Hier
sind sogar mehr als ein Drittel der Befragten mit der derzeitigen
Situation unzufrieden, ergab die Herbstumfrage weiter. Weltrich führt
dies auf die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn zurück. „Unsere
Sorgen haben sich leider bestätigt“, so der Kommentar Weltrichs.
Gleiches gilt etwas abgeschwächt auch für das Nahrungsmittelhandwerk
(hier vor allem Bäcker und Fleischer). Dabei konnten die Betriebe die
gestiegene Mehrwertsteuer ebenso wie steigende Einkaufs- und
Großhandelspreise zum größten Teil auf die Endverkaufspreise umlegen.
Doch eben diese Preissteigerungen führten auch zu weiterer
Kaufzurückhaltung seitens der Verbraucher.
Zu den wenigen Gewinnern gehören das Metallhandwerk und seine
Zulieferer. Die unverändert lebhafte Nachfrage nach
Ausrüstungsinvestitionen hilft zum Beispiel Werkzeugmachern oder den
Maschinenbaufirmen. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen dieser
Branche haben in den vergangenen sechs Monaten zusätzliches Personal
eingestellt. Auch im Gewerbebau gab es positive Signale, bedingt durch
die wieder anziehenden Aktivitäten im öffentlichen Gewerbebau. Doch bei
den Bauhandwerkern wiegt die Krise am Wohnungsneubau viel stärker, wie
die Umfrage herausfand. So stieg der Anteil der Betriebe mit
„schlechter“ Geschäftslage innerhalb von einem halben Jahr von 13 auf
nun 23 Prozent gestiegen.
Insgesamt fällt die Bilanz, insbesondere bei der Zahl der
Beschäftigten, eher verhalten aus. 15 Prozent der Unternehmen stellten
in den vergangenen Monaten per Saldo Mitarbeiter ein, 17 Prozent bauten
Arbeitsplätze ab. Um dem Handwerk einen zusätzlichen Impuls zu
verleihen, sprach sich Kammergeschäftsführer Weltrich für eine weitere
Senkung der Lohnnebenkosten aus. So könnte vor allem das große Problem
der Schattenwirtschaft (Schwarzarbeit) gelindert werden. Dazu gehört
nach Meinung der Kölner Handwerkskammer auch die Erhöhung des so
genannten „Steuerbonus“ von derzeit 20 auf 25 Prozent aus. „Das wäre
ein ideales Beschäftigungsprogramm“, so Weltrich. Kritische Töne gab es
zur geplanten Gründung einer Servicetochter der stadteigenen
Sozial-Betriebe Köln SBK gGmbH. Kammerchef Weltrich befürchtet einen
Verlust von Arbeitsplätzen im Handwerk, sollte die neue
Tochtergesellschaft vom Stadtrat am 8. November 2007 beschlossen
werden. „Dieses Verfahren stelle den Grundsatz Privat vor Staat auf den
Kopf“, so Weltrich abschließend.

























