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27. 05. 2012
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Konjunkturumfrage: Handwerk der Region Köln-Bonn gerät ins Stocken


01.02.2009 22:24 von:

Schlagwörter: Wirtschaft,Konjunktur,Umfrage,Handwerk,Regio,Köln-Bonn,Skepsis

24 Prozent der Unternehmen betrachten die Geschäftslage als „gut“ ein, allerdings hat sich die Zahl der Betriebe, die ihre aktuelle Lage als „schlecht“ betrachten, auf 23 Prozent erhöht. Erst im Frühjahr war die Zahl der skeptischen Betriebe erstmals nach sieben Jahren wieder unter die 20 Prozent-Marke gefallen. Von einer Krise wolle man zwar nicht reden, allerdings weise diese Zahl „auf die Schwachstellen und Risiken des gegenwärtigen Wirtschaftsverlaufs“ hin, wie HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ortwin Weltrich ausführte.

Privater Verbrauch weiterhin schwach

Vor allem die weiterhin verhaltene Nachfrage beim privaten Verbrauch macht die Verantwortlichen skeptisch. Dienstleister wie Friseure, Augenoptiker und Schuhmacher leiden unter der Kaufzurückhaltung ebenso wie Konsumgüterhersteller wie z.B. Uhrmacher oder Goldschmiede. Hier sind sogar mehr als ein Drittel der Befragten mit der derzeitigen Situation unzufrieden, ergab die Herbstumfrage weiter. Weltrich führt dies auf die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn zurück. „Unsere Sorgen haben sich leider bestätigt“, so der Kommentar Weltrichs. Gleiches gilt etwas abgeschwächt auch für das Nahrungsmittelhandwerk (hier vor allem Bäcker und Fleischer). Dabei konnten die Betriebe die gestiegene Mehrwertsteuer ebenso wie steigende Einkaufs- und Großhandelspreise zum größten Teil auf die Endverkaufspreise umlegen. Doch eben diese Preissteigerungen führten auch zu weiterer Kaufzurückhaltung seitens der Verbraucher.

Zu den wenigen Gewinnern gehören das Metallhandwerk und seine Zulieferer. Die unverändert lebhafte Nachfrage nach Ausrüstungsinvestitionen hilft zum Beispiel Werkzeugmachern oder den Maschinenbaufirmen. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen dieser Branche haben in den vergangenen sechs Monaten zusätzliches Personal eingestellt. Auch im Gewerbebau gab es positive Signale, bedingt durch die wieder anziehenden Aktivitäten im öffentlichen Gewerbebau. Doch bei den Bauhandwerkern wiegt die Krise am Wohnungsneubau viel stärker, wie die Umfrage herausfand. So stieg der Anteil der Betriebe mit „schlechter“ Geschäftslage innerhalb von einem halben Jahr von 13 auf nun 23 Prozent gestiegen.

Insgesamt fällt die Bilanz, insbesondere bei der Zahl der Beschäftigten, eher verhalten aus. 15 Prozent der Unternehmen  stellten in den vergangenen Monaten per Saldo Mitarbeiter ein, 17 Prozent bauten Arbeitsplätze ab. Um dem Handwerk einen zusätzlichen Impuls zu verleihen, sprach sich Kammergeschäftsführer Weltrich für eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten aus. So könnte vor allem das große Problem der Schattenwirtschaft (Schwarzarbeit) gelindert werden. Dazu gehört nach Meinung der Kölner Handwerkskammer auch die Erhöhung des so genannten „Steuerbonus“ von derzeit 20 auf 25 Prozent aus. „Das wäre ein ideales Beschäftigungsprogramm“, so Weltrich. Kritische Töne gab es zur geplanten Gründung einer Servicetochter der stadteigenen Sozial-Betriebe Köln SBK gGmbH. Kammerchef Weltrich befürchtet einen Verlust von Arbeitsplätzen im Handwerk, sollte die neue Tochtergesellschaft vom Stadtrat am 8. November 2007 beschlossen werden. „Dieses Verfahren stelle den Grundsatz Privat vor Staat auf den Kopf“, so Weltrich abschließend.







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